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Präsentiert von Coop

Mutterkühe und ihre Kälber: «Fast wie eine Spielgruppe»

Bei den Rengglis tollen vierzig Kälber aus Mutterkuhhaltung auf den Wiesen herum. Beobachtet vom jüngsten Renggli-Spross, der seinerseits im Vorschulalter ist.

Mutterkühe
Thomas Lüthi

Am Dienstagmorgen früh um 2.30 Uhr ging es los. «Sarina hat im Stall so laut gemuht, dass wir das mitten in der Nacht im Schlafzimmer hörten. Da wusste ich: Es ist so weit!», erinnert sich Peter Renggli am darauffolgenden Donnerstag. Sarina ist eine seiner 45 Mutterkühe, und ihr lautes Muhen war ein positives Zeichen – eine Stunde nach dem nächtlichen Alarm war ihr Kälbchen geboren.

Familie Renggli auf ihrem Hof

Yvonne, Peter und Junior Lukas Renggli mit Berner Sennenhündin Bella beim Familienporträt vor dem Aussenstall in Grossdietwil LU.

Thomas Lüthi
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Auf dem Hof von Peter und Yvonne Renggli Koller, beide 46, in Grossdietwil LU ergreift gleich der vierjährige Sohn Lukas das Wort und sagt: «Kommt mit, wir zeigen euch Sarina.» Für den Junior ist die Geburt eines Kalbes noch immer aufregend, obwohl auf ihrem Mutterkuhhof fast jede Woche ein Junges zur Welt kommt. Er hat die Aufgabe, sich Namen für die Kleinen auszudenken. «Das ist der Steffu», stellt er das Frischgeborene stolz vor. Oder offizieller: Stefan.

Mutterkühe und Kälber

Auf drei Weiden des Betriebs der Rengglis befinden sich die Mutterkühe und ihre Kälber.

Thomas Lüthi

Gemeinsam spazieren Peter und Yvonne Renggli von Weide zu Weide auf ihrem 26 Hektar grossen Betrieb in Grossdietwil. Ursprünglich führten sie hier ihren Hof mit Milchkühen. 2013 wussten sie, dass sie den Stall hätten umbauen müssen, um weiterhin die Anforderungen zu erfüllen. Sie entschieden sich, von Milch auf Fleisch umzusatteln. Das frühmorgendliche Melken vermisst Peter Renggli nicht. Mit dem Wechsel der Ausrichtung war auch klar: Sie wollen auf Mutterkuhhaltung setzen. «Das war uns von Anfang an sympathisch.»

Mutterkuh Schweiz

Der Verein Mutterkuh Schweiz setzt sich für die Mutterkuhhaltung in der Schweiz ein und engagiert sich für tierfreundliche und hochwertige Qualitätsprodukte. Das Fleisch aus der Mutterkuhhaltung wird unter den Markenprogrammen «Natura-Beef» (Rind) und «Natura-Veal» (Kalb) vertrieben. Für die Mutterkuhhaltung werden Fleischrinderrassen eingesetzt. Aus Gras wird Fleisch: Durch die natürliche Fütterung mit Milch, Gras und Heu sowie die Freilandhaltung im Grasland Schweiz entsteht Gourmetfleisch. «Natura-Beef» ist das bedeutendste Schweizer Rindfleischlabel, welches unter den Marken Naturaplan und Naturafarm von Coop in der Schweiz verkauft wird.

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Der Hauptvorteil der Mutterkuhhaltung aus tierethischer Sicht steckt bereits im Namen: Die Kälber bleiben bei ihren Müttern. Wenn alles rundläuft, bringt jede Kuh jährlich ein Kalb auf die Welt. «Das ähnelt manchmal einer Spielgruppe», meint Peter Renggli lachend. Wie eine solche funktioniert, weiss die Familie momentan bestens, weil auch Junior Lukas eine besucht.

Auf der Wiese gleich auf der anderen Strassenseite des Bauernhauses laufen denn auch ständig vier Kälbchen miteinander herum und springen um den Apfelbaum. Meist ist eine ältere Kuh ganz in ihrer Nähe: die Spielgruppen-Aufsicht. Die Freilandhaltung mit Sommerweide und Winterauslauf ist ein wichtiger Bestandteil der Labels von Mutterkuh Schweiz.

Mutterkuh und Kalb

Mutterkühe und Kälber verteilen sich bei Rengglis auf drei Weiden.

Thomas Lüthi

Die Rengglis gehören zu den über 5900 Mitgliedern von Mutterkuh Schweiz, womit sie sich zu den strengen Haltungsbedingungen verpflichten. Eine davon ist die Fütterung. Der Hauptpunkt liegt auf der Hand: Die Kälber erhalten zunächst Muttermilch direkt ab Euter, später auch Gras und Heu. In Grossdietwil heisst dies: «Wir betreiben hier auch Futter- und Ackerbau und produzieren das Tierfutter selbst.» Was auf dem Hof gefressen wird, ist auch auf dem Hof gewachsen – eine natürliche Fütterung ist garantiert. 

