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  3. Kommunikation mit Kindern: Was wir unseren Jungs und Mädchen nicht mehr sagen sollten

«Das ist was für Mädchen»

Veraltet: Sätze die Kinder nicht mehr hören sollten

Es gibt Sätze, die wir unbewusst zu unseren Kindern sagen, die nicht die beste Wahl sind. Wir verraten euch, welche Aussagen sich aus dem Wortschatz verabschieden dürfen.

mama und sohn

Gemeinsam lachen, einander verstehen: Die Familie sollte ein Ort ohne Vorurteile und Schubladisierungen sein.

Kinder sollen sich so frei wie möglich entwickeln können. Dazu gehört auch, dass Jungs Rosa und Mädchen Blau mögen dürfen. Doch auch in anderen Bereichen eines Kinderlebens haben sich über die Generationen Sprüche eingeschlichen, die nicht mehr zeitgemäss sind, bzw. noch nie zeitgemäss waren. Es sind Sätze, die wir wahrscheinlich alle schon gesagt haben und die uns im Alltag manchmal einfach herausrutschen. Aber das muss ja nicht für immer so bleiben.

Fünf Dinge, die man zu Jungen nicht sagen sollte:

  • Hör auf zu weinen: Tränen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Ausdruck der Emotionen – und die haben auch Buben. Es ist in Ordnung, zu weinen. Eine Umarmung hilft.
  • Sei ein Mann: Jungs sind noch keine Männer, sondern Kinder. Und auch das Leben als Kind kann hart sein. Unterstützen wir sie doch dabei, Lösungen für Probleme zu finden.
  • Sei kein Angsthase: Angst ist ein Urinstinkt, der nicht abtrainiert werden sollte. Fragen wir doch stattdessen, was ihnen Angst macht und wie wir ihnen helfen können, diese zu überwinden.
junge weint

Weinen ist nicht nur was für Mädchen.

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  • Das ist etwas für Mädchen: Berufswünsche sind nicht nach Gender unterteilt. Statt den Jungen etwas auszureden, können wir nach ihrem Interesse am Ballettänzerberuf fragen. So entstehen spannende Gespräche.
  • Buben spielen nicht mit Puppen: Es scheint akzeptierter zu sein, dass Mädchen Fussball spielen, als dass ein Junge Barbie-Rollenspiele spielt. Warum eigentlich? Lassen wir Kinder doch selbst entscheiden, was sie mögen.

Fünf Dinge, die man zu Mädchen nicht sagen sollte:

  • Du bist so herzig: Auch wenn dieser Satz stimmen mag, sollten Mädchen nicht auf ihr Äusseres reduziert werden. Sie sollen nicht mit der Idee aufwachsen, dass ihr Outfit und ihre Frisur mehr wert sind, als ihr Humor, ihr Grips oder ihre Willenskraft.
  • Beruhige dich/du übertreibst: Emotionen sind manchmal laut und das ist weder hysterisch noch irrational. Trennen wir doch intensive Gefühle von ihrer negativen Konnotation, indem wir in solchen Situationen herauszufinden versuchen, was diese Wut, Freude oder diesen Schrecken ausgelöst hat.
mädchen spielt im dreck

Im Dreck spielen macht nicht nur den Buben Spass.

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  • Sei lieb und nett: Anstand ist genderübergreifend gültig. Immer nett zu sein und zu lächeln ist aber ein wenig hilfreicher Tipp für Mädchen, die zu selbstsicheren Frauen heranwachsen sollen. Immer nett zu sein, weil jemand das von uns erwartet, heisst auch, nicht zu lernen auf den Tisch zu hauen, wenn es angebracht wäre.
  • Gib mir einen Kuss/eine Umarmung: Wir alle wünschen uns ein unversehrtes Leben für unsere Kinder. Dazu gehört ein gutes Körpergefühl und das Wissen darum, wann etwas unangenehm ist. Dies können wir unterstützen, indem wir Kinder selbst entscheiden lassen, wen sie knutschen und schmusen wollen. Da müssen auch Grossmütter und Grossväter durch.
  • Hör auf damit, du machst dich schmutzig: Dass Buben Hosen mit Knieflicken und Schlammflecken tragen, ist allseits akzeptiert. Lassen wir doch auch Mädchen nach Regenwürmern graben oder Stauseen bauen. Die Waschmaschine erledigt den Rest.
Von Edita Dizdar am 20. März 2019