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Präsentiert von Toyota

So besiegte Tanya die Angst, die ihr Leben bestimmte

Sich von ihrer Höhenangst das Leben diktieren lassen? Irgendwann erkannte Tanya Gavrancic, dass das nicht sein darf. In unserer Rubrik «Challenge Accepted» erzählt sie, wie sie ihre Panikattacken überwunden hat – und nun andern dabei hilft, dasselbe zu schaffen.

Tanya Toyota

Jetzt sieht Tanya ganz entspannt die Welt von oben.

Marlies Seifert

Sie zitterte am ganzen Leib, bekam kaum Luft, die Tränen liefen ihr in Bächen die Wangen herunter. Tanya hatte das Gefühl, sie müsse sterben. Im Flugzeug, auf Bergstrassen, auf der Autobahnbrücke. Irgendwann beschloss die Musikmanagerin, sich von ihrer Angst nicht mehr einschränken zu lassen. Heute träumt die 40-Jährige vom Paragliden – und hilft als Life- und Mental Coach anderen dabei, ihre Ängste zu überwinden.

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Tanya, was war deine grösste Challenge?

Durch meine Angst zu gehen und zu erkennen, dass es dahinter eigentlich viel schöner ist. 2013 hatte ich einen Hirntumor. Vor meiner Operation hatte ich Abschiedsbriefe an all meine Liebsten geschrieben. Nach dem erfolgreichen Eingriff war da die Erkenntnis: Es hätte einfach vorbei sein können. Und so viele Sachen, die du eigentlich hättest machen wollen, hättest du nie gemacht. Weil du Angst davor hattest. Es hat dann aber trotzdem noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich meiner Höhenangst bewusst stellte.

«Ich lehnte sogar Jobangebote im Ausland ab, um nicht fliegen zu müssen»

Was war der Wendepunkt, der alles verändert hat?

2017 war ich mit einer Freundin wandern. Als wir mit dem Auto zum Startpunkt hochfuhren, bekam ich eine Panikattacke. Ich zitterte am ganzen Körper, weinte, bekam kaum Luft und dachte, ich muss sterben. Mein Gedanke: Wenn der Fahrer nur einen Fehler macht, dann liegen wir da unten im Wald – tot! Nachdem wir ausgestiegen waren und meine Freundin mich beruhigen konnte, fragte sie mich, ob ich mir wirklich von meinen Ängsten mein Leben diktieren lassen wolle. Der Satz hat mich verfolgt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich klassische Vermeidungsstrategien angewendet. Auf einen Berg steigen? Geht auch ohne! Ferien? Nur an Orten, die auf dem Landweg erreichbar sind! Auch wenn es eine 37-stündige Busfahrt nach Portugal bedeutet. Ich lehnte sogar Jobangebote im Ausland ab! Selbst meinen grössten Wunsch erfüllte ich mir nie: Ich wollte zu meinem 30. Geburtstag auf Hawaii surfen. Aber da fährt halt kein ÖV hin.

«Challenge Accepted» – Die Serie

Die Frauen in unserer Interview-Serie haben eines gemeinsam: Sie haben eine grosse, persönliche Herausforderung gemeistert – und sind dabei auf beeindruckende Weise über sich hinausgewachsen. Hier erzählen sie ihre inspirierenden Geschichten. 

«Challenge Accepted» entsteht gemeinsam mit unserem Partner Toyota. Auch Toyota ist stets bestrebt, mit neuen Innovationen das scheinbar Unmögliche zu erreichen. Eines der gesetzten Ziele: bis 2025 die breiteste Fahrzeug-Palette mit alternativen Antrieben auf dem Markt anzubieten. Warum bei Null aufhören, wenn man darüber hinausgehen kann? Erfahre mehr auf Toyota Beyond Zero.

Was hat dir auf deinem Weg geholfen?

