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Tech-Gründerin Anastasia Hofmann: «Wir brainstormen beim Apéro»

Anastasia Hofmanns Startup Kitro kämpft mit neuster Technologie gegen ein sehr aktuelles Problem: Food Waste. Wieso es ok ist, wenn man in Frage gestellt wird und in welchen Belangen sie trotz innovativem Geist altmodisch ist, erzählt die 27-Jährige in der Interview-Serie «12 Frauen, 12 Fragen».

Hätte man ihr vor zehn Jahren gesagt, dass sie mit Mitte zwanzig Tech-Unternehmerin sein wird, hätte Anastasia Hofmann nur müde gelächelt. Weil sie ein abwechslungsreiches und internationales Umfeld mit Kundenkontakt suchte, absolvierte sie nach der Matura die École hôtelière de Lausanne. Doch mit der Bachelorarbeit änderte sich alles: Zusammen mit ihrer heutigen Business-Partnerin Naomi MacKenzie entwickelte Hofmann die Idee für einen intelligenten Abfalleimer. Daraus entstand vor zwei Jahren Kitro, ein Startup gegen Foodwaste.

Wie behauptet sie sich in einer Männerdomäne? Wie geht sie mit ihrer Chefrolle um? Und wie entspannt sie nach einem langen Tag im Büro? Wir haben Anastasia Hofmann 12 Fragen gestellt.

 

1) Was ist das Mutigste, das du je gemacht hast?

Unsere Firma mit ziemlich wenig Mitteln und wenig Erfahrung zu gründen. Ich wollte nie Unternehmerin werden, mein Ziel war es in die Hotellerie zu gehen. Etwas Eigenes aufzubauen, hat sich einfach so entwickelt. Wir hatten die Idee während der Uni und konnten uns danach nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu machen. Das Riskante am Ganzen war aber weniger der Schritt ins Unternehmertum als die Art des Business. Wir haben ein Tech-Unternehmen gegründet, ohne selber aus diesem Bereich zu kommen und ohne zu wissen, ob die Technologie wirklich das kann, was wir möchten. Ich lerne immer noch dazu und es ist auch wichtig neugierig zu bleiben.

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2) Was sind deine Grundsätze als Unternehmerin?

Wir wollen das Bewusstsein für das Thema Food Waste schärfen, denn es geht jeden etwas an. Wir möchten Menschen dabei unterstützen, umweltbewusstere Entscheidungen zu treffen. Eigentlich ist das sehr einfach, es erfordert allerdings langfristiges Denken. Was wir heute beschliessen, hat erst viel später eine Auswirkung. Ausserdem ist es uns wichtig, dass wir ein qualitativ hochwertiges Produkt haben. Gewisse Teile kommen zwar aus dem Ausland, aber es wird fast alles in der Schweiz entworfen, entwickelt und zusammengesetzt. 

3) Wie triffst du schwierige Entscheidungen?

Da habe ich leider keinen Geheimtipp. Ich erstelle ganz klassisch eine Pro-Kontra-Liste und schlafe eine Nacht drüber. Wenn man alle Aspekte in Erwägung zieht und sich seine kurz- und langfristigen Ziele überlegt, ist es selten der Fall, dass die Liste kein klares Ergebnis liefert.

4) Wann war ein Tag für dich erfolgreich?

Wenn ich das Gefühl habe, dass ich all meine To-dos erfüllen konnte und Spass mit dem Team hatte. Ich mache sehr gerne Listen. Und auch wenn es dafür inzwischen Tools und Apps gibt, schreibe ich meine Tasks ganz altmodisch auf Papier nieder. Ich finde es schön, wenn ich Erledigtes durchstreichen kann. Es gibt natürlich auch Tage, an denen man nicht so richtig vorankommt. Aber das macht die effizienten Tage nur umso schöner! 

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Sie haben eine Vision, denken quer und scheuen sich nicht vor grossen Herausforderungen. 2020 stellen wir im Interview-Format «12 Frauen, 12 Fragen» jeden Monat eine erfolgreiche Unternehmerin in der Schweiz vor, die uns mit ihrer Power, Eigenständigkeit und Innovationsfreude inspiriert – Werte, denen sich auch Toyota mit seiner weltweit führenden Hybrid-Technologie verschrieben hat. 

5) Welchen Rat hast du für Frauen mit einer Business-Idee?

