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  4. Regeln im Familienalltag: Tipps und Tricks

Grenzen richtig setzen

Wie viele Regeln braucht ein Kind?

Die Frage im Titel lässt sich natürlich nicht beantworten. Wie viele Regeln ein Kind braucht, hängt von Umständen, Kind und Eltern ab. Wichtiger als die Anzahl der Regeln ist der Umgang damit. Wir haben für euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die euch und euren Kindern helfen, die richtigen Regel aufzustellen und diese auch einzuhalten.

Regeln

Nicht auf die Menge kommt es an, sondern auf die Handhabung der Regeln im Familienalltag.

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1. Regeln positiv sehen

Die Meinung, Regeln beraubten Kinder ihrer Freiheit, ist weit verbreitet. Tatsächlich lohnt es sich jedoch, Regeln aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Denn für Kinder sind Regeln und Grenzen wichtige Leitplanken, die ihnen Halt und Sicherheit geben. Sie strukturieren den Alltag und machen damit das Zusammenleben als Familie einfacher.

2. Regeln brauchen einen Grund

Erklärt eurem Kind, wieso ihr eine Regel aufstellt und was diese bewirken soll. So versteht es, dass nicht willkürliche Verbote und Einschränkungen ausgesprochen werden, sondern alle Regeln einen Zweck erfüllen. Erklärt ihnen, dass Regeln für ihre Sicherheit sorgen und einem respektvollen Umgang dienen. So fühlen die Kinder sich nicht der elterlichen Macht ausgeliefert, sondern vielmehr miteinbezogen in die Gestaltung eines angenehmen Familienlebens.

3. Kommuniziert die Regeln klar

Es könnte helfen, die Tischregeln als Symbolbilder aufzustellen. Oder die Kinder eine schöne Tafel gestalten zu lassen. So könnt nicht nur ihr euch darauf berufen, sondern auch die Kinder dürfen euch auf einen Verstoss hinweisen.

4. Haltet euch selbst an eure Regeln

Vorleben ist eine er wirkungsvollsten Erziehungsmethoden. Wenn ihr vom Kind erwartet, dass es euch nicht unterbrechen soll, lasst es im Gegenzug ebenfalls ausreden. Wenn ihr Ordnung im Kinderzimmer wünscht, lebt sie im Wohnzimmer vor.

5. Wer bestimmt die Regeln?

Es macht Sinn, dass die Eltern gewisse Grundregeln festlegen. Jedoch könntet ihr einen sonntäglichen Familienrat einberufen, um zu besprechen, wie es vergangene Woche mit den Regeln so gelaufen ist. Was man verbessern könnte und welche Regel aus welchem Grund überarbeitet werden muss. Hier dürfen die Kinder mitdiskutieren. Das fördert ihre Selbständigkeit und Motivation.

6. Sind Ausnahmen erlaubt?

Ganz klar. Wichtig ist jedoch, aus welchem Grund eine Ausnahme zustande kommt. Wenn die Umstände es erfordern und man den Regelbruch begründen kann, spricht nichts gegen eine Ausnahme. Wenn jedoch das Kind Druck ausübt und man aus Genervtheit oder Faulheit nachgibt, führt dies dazu, dass das Kind die Regel nicht mehr wirklich ernst nehmen kann.

Von Sylvie Kempa am 4. August 2019