Nach diesem Schlüsselerlebnis habe ich mich nach Flug- und Höhenangst-Seminaren umgeschaut und war komplett überfordert mit der Auswahl. Per Zufall traf ich im Zug einen alten Arbeitskollegen, der mir jemanden empfehlen konnte. Also besuchte ich einen eintägigen Kurs, der einen Besuch auf dem Flughafen Bern-Belp beinhaltete. Die Piloten erklärten mir genau, wie ein Flugzeug funktioniert, welche Geräusche aus welchem Grund entstehen. Das half enorm. Im Anschluss hatte ich eine Coaching-Session. Bei der Wingwave-Methode wird man im Wachzustand in die REM-Schlafphase versetzt. So lösen sich alte Traumata und Ängste. Es war beeindruckend -– schon ein paar Tage später flog ich mit meinem Partner nach Berlin, ohne jegliche Probleme. Und auch andere Ängste hatten sich in Luft aufgelöst. Eigentlich ist Angst ein sinnvoller Schutzmechanismus. Hinter irrationalen Ängsten stecken aber oft viele kleine Negativerfahrungen aus der Kindheit, die sich zu einem grossen Klotz ansammeln und einen blockieren. Ich hatte am Schluss Angst vor der Angst.

Tanya Gavrancic mit Hund Dobby

Hätte sie ihre Flugangst nicht überwunden, hätte Tanya nie ihren Hund Dobby adoptiert.

Marlies Seifert

Wie hat sich dein Leben seither verändert?

Komplett! Ich habe eine neue Freiheit gewonnen. Jetzt bin ich der Boss und nicht mehr meine Angst. Das hat mir wahnsinnig viel Lebensqualität gegeben. Ich glaube, dass auch das Zusammenleben mit mir einfacher geworden ist. Wenige Monate nach der ersten Coaching-Session flog ich nach Spanien, um surfen zu lernen. Seither mache ich jedes Jahr Surf-Ferien. Nächstes Jahr ist endlich Hawaii geplant. 24 Stunden fliegen – vor ein paar Jahren wäre das für mich noch eine völlig absurde Vorstellung gewesen!

«Jetzt bin ich der Boss und nicht mehr meine Angst»

Wann wusstest du, dass du deine Challenge gemeistert hast?

Das war auf einem Rückflug von Marokko. Ich sass am Fernster. Es war ganz früh am Morgen und wir flogen im Sonnenaufgang durch die Wolken – das war so schön, dass ich anfing zu heulen. Ich habe mir gedacht: Wie schön ist diese Welt – und wie wenig habe ich davon gesehen! Mittlerweile sitze ich immer am Fenster und habe eine regelrechte Faszination für Flugobjekte entwickelt. Ich will selber einmal ein Flugzeug oder einen Helikopter fliegen. Zuerst fange ich aber mit dem Paragliden an.

Tanya Gavrancic

Tanyas Blitz-Mittel, Ängste zu vertreiben: Auf das Brustbein klopfen und so die Thymusdrüse dahinter aktivieren.

Marlies Seifert

Was können andere aus deiner Geschichte lernen?

Dass es voll ok ist, nach Hilfe fragen. Und dass man sich nicht dafür schämen muss. Als meine Freundin in einem Moment der Panik voller Güte mit mir umging, da merkte ich: Es ist gar nicht so schlimm, wenn ich meine Schwäche jemandem offenbare. Man zeigt immer nur, wie tough und cool man ist. Wie man alles hinkriegt. Aber alles hinzukriegen und dabei noch Todesängste auszustehen – das ist ultra-anstrengend! All die Energie, die früher für die Angst draufging, kann ich jetzt für schöne Dinge aufwenden. Aus genau diesem Grund habe ich auch meine Wingwave-Ausbildung gemacht: Wenn ich nur einer Person helfen kann, dasselbe zu erreichen, dann hat es sich schon gelohnt.

Von Marlies Seifert am 10.06.2021
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