1. Home
  2. Body & Health
  3. Toyota
  4. Bräunen ohne Sonne: Basler Forscherin kann helle Haut dunkler machen

Präsentiert von Toyota

Basler Forscherin kann helle Haut dunkler machen

Die Dermatologin Elisabeth Roider hat zusammen mit einem internationalen Forschungsteam herausgefunden, wie unser Hautton verändert werden kann. Die Entdeckung soll den Sonnenschutz und die Hautkrebs-Prävention revolutionieren.

Photo taken in Hannover, Germany

Eine neuartige Lotion wird die Melanin-Produktion anregen und dadurch den körpereigenen Sonnenschutz aktivieren.

Getty Images/EyeEm

Elisabeth Roider, wie kamen Sie auf die Idee, die menschliche Hautfarbe zu verändern?
Dank einer Zufallsbeobachtung. Ich beschäftige mich seit langem mit schwarzem Hautkrebs und untersuchte verschiedene Gene, die der Krankheit vorbeugen können. Dabei habe ich festgestellt, dass sich Zellkulturen verfärben, wenn man das Enzym NNT verändert. Dieser Beobachtung wollte ich nachgehen.

Was geschah weiter?
Nebst meiner klinischen Tätigkeit als Oberärztin am Universitätsspital Basel forsche ich an der amerikanischen Universität Harvard. Zusammen mit einem Team aus rund 60 Fachpersonen aus Korea, England, der Schweiz, Süd- und Nordamerika arbeitete ich fast acht Jahre an diesem Thema, bevor wir schliesslich 2021 unsere Entdeckung publik machten.

Was ist das Ergebnis Ihrer Forschung?
In unseren Versuchen ist es gelungen, den Hautton von Menschen mit heller Haut, blondem Haar und blauen Augen sehr viel dunkler zu machen. Wir gehen aktuell also von einem sehr starken Effekt aus.

Elisabeth Roider

Elisabeth Roider ist Oberärztin am Universitätsspital Basel und forscht an der US-Universität Harvard.

zvg usb

Wie ist das möglich?
Verantwortlich ist ein Enzym namens NNT. Wir haben herausgefunden, dass dieses für die Produktion von Melanin und damit für die Pigmentregulation zuständig ist. Nun haben wir die Möglichkeit, mit NNT-Inhibitoren – also Stoffe, welche die Aktivität des Enzyms NNT hemmen – eine stärkere Pigmentierung zu erzeugen. Umgekehrt kann die Pigmentierung mit NNT-Aktivatoren gedrosselt und somit die Haut aufgehellt werden. Diese Effekte sind nicht dauerhaft. Wird die Behandlung gestoppt, normalisiert sich der Hautton nach einer Weile wieder.

Hauttypen

Im Labor wurden Hautexplantate von sehr hellen Menschen mit NNT-Inhibitoren behandelt. Je höher die Konzentration, desto stärker haben sie sich verfärbt.

zvg usb

Was versprechen Sie sich von Ihrer Entdeckung für die Zukunft?
Sie kann auf verschiedenen Ebenen Grundstein für innovative Produkte und Behandlungsansätze sein. 

Zum Beispiel?
Sie kann für kosmetische Zwecke im Anti-Aging-Bereich genutzt werden, da beim Aufhellen und Abdunkeln der Haut Moleküle beeinflusst werden, die dem Alterungsprozess entgegenwirken. Uns geht es aber hauptsächlich um den medizinischen Aspekt. Unsere Entdeckung kann bei verschiedenen Pigmenterkrankungen helfen. Etwa bei der Behandlung von Melasma oder frühen Formen von Vitiligo, die sich durch weisse oder dunkle Flecken auf der Haut zeigen. Durch das Auftragen einer Lotion oder Creme könnte die Pigmentproduktion an den entsprechenden Stellen angekurbelt oder gedrosselt werden. Eine weitere, sehr wichtige Ebene ist der Sonnenschutz: Durch das Verstärken der Pigmentierung wird ein natürlicher Sonnenschutz aktiviert und das Risiko für schwarzen Hautkrebs gesenkt. 

«Durch das Verstärken der Pigmentierung wird ein natürlicher Sonnenschutz aktiviert und das Risiko für schwarzen Hautkrebs gesenkt.»

