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Warum auch Schamhaare im Laufe der Jahre ergrauen

Denken wir an unsere Schambehaarung, fallen uns auf der Stelle unendlich viele Möglichkeiten ein, diese zu entfernen. Was aber, wenn wir statt rasieren einfach wuchern lassen? Sieht unser Intimbereich dann immer noch aus wie mit Anfang 20? Die Antwort lautet natürlich «Nein». Denn – Spoiler! – auch unsere Intimzone ergraut im Alter.

Instagram/heiststudios

Im Alter ergrauen wir nicht nur auf dem Kopf.

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Oh Schreck! Was schimmert da zwischen den dunklen Haaren hindurch? Ist das etwa? Ja, das ist es… Wer rund um sein 45. Lebensjahrzehnt feststellt, das graue Haare auch vor der Intimzone keinen Halt machen, mag im ersten Moment vielleicht etwas schockiert sein. Schliesslich nimmt unsere Grotte der Lust – jetzt, wo das Thema Kinderkriegen wohl abgehandelt ist und gesellschaftliche Erwartungen von uns abprallen – gerade so richtig an Fahrt auf. Und plötzlich ähnelt die Schambehaarung eher einem alten Greis statt jungem Hüpfer? 

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Erst mal: tief einatmen, tief ausatmen. Der Alterungsprozess schlägt bei allen zu. Nur die wenigsten reden gerne darüber. Vor allem, wenn es sich um private Bereiche handelt. Das Grauwerden zählt zu den wichtigsten altersbedingten Veränderungen im Leben – und betrifft eben nicht nur die Kopfhaare. Die Ursache sind aber die gleichen: Mit zunehmendem Alter lässt die Aktivität der melaninproduzierenden Zellen (Melanozyten) nach, es wird zu wenig Tyrosin zu Melanin umgewandelt. In den Haaren herrscht also ein Melaninmangel, wodurch nicht genug Melanin in die Hornschichten eingelagert werden kann. Als Folge entstehen graue Haare. Auch an Achsel-, Brust- und Beinbehaarung nagt der Zahn der Zeit.

Auf der Suche nach mehr Vorbildern

Mit dem Ergrauen des Kopfhaares haben wir uns abgefunden. Ja, sogar angefreundet. Frauen wie Andie MacDowell oder Tracee Ellis Ross sei Dank, die ihre graue Pracht mit Stolz durch die Welt tragen und uns mit Silberfuchs-Inspirationen versorgen. Nun liegt es auch ein bisschen an uns, das Thema rund um graue Schamhaare aus der Tabukiste herauszuholen. Und vielleicht blitzt uns ja in ein paar Jahren das ein oder andere graue Schamhaar aus den Bikinis und Badeanzügen dieser Welt keck entgegen. Die Positive-Aging-Bewegung würde es sich wünschen. Wer sich aber mit einem Silber-Busch (noch) nicht identifizieren kann, greift zur Pinzette, zum Rasierer oder Färbemittel.

Beim Färben ist aufgrund der Schleimhäute allerdings Vorsicht geboten – So klappts:

  1. Bevor es losgeht, sollte das Färbemittel auf Hautunverträglichkeiten getestet und an einer anderen Stelle des Körpers ausprobiert werden.
  2. Den Intimbereich inspizieren, um sicherzugehen, dass dort keine offenen Stellen sind. Dann die Intimzone grosszügig mit Vaseline eincremen. Auch die Stellen, die nicht gefärbt werden.
  3. Nun die Farbe anrühren – mittlerweile gibt es zwar spezielle Schamhaar-Tönungen, ein Ansatz-Haarfärbe-Kit ist aber genauso gut und enthält genau die richtige Menge. Mit Handschuhen die Farbe auf dem Venushügel verteilen – von Schamlippen und Schleimhäuten das Mittel unbedingt fernhalten. Männer sollten nur den Penisansatz färben, niemals die Schamhaare an Penis oder Hoden. 
  4. Den Bereich mit einer Folie abdecken und 20 bis 30 Minuten einwirken lassen. Anschliessend das Färbemittel gründlich auswaschen und die Haare mit einem Conditioner pflegen.
Von Carolina Lermann am 10.09.2021
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