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Gut vorbereitet: Mit diesen Tipps gelingt der Schulstart

Ein Schuleinstieg ohne Ach und Krach: Expertinnen und Experten verraten, worauf zu achten ist, damit es nach den Sommerferien flutscht – von der Vorbereitung bis zum Umgang mit dem ersten Durchhänger.

Kinder im Klassenzimmer

Bei den meisten Kinder ist die Vorfreude auf den Schulbeginn gross.

Getty Images

Gut vorbereitet: «Du schaffst das!»

Schon jetzt lässt sich gaaanz unauffällig vorspuren für einen flotten Start ins neue Schuljahr. Einzig eure positive Grundhaltung der Schule gegenüber ist dazu nötig. Dies besonders, wenn bei eurem Kind der allererste Schultag bevorsteht. «Wenn Eltern das Kind gluschtig machen, ihm nicht etwa vom Ernst des Lebens erzählen, freut sich auch das Kind», sagt Theresa Zeller. Die Primarlehrerin des Schulhauses Bergli in Horgen ZH unterrichtet seit über dreissig Jahren und weiss: «Die meisten Kinder freuen sich sowieso enorm.» Eures nicht? Dann hilft es, wenn ihr von eigenen guten Erinnerungen erzählt. Das empfiehlt auch Hello-Family-Blogger Andreas: «Sprecht positiv von der Schule und berichtet von eigenen schönen Erlebnissen.» Vorsicht also, wenn ihr eure Schulzeit empfunden habt wie einen Horrorfilm: Übertragt diese Gefühle nicht auf die Kids. Zeller: «Das Kind hat und verdient seine eigene Geschichte.» 

Quält es sich aber mit Sorgen und Ängsten, sollte man nachforschen und darauf eingehen, so Peter Sonderegger, Leiter Abteilung Erziehungsberatung des Kantons Bern. Lehrerin Zeller schlägt vor: «Man kann den ersten Schultag in den Ferien auch schon mal üben.» Wenn das Kind also zum Beispiel Respekt vor dem Schulweg hat, baut es Ängste ab, wenn dieser schon ein-, zweimal abgelaufen wird. Und bei allem gelte: «Man sollte das Kind stets bestärken, ihm sagen: Du schaffst das!» 

Kinder vor der Wandtafel

So viel Spass macht das ABC.

Getty Images/Westend61
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Thek & Co.: Das brauchen die Kids wirklich

Besonders beim Schulthek lohnt sich ein genauer Blick: «Ein schlechter Thek kann Haltungsschäden begünstigen», sagt Physiotherapeutin Marian Ruven. Wichtig sei, dass er möglichst wenig Eigengewicht habe. Seine Grösse ist optimal, wenn die Oberseite auf Schulterhöhe, die Unterseite auf Hüfthöhe ist. Verstellbare Schultergurten stellen sicher, dass er optimal am Rücken anliegt. Lasst euer Kind verschiedene Theks im Laden ausprobieren. «Am besten mit etwas Gewicht drin», sagt Ruven. So sieht man schnell, was sitzt und was nicht. Und irgendwann, wenn die Neulinge der unteren Klassen grösser sind, kommt ja der Moment, in dem ein cooler Rucksack ersehnt wird. Keine Sorge: «Rucksäcke sind nicht per se schlechter», so Ruven. Von Vorteil seien aber ein fester Stoff und mehrere Fächer, damit schwere Dinge nah am Rücken verstaut werden können. So trägt sich das teils beachtliche Gewicht besser. Auch sollten Rucksack wie Thek gut am Rücken anliegen und nicht von den Schultern rutschen.

Und sonst? Was Kinder noch benötigen, variiert teils stark von Schulhaus zu Schulhaus und von Lehrperson zu Lehrperson. Theresa Zellers Schützlinge beispielsweise benötigen kein Etui. Ihre Schule stellt Schreibzeug und einfache Klickboxen zur Verfügung. Turnzeug und Finken allerdings seien meistens verlangt. Und: «Super, wenn alles angeschrieben ist.» 

Mädchen auf dem Schulweg

Ein guter Thek oder Rucksack lohnt sich: «Gerade grössere Kinder», so Physiotherapeutin Marian Ruven, «tragen oft viel Gewicht am Rücken.»

