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Präsentiert von Toyota

Wie Abassia Rahmani mit Carbonbeinen zum Sprint-Star wurde

In unserer neuen Serie «Challenge Accepted» erzählen Frauen von der grössten Herausforderung ihres Lebens – und wie sie diese gemeistert haben. Den Anfang macht Paralympics-Leichtathletin Abassia Rahmani. Sie verlor mit 16 beide Unterschenkel – und holt heute Medaillen im Sprint.

Abassia Rahmani Bahn

Abassia in ihrem zweiten Zuhause: Auf der Tartanbahn der Leichtathletikanlage in Winterthur.

Marlies Seifert

Sie dachte, sie habe nur eine starke Grippe, doch als Abassia Rahmani nach sechs Wochen im künstlichen Koma aufwacht, fehlen ihr beide Unterschenkel. Aufgrund einer bakteriellen Blutvergiftung mussten ihr die Gliedmassen amputiert werden. Sieben Jahre später holt sie ihre erste Medaille an der Leichtathletik-EM in Grosseto. Wie sie das geschafft hat, erzählt sie im «Challenge Accpted»-Interview.

 

Abassia Rahmani Toyota

Seit 2018 ist Abassia Profisportlerin. Im Herbst 2021 beginnt die gelernte Kauffrau zudem ein Sportmanagement-Studium. 

Marlies Seifert
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Abassia, was war deine grösste Challenge?

Mich in meinem neuen Leben mit Carbonbeinen zurechtzufinden. Die erste Zeit im Spital war schwierig. Man stellt sich sinnlose Fragen wie: Wieso genau ich? Was soll das? Es war hart, das will ich nicht beschönigen, aber irgendwie hat es diese Zeit auch gebraucht. Ganz langsam musste ich wieder gehen lernen. Nach einem Dreivierteljahr habe ich mir gesagt: So, Abassia, entweder ganz oder gar nicht! Ein Schlüsselmoment war sicher, als ich einen anderen Patienten gesehen habe, der sogar seine Knie verloren hatte und mit seinen Oberschenkelprothesen eine Treppe hochlaufen konnte. Mein Gedanke: Wenn der das kann, kann ich das auch!

«Ich würde mein Leben, so wie es jetzt ist, gegen nichts eintauschen.»

Wer oder was hat dir auf deinem Weg geholfen?

Zum Glück wurde ich von einem sehr starken Umfeld aufgefangen, das sich nie von mir distanziert hat. Und ich habe irgendwie gelernt, mein eigener Psychologe zu sein. Ich habe immer schon viel nachgedacht. Durch die Erkrankung hatte ich dann deutlich mehr Zeit als eine durchschnittliche 16-Jährige, mich mit mir selbst und dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen. Dadurch bin ich schnell gereift und konnte mir eine starke mentale Basis schaffen. Das hilft mir heute sicher auch im Sport. Ich kann mein rationales Denken sehr schnell einschalten und zu einer Lösung finden. 

«Challenge Accepted» – Die neue Serie

Die Frauen in unserer 12-teiligen Interview-Serie haben eines gemeinsam: Sie haben eine grosse, persönliche Herausforderung gemeistert – und sind dabei auf beeindruckende Weise über sich hinausgewachsen. Hier erzählen sie ihre inspirierenden Geschichten.

«Challenge Accepted» entsteht gemeinsam mit unserem Partner Toyota. Auch Toyota ist stets bestrebt, mit neuen Innovationen das scheinbar Unmögliche zu erreichen. Zum Beispiel als Vorreiter in Sachen individueller Mobilität. Als weltweiter Mobilitätspartner der Olympischen und Paralympischen Spiele 2021 in Tokio möchte Toyota die Vision verwirklichen, allen Menschen Mobilität zu ermöglichen. Denn wenn man sich frei bewegen kann, ist alles möglich.

Erfahre mehr auf Toyota Beyond Zero.

Was war der Wendepunkt, der alles verändert hat?

Der Sport. Ich hatte meinen Körper lange als schwach und weniger leistungsfähig als andere betrachtet. Als ich mit dem Laufen anfing, bekam ich mein positives Körpergefühl und damit auch mein Selbstvertrauen zurück. Ich war immer schon ein Bewegungsmensch, anfangs wusste ich aber nicht, was mit Prothesen alles möglich ist. 2013 habe ich mir dann zum ersten Mal Rennblades untergeschraubt. Das Laufgefühl war so geil – das wollte ich wieder, egal wie abgefahren die Prothesen aussehen! Ich habe dann etwas mehr als ein Jahr auf meine ersten Blades gespart und langsam mit dem Training begonnen. Anfangs hat mir schon nach zehn Minuten alles wehgetan. Ich war davor gut vier Jahre gar nicht mehr gerannt. Meine Muskeln und Sehnen mussten sich erst wieder daran gewöhnen. Nach einem halben Jahr konnte ich normal trainieren, absolvierte erste Wettkämpfe und habe dann relativ schnell gemerkt, dass das auch leistungsorientiert etwas werden könnte. Heute trainiere ich sechs Tage die Woche. 

Abassia Rahmani rennt

Auf der Überholspur: Abassias neues Leben auf Carbonbeinen.

Marlies Seifert

Wann wusstest du, dass du es geschafft hast?

Das muss an den Paralympics 2016 in Rio gewesen sein. Einerseits ging es sportlich mega gut auf, und ich konnte meine Bestleistungen abrufen. Andererseits war die internationale Atmosphäre einfach der Hammer. Dort hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass sich alles noch viel besser entwickelt hat, als ich jemals gehofft hatte. Ich würde mein Leben, so wie es jetzt ist, gegen nichts eintauschen wollen. Ich kann das machen, was ich liebe: Reisen, Sport treiben, interessante Menschen und neue Kulturen kennen lernen. Mein Alltag ist nicht 0815 – und das ist genau das, was ich immer wollte! Auch wenn ich es mir mit 15 vielleicht anders vorgestellt hatte.

«Mein Rat an alle, die eine schwere Zeit durchmachen: Vertraue darauf, dass es irgendwann gut kommt. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen. Aber es kommt gut!»

Abassia Rahmani Blades

«Ein Gefühl wie auf Wolken» - Abassias Rennblades aus Carbon kosten rund 20'000 Franken pro Paar.

Marlies Seifert

Was können andere aus deiner Geschichte lernen?

Selbst in schwierigen Zeiten nicht aufhören zu träumen. Aber dann auch nicht vergessen für den Traum zu arbeiten – von nichts kommt nichts! Ich würde mich selbst als realistischen Menschen mit Tendenz zum Optimismus bezeichnen. Mein Ehrgeiz ist sicherlich eine Eigenschaft, die mir hilft. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann schaff ich das auch. Mein Rat an alle, die eine schwere Zeit durchmachen: Vertraue darauf, dass es irgendwann gut kommt. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen, vielleicht erst in fünf Jahren. Aber es kommt gut!

Von Marlies Seifert am 15.03.2021
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