Wann werden erste, auf Ihrer Forschung basierende Produkte auf den Markt kommen?
Zusammen mit Investoren sind wir aktuell intensiv mit dem Entwickeln einer Lotion beschäftigt. Ich rechne damit, dass man sie als Kosmetika in etwa einem Jahr in Apotheken, Drogerien, beim Dermatologen oder online erwerben kann.

Das Body & Health Lab

Im Body & Health Lab beschäftigen wir uns mit Gesundheit und Lifestyle aus dem Blickwinkel der Innovation. Welche Technologien, Trends und Therapien sind echte Gamechanger? Was tut sich gerade in der Forschung? Und wer sind die Menschen dahinter? Fundiert recherchierte Artikel geben Auskunft. Unterstützt werden wir dabei von unserem langjährigen Partner Toyota. Auch Toyota ist stets bestrebt, neue Lösungen zu finden und Innovationen voranzutreiben mit dem Ziel, unser Leben und unsere Zukunft besser und nachhaltiger zu machen.

Mehr über das Engagement von Toyota erfahren

Wodurch wird sich die verdunkelnde Lotion von einem herkömmlichen Selbstbräuner unterscheiden?
Tragen wir Selbstbräuner auf, entsteht in der obersten Hautschicht eine chemische Reaktion, wodurch sich die Haut dunkel färbt. Diese Bräune schützt uns jedoch nicht vor der Sonne. Unsere Lotion wird die Melanin-Produktion anregen und dadurch den körpereigenen Sonnenschutz aktivieren.

Vitiligo

Die Entdeckung von Elisabeth Roider könnte zum Behandeln von Pigmentstörungen wie Vitiligo helfen.

Getty Images/Westend61

Viele Menschen wünschen sich eine Pille, die gegen die Sonne schützt und einem das Eincremen erspart. 
Es existiert bereits ein Implantat, das auf den Hormonhaushalt wirkt, die Pigmentierung verändert und auf diese Weise gegen UV-Strahlung schützt. Es hat jedoch nicht unerhebliche Nebenwirkungen und wird daher nur bei sehr seltenen und gefährlichen Erkrankungen angewendet, bei denen Betroffene eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Sonnenlicht aufweisen. Weiter gibt es Betacarotin-Tabletten, welche die Haut verfärben, aber nichts mit der echten Pigmentierung zu tun haben. Eine Pille, die erwiesenermassen ausreichend gegen die Sonne schützt, gibt es aktuell nicht.

Warum ist es so schwierig, eine wirksame Sonnenschutz-Pille herzustellen?
Das Problem bei Pillen, Tabletten oder Spritzen ist, dass die Inhaltsstoffe auf den ganzen Körper wirken und damit auch allfällige Nebenwirkungen den gesamten Körper betreffen können. Cremes und Lotionen hingegen werden nur lokal dort aufgetragen, wo sie wirken sollen.

«Der Sonnenschutz wird in Zukunft nicht nur sicherer, sondern auch anwendungsfreundlicher werden.»

Worauf sollte man beim Kauf von Sonnenschutzmitteln achten?
Auf einen hohen Lichtschutzfaktor. Wir Dermatologen empfehlen den Faktor 50. Zudem sollte man das Produkt gerne auftragen. Es bringt nichts, wenn man eine Sonnencreme zu Hause stehen hat, deren Geruch und Konsistenz man nicht mag.

Welches sind die häufigsten Fehler im Zusammenhang mit Sonnenschutz?
Die meisten Menschen gehen viel zu sparsam um mit den Cremes. Man sollte sie sehr grosszügig auftragen und das Nachcremen nicht vergessen.

Was wird in Zukunft punkto Sonnenschutz auf uns zukommen?
Ziemlich viel. Ich leite eine Forschungsgruppe, die an der Optimierung von Sonnenschutz-Filtern arbeitet und gehe davon aus, dass der Sonnenschutz nicht nur sicherer, sondern auch anwendungsfreundlicher wird. Zudem hoffe ich natürlich, dass wir möglichst bald den Pigment-produzierenden Sonnenschutz-Filter auf den Markt bringen können. Weiter denke ich, der Trend wird weg gehen von der extremen Bräune, hin zu einem natürlichen Hautton. 

am 19. Mai 2022 - 10:00 Uhr
Mehr für dich