Von Anfang an mit Kunden zu reden und deren Bedürfnisse zu verstehen. Dazu gehört auch, dass man offen gegenüber negativem Feedback ist. Man muss kritikfähig sein, um zu wachsen. Wir waren sehr jung, als wir anfingen. Ich fand es sehr einfach, Ratschläge anzunehmen von Mentoren, die schon viel mehr Erfahrung haben. Uns war bewusst, dass wir sehr jung sind und noch viel lernen müssen. Trotzdem muss man das eigene Ziel vor Augen behalten und sich überlegen, welche Kritikpunkte einem helfen, dorthin zu kommen.

6) Wo siehst du dein Unternehmen in fünf Jahren?

Natürlich haben wir gewisse Vorstellungen davon, wie wir in Zukunft wachsen möchten. Aber schlussendlich ist es wichtig, dass man flexibel bleibt und sich auch den äusseren Umständen anpasst. Für uns ist nicht nur wichtig, dass wir wachsen, sondern auch wie wir wachsen. Nämlich auf moralische und umweltfreundliche Weise. Man muss sich beispielsweise überlegen, was mit der Hardware passiert, wenn sie kaputtgeht. Bei 40 Geräten, die im Einsatz sind, und 60 weiteren, die bis Ende Jahr verkauft werden, ist das noch überschaubar. Wir haben alle Ersatzteile und können Reparaturen selber vornehmen. 

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7) Wie lädst du deine Batterien auf?

Indem ich schöne Momente mit Freunden geniesse oder ein gutes Buch lese. Sobald ich irgendwo an einem See oder am Meer bin und die Sonne scheint, kann ich Energie tanken. In den Ferien lasse ich das Handy auch mal liegen. Ansonsten bin ich schon immer erreichbar. Früher stresste es mich, wenn ich meine Mails während den Ferien nicht beantworten konnte. Inzwischen haben wir ein Team und wissen, dass andere übernehmen können und die Ferien sind viel relaxter.

8) Was ist dir in deiner Rolle als Chefin wichtig?

Wir haben typisch für Startups sehr flache Hierarchien. Wir sind alle sehr jung und kommen direkt von der Uni. Es gibt keinen CEO, der in einem separaten Büro sitzt. Bei uns ist alles sehr offen und es wird jeder angehalten, seine eigene Meinung einzubringen. Ein kollaboratives Umfeld ist mir wichtig. Am Schluss sind eigentlich immer alle happy mit Entscheidungen, weil sie gemeinsam getroffen wurden. Oft sind wir sowieso gleicher Meinung. Manchmal muss man die anderen überzeugen, manchmal wird man von den anderen überzeugt.

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Auf das erste eigene Büro – hinter der Pflanze versteckt sich Co-Gründerin Naomi Mackenzie – ist Anastasia Hofmann besonders stolz.

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9) Welchen Satz möchtest du in einem Business-Meeting nie mehr hören?

«Das ist nicht möglich.» Diesen Satz mussten auch wir uns oft hören, weil wir nicht den nötigen technologischen Hintergrund hatten. Aber wie man sieht, hat es trotzdem geklappt. Wir haben das Team erweitert und Leute dazu geholt, die jene Fähigkeiten hatten, die uns fehlten. Wenn man etwas wirklich will, dann findet man meistens einen Weg. Er sieht vielleicht einfach anders aus, als man ursprünglich dachte. 

10) Wie gehst du mit Existenzängsten um?

Die plagen mich kaum, denn ich weiss, dass ich auf die Unterstützung von Freunden und Familie zählen kann. Kurz vor der Gründung gab es einen Moment, wo wir weder eine Wohnung noch Geld hatten. All unser Erspartes war für die Firma draufgegangen, und es ging länger als erwartet, bis wir die ersten Investments bekamen. Da wurde es so eng, dass wir bei Leuten auf der Couch übernachtet haben. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie schön es ist, wenn man sich eine Wohnung oder ein WG-Zimmer leisten kann.

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11) Woran hast du letzte Nacht vor dem Einschlafen gedacht?

An gar nichts. Ich war todmüde, weil ich in der Nacht davor schlecht geschlafen hatte. Es fällt mir nicht immer leicht abzuschalten. Work-Life-Balance ist ein ständiges Thema, weil wir ja auch privat befreundet sind und viel miteinander unternehmen. Da ist man dann mit den Gesprächen sehr schnell wieder beim Geschäft. Es kann aber auch sehr motivierend sein, beim Apéro gemeinsam zu brainstormen.

12) Worauf bist du besonders stolz?

Auf das, was wir als Team bis heute erreicht haben. Ein Meilenstein war der Bezug unseres neuen Büros. Davor waren wir im Co-working Space. Es ist toll zu sehen, wie das Team wächst, und einen eigenen Ort zu haben, an dem wir uns entfalten können.

Von Marlies Seifert am 14.09.2020
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