Taten statt Worte Nr. 62

Coop Natura-Beef-Rindern geht es besonders gut. Sie wachsen bei ihren Müttern und Altersgenossen in der Herde auf und geniessen viel Auslauf. 

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Aus dieser Haltung stammt das Fleisch der Labels «Natura-Beef» (Rind) oder «Natura-Veal» (Kalb). Für beide Labels ist die Verfütterung von Soja, Palmöl oder Palmfett verboten. «Natura-Beef» ist das bekannteste Schweizer Label und besteht bereits seit mehr als vierzig Jahren. International gilt die Mutterkuhhaltung als die am weitesten verbreitete Form der Fleischproduktion. In der Schweiz wird sie aus historischen Gründen aber noch nicht lange praktiziert, erst seit etwa fünfzig Jahren.

Und plötzlich herrscht bei Lukas wieder Aufregung. Er ruft: «Der Achim, der Achim!» Achim ist das Tier, von dem im Begriff «Mutterkuhhaltung» so explizit nicht die Rede ist. Aber auch das Tier, ohne welches alles hier nicht möglich wäre. Verantwortlich für die Fortpflanzung der 45 Kühe auf dem Hof der Rengglis ist der Muni Achim.

Aus Gras wird Fleisch

Mutterkuhhaltung ist die natürlichste Form der Rindviehhaltung. Das Kalb bleibt nach der Geburt bei der Mutter, im Sommer auf der Weide und im Winter im Stall und Laufhof. Es ernährt sich vorwiegend mit Muttermilch, später zusätzlich mit Gras und Heu. Das Tierwohl und die natürliche Fütterung stehen im Zentrum, unter anderem ist Soja verboten. Die exklusiv bei Coop erhältlichen Label Natura-Veal und Natur-Beef sind garantiert aus Mutterkuhhaltung.

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Ein Stier verfügt über ein ganzes Harem an Kühen. Die meisten von ihnen sind nicht auf dem Hof aufgewachsen, genauso wenig wie Achim. Die Kälber ihrerseits stammen im Normalfall schon vom Hof. Ist ja der Sinn und Zweck des Ganzen.

Auch bei der Mutterkuhhaltung steht allerdings irgendwann die Trennung an. «In der Regel ist dies nach rund zehn Monaten der Fall», erklärt Renggli und verweist darauf, dass dies der natürliche Rhythmus sei. «Normalerweise bringen Kühe einmal pro Jahr ein Kalb zur Welt. Dieses wird von der Mutterkuh im Herdenverbund grossgezogen. Nach rund zehn Monaten braucht die Mutterkuh jedoch Zeit, um sich auf die nächste Geburt vorzubereiten. Dann interessiert sie sich nicht mehr so sehr für ihr Kalb.» Rekord-Mutterkuh auf dem Hof ist übrigens Jana, die über die Jahre bereits 16 Kälber geboren hat.

Drei Fragen an Coop-Metzger Christoph Muff

Christoph Muff

Christoph Muff

ZVG

Was ist der Kundschaft beim Fleischkauf wichtig?

Frische und Qualität an der Coop Metzgerei-Theke sowie ein grosszügiges Selbstbedienungssortiment sind für unsere Kundinnen und Kunden sehr wichtig. Zusätzlich legen sie wert auf eine tierfreundliche Haltung. Ausserdem schätzen unsere Kundinnen und Kunden eine freundliche, kompetente Beratung sowie pfannenfertige Spezialitäten, welche wir täglich frisch herstellen.

Ganztierverwertung – «vom Schnörrli bis zum Schwänzli» – liegt im Trend. Wie wird man diesem Kundenwunsch gerecht?

«Nose-to-Tail» ist mehr als ein Trend. Wir stehen in der Verantwortung, alle Fleischstücke zu verwenden. Mit immer mehr Rezepten und Kochideen für «Special Cuts» sowie neuen Produktinnovationen gehen wir auf diese Entwicklung ein. Speziell das Sortiment von verarbeiteten Fleischspezialitäten stösst zurzeit auf grosses Kunden-Interesse und wird von Coop stetig ausgebaut.

Wie wähle ich bei der vorherrschenden grossen Vielfalt das «richtige» Fleisch?

Die Selbstbedienung bei Coop ist übersichtlich strukturiert. Label-Produkte wie Coop Naturaplan und Naturafarm erkennt man schnell am Design der Verpackung. Wir als Coop-Metzgerinnen und -Metzger stehen immer beratend zur Seite und helfen gerne, damit Sie zu Hause ein feines Stück Fleisch zubereiten und geniessen können.

am 07.06.2021
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