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Warnung an alle «Downton Abbey»-Fans

So ist es, an den Drehort deiner Lieblingsserie zu reisen

Unsere Redaktorin ist süchtig nach sogenannten Kostümfilmen und -serien. Darum ist sie an zahllose Originaldrehorte gereist – nur, um jedes Mal enttäuscht wieder vor dem TV zu landen. Nun droht Fans der Serie «Downton Abbey» dasselbe Schicksal.

Highclere Castle

«Downton Abbey»-Fans können bald im Highclere Castle übernachten.

Wikimedia Commons / Richard Munckton
Berit-Silja Gründlers
Berit-Silja Gründlers

Heute hat ja niemand mehr Zeit für nix. Spontan auf einen Kaffee? «Klar, so in zwei Wochen.» Spieleabend? «Jä, ich habe da schon drei Sachen so halb abgemacht. Ich melde mich spontan.» 

Dieser Aktivismus ist mir fremd. Ich habe ganz selten Freizeitstress. Weil mein Umfeld aber immer fürchterlich beschäftigt ist, bleibt mir mehr Zeit, in meine Fantasiewelten abzutauchen. 

Ich gestehe hier und jetzt: Ich bin süchtig nach Kostümfilmen und -serien. Und zwar so richtig.

Mein Herz pöpperlet

Die meisten Produktionen, in denen Charaktere in aufwendigen Outfits durch Schlösser, Burgen oder antike Dörfer rennen (lieber noch reiten), ziehe ich mir rein. «Game of Thrones», «Vikings», «The Crown», «Reign», «Westworld» – ihr erkennt das Muster. Bei Filmen siehts ähnlich aus. Vom «Herr der Ringe» über «Der Hobbit» bis hin zu «Harry Potter» habe ich alles gesehen. Mehrmals.

Natürlich bin ich nicht die einzige, deren Herz pöpperlet, wenn Jon Schnee in Winterfell einreitet oder Gandalf Hobbingen besucht. Die Fan-Communities sind riesig und damit der Fan-Kommerz eine Goldgrube.  

Das war unterwältigend

Dieses Geschäft haben auch die Besitzer der Drehorte gewittert. Abertausende Fans pilgern nach Dubrovnik (Königsmund in «Game of Thrones»), Zillionen lassen sich am Londoner Kings Cross (Gleis 9 3/4 in «Harry Potter») fotografieren und Trilliarden trampelten den kleinen Ort Matamata (Hobbingen aus «Herr der Ringe») in Neuseeland platt.

Und auch ich bin eine von Millionen: Ich marschierte 12 Stunden für einen Blick auf den Schicksalsberg, quetschte mich durch die engen Gassen von Königsmund, ritt an den Bergen von Gondor vorbei, auf denen in «Die Rückkehr des Königs» die Leuchtfeuer gezündet wurden. Und so zwischen uns: das war alles unterwältigend.

Eine Nacht in Downtown Abbey

Da steht man vor einem Turm, eine junge nette Frau philosophiert darüber, wie hier eine total wichtige Szene stattfand und man selber ärgert sich über den Schweissgestank seines Nachbarn. Derweil versucht man irgendwie, irgendetwas zu erkennen. Natürlich erkennt man nichts, nickt aber bestätigend. Nerd-Ehre und so. 

Und auch die Besitzer von Schloss Highclere, der Residenz Downton Abbey aus der gleichnamigen Serie sind nun endlich auf die Idee gekommen, das ein oder andere Pfund aus den Portemonnaies der Fans zu quetschen.

Schlosszimmer werden über Airbnb vermittelt

Fans der Serie erhielten jetzt die wunderbare Botschaft, dass sie schon bald eine Nacht in einem Zimmer des Schlosses verbringen können. 

Die geschäftstüchtige Besitzerin Lady Carnarvon (sie heisst echt so und spielt in keiner Kostümserie mit) und ihr Lord sind natürlich total demütig und «freuen sich unheimlich, die Geschichte und das Erbe von Schloss Highclere an ihre zukünftigen Gäste weiterzugeben», wie sie über die Vermittlungsplattform Airbnb mitteilen lassen.

Buchen kann man den ganzen Spass ab dem 1. Oktober. Als erfahrene Drehort-Pilgerin gehe ich davon aus, dass Fans an besagtem Tag ungefähr fünfzigmal in der Minute ihren Browser aktualisieren müssen, um dann doch kein Zimmer in Downton Abbey zu bekommen.

Sparen wir uns doch lieber den Aufwand, sagen alle Verabredungen in den nächsten Wochen ab und schauen noch einmal alle Folgen der Serie. Zuhause. Wie heisst es so schön: My home is my castle.

Von Berit-Silja Gründlers am 19.09.2019