Getty Images

Familien an erster Stelle

Im Coop Hello Family Club geniesst Familie Priorität. Auf hellofamily.ch finden Eltern zahlreiche Tipps und Inspirationen, um den Familienalltag erfolgreich zu meistern. Clubmitglieder kommen zudem regelmässig in den Genuss von tollen Rabatt- und Partnerangeboten. Auch bietet der Hello Family Club viele aktuelle Infos und Ratschläge rund um den ersten Schultag und den Schul-Alltag

Der Tag X ist da: Jetzt bloss kein Gehetze

Dann kommt der grosse Tag. Ein feines Znüni ist gepackt, die Nervosität gross. Die Freude hoffentlich auch. «Schön ist, wenn man diesen Tag etwas besonders begeht», sagt Lehrerin Zeller. «Wenn das Kind gefeiert wird, man zum Beispiel noch ein Erinnerungsfoto macht.» So fühlt es sich stolz und startet leichter. Nehmt euch also am Morgen genügend Zeit, übrigens auch für ein gesundes «Zmorge», wie der Pro Juventute-Elternbrief zum Schulanfang rät.

Wenn dann vor der Schule oder im Klassenzimmer Tschüss gesagt werden muss, ist etwas Abschiedsschmerz bei kleineren Kindern völlig normal. «Der Schuleintritt markiert den Eintritt des Kindes in die Gesellschaft, das ist ein wichtiger Meilenstein», sagt Psychologe Sonderegger. Diesen gelassen anzugehen, dem Kind und sich selbst für diesen Prozess Zeit zu geben, hält er für etwas vom Wichtigsten. Schwierige Abschiede lassen sich besser überstehen, wenn ihr dem Kind versichert, dass es für begrenzte Zeit in der Schule bleibt und ihr es danach wieder abholt. Und Theresa Zeller schlägt vor, ein Kuscheltier als «Beschützer» oder einen schönen Stein als «Kraftstein» mitzugeben.

Und was tun, wenn Nachwuchs und Lehrerin oder Lehrer nicht miteinander können? «Das kommt selten vor. Meistens verehren die Kinder ihre Lehrperson», so Sonderegger. Kommt sie dagegen bei euch nicht so gut an, dann redet nicht vor dem Kind darüber. Es hilft ihm, wenn es spürt, dass die Eltern die Lehrpersonen akzeptieren, so auch Pro Juventute. 

Eine Klasse beim Unterricht im Klassenzimmer

«Gerade Erstklasskinder geben ihrer Lehrperson einen enormen Vertrauensbonus», sagt Leiter der Berner Erziehungsberatung Peter Sonderegger:

Getty Images/Westend61

Gspänlis: Was, wenns mit dem Anschluss harzt?

Sie sind es, worauf sich Schülerinnen und Schüler auch der oberen Klassen oft am meisten freuen... wenn es gut läuft. «Freundschaften sind ein wichtiger Faktor für Resilienz», sagt Peter Sonderegger. Allerdings: Der Bedarf an Freunden sei unterschiedlich. Es gibt Kinder, die mit nur einem guten Gspänli zufrieden sind. Doch was, wenn es harzt mit dem Anschluss? «Dann können Eltern auch die Lehrperson fragen, wer zum Kind passen könnte und dieses mal zum Spielen einladen», empfiehlt Theresa Zeller. Hier lassen sich Brücken bauen, die den Anschluss erleichtern. Allerdings, so Sonderegger, könne man nur unterstützen, mehr auch wieder nicht. Anders verhält es sich, wenn ein Mobbing-Verdacht besteht. Dann muss eingegriffen werden! Mehr zu Mobbing in der Schule lest ihr hier.

Für den Fall, dass es in der Schule nicht recht klappt mit den Gspänlis, verweisen sowohl Primarlehrerin als auch Psychologe auf ausserschulische Möglichkeiten wie Pfadi, Blauring, Sportvereine und so weiter. Auch hier lassen sich Freunde finden. Ausserdem, so Zeller, verleihe es eine Extraportion Selbstvertrauen, Sport zu machen oder auch ein Instrument spielen zu können.

Fröhliche Schulkinder in der Turnhalle

Etwas vom Tollsten am Schulalltag: das Zusammensein mit Gspänlis.

