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  4. Co-Parentin in Patchworkfamilien: 6 Regeln, damit es klappt

Getrennt mit Kind

So arbeiten Ex-Paare als Eltern weiterhin erfolgreich zusammen

Co-Parenting ist eine immer weiter verbreitete Erziehungsform: Sie zielt darauf ab, dass ein ehemaliges Liebespaar als Eltern-Gemeinschaft weiterhin das Wohl des Kindes im Auge behält. Damit dies gelingen kann, müssen Vater und Mutter allerdings ein paar Regeln beachten.

Eltern mit Kind

Aus einem Liebespaar mit Kind wird nach der Trennung im besten Fall ein Team.

Getty Images/Westend61

Wenn eine Liebe zerbricht, ist dies meist mit negativen Emotionen, gekränkten Egos und Ressentiments verbunden. Zerbricht die Liebe eines Elternpaars, dürfen solche Gefühle jedoch nicht die Oberhand gewinnen. Denn Vater und Mutter können sich künftig nicht aus dem Weg gehen: Sie bleiben über ihr Kind stets verbunden. Und sie tun gut daran, im Trennungschaos das Wohl des Kindes nicht aus den Augen zu verlieren.

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In machen Fällen, wenn viele Verletzungen vorhanden sind, läuft es auf das Erziehungsmodell Parallell-Parenting hinaus. Also die parallele Elternschaft, in der jeder Elternteil in seiner Zeit mit den Kindern seine eigenen Regeln festsetzt und die Eltern gemeinsamen Terminen, Events oder Erlebnissen aus dem Weg gehen. 

Der bessere Fall für alle Beteiligten ist es, wenn das Co-Parenting gelingt: also die kooperative Erziehung. Dieses Modell zielt darauf ab, dass Eltern ihre Kinder weiterhin gemeinsam begleiten. Es bedingt grosse Mengen an Flexibilität, Geduld, Kommunikation und Kompromissbereitschaft. Einfach ist das nicht, aber machbar – wenn man diese drei Tipps stets im Hinterkopf behält.

1. Co-Parents ziehen am selben Strick

Co-Parenting kann nur gelingen, wenn sich die beteiligten Parteien auf einen gemeinsamen Weg einigen und einander gegenseitig stützen. «Unabhängig davon, wie sehr Sie Ihren Ex mögen oder nicht, müssen Sie in Bezug auf die Kinder auf derselben Seite stehen. Dazu gehören die guten Dinge, also Feste, Partys und Feiertage aber auch die herausfordernderen Dinge wie Verhaltenserziehung, Konsequenzen und Verantwortlichkeit», sagt Familientherapeutin Jodie Commiato auf dem Gesundheitsportal Mindbodygreen.

Es kann Kindern helfen, wenn Eltern gemeinsame Regeln ausarbeiten, die in beiden Haushalten gelten. So fühlt sich das Kind bei Mama wie auch bei Papa in einem gewohnten Rahmen geborgen und muss nicht beim Wechsel von einem Zuhause ins andere seine Verhaltensmuster und Alltagsrituale ablegen.

2. Direkte Kommunikation führt zum Ziel

Ehrlichkeit und direkte Kommunikation zwischen den beiden Erziehungsberechtigten helfen, Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden. Auf keinen Fall sollten Eltern die Kinder als Nachrichtenübermittler benutzen. Stattdessen sollten sie sich bemühen, den Nachwuchs nicht zwischen die Fronten geraten zu lassen.

Erwachsenengespräche finden zwischen Erwachsenen statt und sie beinhalten Fakten und Notwendigkeiten, keine Vorwürfe. Es lohnt sich, notfalls mit professioneller Hilfe, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und im Austausch mit dem Ex-Partner ganz auf das Kindeswohl zu fokussieren statt auf die eigenen Befindlichkeiten.

Wenn getrennte Eltern es schaffen, ihre Emotionen und verletzten Gefühle gegen einander auf die Seite zu legen und das Kindeswohl ins Zentrum zu rücken, ist dies ein wichtiger Meilenstein für das gelingen des Co-Parentings. Weitere Regeln einer gesunden Kommunikation sind: Sich niemals vor den Kindern negativ über den anderen Elternteil äussern und den Kindern gegenüber als Team auftreten und dasselbe kommunizieren.

3. Erwartungen und Kontrolle loslassen

Wenn Eltern sich trennen wird es zwangsläufig zu herausfordernden Situationen kommen. Wenn allerdings ein Elternteil überhöhte Erwartungen an den anderen stellt, sind Konflikte vorprogrammiert. Sind Erwartungen vorhanden, sollten diese offen ausgesprochen und diskutiert werden.

Wichtig ist, zu akzeptieren, dass man bei gemeinsamem Sorgerecht (in der Schweiz seit 2014 die Regel) nicht mehr auf alle Entscheidungen im Leben des Kindes denselben Einfluss hat. Zwar müssen grosse Entscheidungen – wie etwa ein Schulwechsel – von beiden Elternteilen gemeinsam gefällt werden. Wenn jedoch kleine oder dringliche Fragen des Alltags anstehen, darf der betreuende Elternteil alleine entscheiden. Es ist wichtig, zu akzeptieren, dass man in einem gewissen Bereich die Kontrolle abgibt – und dass das ok ist. Denn der andere Elternteil hat genauso ein Recht, sein Bestes für das Kind zu geben. Vertrauen ist die bessere Basis als Kontrolle und Einmischung.

Nicht allen getrennten Elternteilen fällt es leicht, diese Tatsache anzunehmen. Es hilft, sich vor Augen zu führen, dass man mit der Abgabe der Kontrolle (und damit der Verantwortung) auch Freiheit gewinnt, aus der man das Beste für sich selbst machen darf.

Von KMY am 3. Juni 2022 - 07:09 Uhr
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