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  3. Neue Wege gehen: Kinder zeigen wie es geht

Frische Gedanken, neue Wege, ganz viel lachen

Was wir von unseren Kindern lernen können

Kinder können uns ganz schön schlauchen. Und gleichzeitig aus tiefstem Herzen erfrischen. Diese fünf Kinderweisheiten sollten wir uns zwischendurch mal wieder vor Augen führen.

SI Family von Kindern lernen
Von Kindern lernen: Anstatt schnurgerade aus mal wieder durch die Gegend hüpfen. www.plainpicture.com

Sind wir ehrlich: Der Alltag mit Kindern ist anstrengend. Es fängt schon am Morgen beim Aufwecken an («Nein, ich will nicht aufstehen!»), zieht sich über den ganzen Tag («Igitt, das Essen ist grusig!» «XY, hat gesagt, dass...!» «Ufzgi mach ich später») und endet erst, wenn die Kleinen nach ewigem Hin und Her endlich schlafen.

Dann sehen sie zwar zuckersüss aus, doch die Wäsche ist auch noch nicht zusammengelegt und den Küchenboden könnte man wieder mal wischen etc. etc. Irgendwann um elf Uhr legt man sich todmüde ins Bett und am nächsten Tag geht alles wieder von vorne los.

Das ist die eine Seite der Medaille. Nennen wir sie die eher dumpfe. Die andere Seite – und das vergessen wir gern – ist dagegen glänzend hell! Und wir tun gut daran, uns diese immer wieder vor Augen zu führen. Von unseren Kindern können wir wahnsinnig viel lernen. Erinnern wir uns an diese fünf Kinderweisheiten (die Liste kann beliebig erweitert werden):

1. Frische Gedanken aus frischen Augen

«Mama, weshalb schwimmt der Mond am Tag im Himmel?», «Dieser Busch sieht aus wie ein Kamel», «Der alte Mann hat aber viele hässige Falten», «Wie geht dieses Lied schon wieder: Alpha Romea Via Plantscha?» Wer mit Kindern zusammenlebt, bekommt fast täglich die kuriosesten Sätze und Gedanken serviert. Aus einem völlig anderen Blickwinkel. Zum Nachdenken, zum Lachen, zum Diskutieren. Ganz im Sinne des französischen Künstlers Francis Picabia: «Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.»

Kinder Lachen Haengematte
Wieder mal aus tiefstem Herzen lachen. Plainpicture

2. Neue Wege gehen – weg vom festgestampften Pfad

Habt ihr schon mal beobachtet wie Kinder gehen? Höchstens für ein paar Sekunden laufen sie geradeaus, bevor sie wieder einen Schlenker ziehen, auf dem Randstein balancieren, sich umdrehen, zurücklaufen, nach vorn im Zickzack, im Kreis oder rückwärts. Im Krimi-Bestseller «Fräulein Smillas Gespür für Schnee» realisiert die clevere Detektivin anhand der schnurgeraden Schritte eines Kindes, dass dieses bedroht und schliesslich in den Tod gedrängt wurde.

Gesunde Kinder gehen in alle Richtungen. Ganz im Gegenteil zu uns Erwachsenen. Im Autopilot trotten wir auf unseren festgestampften Wegen durchs Leben. Graue Autobahnen sind das zuweilen. Hüpft doch mal wieder auf einem Bein zum Briefkasten! Oder steht rückwärts auf die Rolltreppe (nicht bis zum Ende...). Oder klettert mal wieder auf ein Mäuerchen.

3. Streiten und gleich wieder Frieden schliessen

Auch in Sachen Konflikte lösen können wir von unseren Kleinen viel abkupfern. «Du nervst! Du bist blöd! Hau ab!» tönts schnell und fadegrad und bereits fünf Minuten später sind Kinder wieder friedlich miteinander am Spielen. Bei uns Erwachsenen brodeln Unstimmigkeiten manchmal ewig vor sich hin und trotzdem tragen wir diese pseudo-freundliche Maske im Gesicht. Dampf ablassen, ohne dass es ausartet, und dann ist die Sache auch mal geritzt. Wär zwischendurch gar keine schlechte Option, oder nicht?

Kind Lego
Total selbstvergessen, im Jetzt verankert. Davon sollten wir uns täglich eine riesengrosse Scheibe abschneiden. Plainpicture

4. Lachen, viel lachen

Ach ja, der Mani Matter selig hats schon vor Jahrzehnten gesungen: «Warum syt dir so trurig?» Mehr lachen täte uns gut. Kein hämisches, kein zynisches, auch kein hysterisches Gelächter. Einfach dieses frische Kugeln wie aus Kinderkehlen. Aus reiner Lebenslust und Freude.

5. In den Moment vertieft, vollständig Da-sein

Wann ist es mit Kindern eigentlich am Schönsten? Klar, beim Kuscheln, Schmusen, Herzen. Doch vor allem auch dann, wenn das Kind beim Spielen vollständig in den Moment vertieft ist. Total selbstvergessen, im Jetzt verankert. Irgendetwas vor sich hin brabbelnd. Davon sollten wir uns täglich eine riesengrosse Scheibe abschneiden und uns möglichst oft ebenfalls in dieses Jetzt begeben.

Von Maria Ryser am 12. April 2019