Getty Images/Cultura RF

Im Hort gut aufgehoben: «Wir sind für dich da»

Auch hier, vielleicht ganz besonders, ist eure Haltung matchentscheidend. Martin Grebe, Leiter Betreuung im Zürcher Schulhaus Kügeliloo, stellt fest: «Bei manchen Eltern spüre ich eine gewisse Scham darüber, dass die Kinder im Hort betreut werden.» Sie sei absolut unnötig und sollte unbedingt abgebaut werden. Am besten legen sich ungute Gefühle, wenn ihr euch mit den Hortleuten austauscht, Vertrauen zu ihnen aufbaut. Grebe lädt Eltern auch gern mal zum Mittagessen oder Zvieri in den Hort ein, wenn ein Kind am Anfang noch Heimweh hat. «Das bringt viel, weil ihm so alle gemeinsam das Gefühl geben: Wir sind für dich da!»

Gerade für Kleinere können Horttage streng sein. Allerdings: «Es gibt auch Vierjährige, die meistern das super», so Grebe. Wenn ihr befürchtet, dass es für euer Kind zu viel ist, solltet ihr das Gespräch suchen. «Wir schauen dann, wie wir zusätzliche Möglichkeiten der Ruhe bieten können.» Dass Eltern Probleme ansprechen, sei es, dass ein Kind das Essen nicht mag oder sich sonst nicht wohl fühlt, sei überhaupt zentral. Fast immer finde man eine Lösung.

Die lieben Ufzgi: Erst mal Zvieri essen

Leidige Ufzgi? Nicht immer! «Am Anfang sind Kinder meist stolz, dass sie Hausaufgaben bekommen», sagt Theresa Zeller. Wenn es mit der Zeit doch zähflüssig wird, dann drängt den Nachwuchs nicht gleich beim Heimkommen. Lieber erst Zvieri essen und runterfahren lassen und erst dann, ganz entspannt, nach den Ufzgi erkundigen. «Manche Kinder erledigen gern alles sofort, andere wollen erst spielen», sagt Zeller. So oder so rät sie davon ab, daneben zu sitzen. Lieber erledigt ihr etwas in der Nähe und helft nur bei Fragen.

Auch Hello-Family-Bloggerin Nadja warnt davor, dem Kind etwa die Lösungen zu liefern: «Selbst erarbeitetes Wissen bleibt länger im Gedächtnis.» Und Zeller stellt klar: «Hausaufgaben sind eine Sache zwischen Lehrperson und Kind.» Gibt es Streit, sei das oft ein Hinweis dafür, dass Eltern sich zu sehr einbringen. Was ihr aber tun könnt: einen Rahmen vorgeben. Fragt zum Beispiel: Wo möchtest du arbeiten? Bei kleineren Kindern ist dies selten das eigene Zimmer. Es zieht sie eher in die Nähe der Eltern, wie Bloggerin Nadja feststellt. Das ist auch völlig okay – sofern sie sich dort gut konzentrieren können. 

Kind stützt sich müde auf einen Bücherstapel

Ein kurzer Durchhänger ist normal. Geht es länger, sollten die Gründe gefunden werden.

Getty Images/Westend61

Der erste Taucher: Lustlose Kinder bestärken

Alles hat super begonnen, euer Schützling macht sich jeden Tag fröhlich auf zur Schule und plötzlich: der totale Taucher! Erst mal Entwarnung: «Kurze Durchhänger sind normal», so Peter Sonderegger. «Wir kennen das ja von uns selbst.» Lehrerin Zeller bemerkt oft kurz vor den Ferien, dass ihre Klasse müder wird. Sie rät, ein lustloses Kind besonders zu bestärken, ihm zu sagen: «Weisch, mir ist manchmal auch nicht so drum. Aber wenn du dann dort bist, wird es sicher lässig.» Dauert das Motivationsloch aber an, sollte es erforscht werden. «Mögliche Gründe sind zahlreich», so Sonderegger. Schnell zu reagieren ist, wie erwähnt, bei Verdacht auf Mobbing. Eine andere Ursache könne sein, dass das Kind sich langweile, unterfordert sei. Hier führt ein Gespräch mit der Lehrperson weiter. So oder so: Sie ist die erste Adresse, wenn ein Kind nicht aus seinem Tief herauskommt. Je nach Situation können danach auch Schulpsychologischer Dienst, Erziehungsberatungsstellen oder die Schulsozialarbeit weiterhelfen. 

am 16.07.2020
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