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«Ich bin nicht die beste Grossmutter»

Margrethe von Dänemark will bis zum Tod Königin bleiben

Im nächsten Jahr feiert Königin Margrethe II. von Dänemark ihren 80. Geburtstag, bald sitzt sie seit 50 Jahren auf dem Thron. An Rücktritt aber denkt sie noch lange nicht, wie sie nun in einem Interview verrät. «Ich bin keine Grossmutter, die sitzt und strickt.»

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2018 ging Margrethe auf Staatsbesuch nach Argentinien. Noch dem Tod ihres Mannes im Frühling 2018 begleitete ihr Sohn Kronprinz Frederik die Königin auf die Reise – weil es zu zweit schlicht einfacher sei, so die Monarchin.

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Königin Margrethe II. von Dänemark ist zwar alles andere als medienscheu. Vielmehr sieht sie den Umgang mit der Öffentlichkeit als ihre Pflicht als Königin. Eine Pflicht, die sie seit bald 50 Jahren erfüllt. Und trotzdem: Ein solch langes und persönliches Interview, wie sie nun der schwedischen Zeitung «Expressen» gegeben hat, ist auch für sie ungewöhnlich. Und dann erst noch im perfekten Schwedisch – immerhin war ihre Mutter, Königin Ingrid, eine schwedische Prinzessin.

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Als fröhlich, elegant, vital und zwischendurch fast etwas scheu beschreibt der Journalist Magnus Ringman die Monarchin während des Gesprächs. Ein Eindruck, den man auch bekommt, wenn Margrethe in der Öffentlichkeit auftritt. Trotz ihres Alters, immerhin feiert sie im kommenden Jahr ihren 80. Geburtstag. 

Sie selbst gibt aber auch zu, dass sich das Alter durchaus ab und zu bemerkbar mache. Man sei rein körperlich nicht mehr zum Gleichen fähig wie früher. «Du gehst langsamer, die Treppenstufen fühlen sich höher an und im Spiegel sieht man, dass die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben. Aber ich fühle mich wirklich nicht viel anders als vor zehn Jahren, auch wenn ich eine alte Frau bin», so die dänische Königin.

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Margrethe von Dänemark im Jahr 1966 mit ihrem - damals noch Verlobten - Henri de Mopezat, dem späteren Prinzgemahl Henrik.

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Kronprinzessin Mary und Kronprinz Frederik übernehmen mehr Aufgaben

Trotzdem: Als Margrethe im vergangenen Jahr ihren Sohn, Kronprinz Frederik, 51, mit auf einen Staatsbesuch nach Argentinien nahm, sahen es viele als ein Zeichen, dass die Monarchin die Krone bald weitergeben wird. Diese Woche wurde ausserdem Kronprinzessin Mary, 47, offiziell zur Reichsvorsteherin in Dänemark ernannt – als erste ehemals Bürgerliche überhaupt.

«Als Reichsvorsteherin wird die Kronprinzessin in Zukunft die Verpflichtungen der Königin als Staatsoberhaupt wahrnehmen können, wenn die Königin verhindert ist», teilt der Hof in einem Instagram-Post mit.

Rücktritt ausgeschlossen

Von vielen wird auch dieser Schritt als Vorbereitung für einen Rücktritt von Margrethe interpretiert. Sie selber aber winkt im Interview ab. Bereits 1990 hielt sie fest, dass sie  bis zum Tod auf dem Thron bleiben wolle. Nun bekräftigt sie, dass sie nicht vorhabe, von dieser Einstellung abzurücken. «Höchstens wenn ich unheilbar krank würde.» Ihre Aufgabe des Lebens aber sei es, Königin zu sein. «Das machst du, solange du lebst.» Und Margrethe hält fest: «Es ist grossartig, dein Leben lang arbeiten zu können.»

«Ich bin keine Grossmutter, die sitzt und strickt»

Sie habe ihre Position als Königin immer geliebt, erzählt die bei ihrem Volk äusserst beliebte Königin im Interview weiter. Dabei scheint sie sich auch damit abgefunden zu haben, dass sie nie so viel Zeit für ihre zwei Söhne Frederik und Joachim hatte, gleich wie nun für ihre inzwischen acht Enkelkinder.

«Ich bin definitiv nicht die beste Grossmutter der Welt», meint sie dann auch selbstkritisch im Interview. Aber sie könne einfach nicht mehr machen. «Ich finde es wunderbar, wenn Grossmütter ihre Enkelkinder oft knuddeln», hält Margrethe fest. Sie selbst aber sei nicht sehr gut darin. «Ich bin keine Grossmutter, die sitzt und strickt.»

Von Thomas Bürgisser am 03.10.2019
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