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König Juan Carlos geht ins Exil

Was geschieht jetzt mit Königin Sofia von Spanien?

König Juan Carlos von Spanien hat angekündigt, ins Exil zu gehen. Wohin er geht, liess er jedoch offen. Und auch, was mit seiner Frau Königin Sofia geschieht.

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König Juan Carlos und Königin Sofia im Jahr 2017 – bei einem ihrer letzten gemeinsamen Auftritte.

Astufoto/Starface

Diese Nachricht überraschte alle: Juan Carlos von Spanien hat einen offenen Brief an seinen Sohn König Felipe publiziert, in dem er ankündigt, ins Exil zu gehen. Der 82-jährige Ex-Monarch, der fast 40 Jahre als König regierte und den Titel auch nach seiner Abdankung 2014 als Ehrentitel behalten durfte, macht seit mehreren Jahren mit Skandalen Schlagzeilen. Aktuell laufen Ermittlungen gegen ihn wegen Schmiergeldzahlungen.

Nun zieht Juan Carlos die Konsequenzen und schreibt an «Majestät, lieber Felipe», dass er entschieden habe, ins Ausland zu ziehen. «Eine Entscheidung, die ich mit tiefem Gefühl, aber mit grosser Gelassenheit treffe», so der König weiter. Er wolle mit diesem Schritt Felipe die Ausübung seiner Arbeit als Staatschef erleichtern. «Ich wollte immer das Beste für Spanien und für die Krone», schliesst er seinen Brief, der auf der offiziellen Website des spanischen Königshauses einsehbar ist.

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Am 18. Juni 2014 dankte König Juan Carlos I. von Spanien zugunsten seines Sohnes König Felipe VI. ab. Bei der Zeremonie anwesend waren auch Königin Sofia (links) und Königin Letizia (rechts).

Getty Images

Was wird nun aus Königin Sofia von Spanien?

Während Juan Carlos seinen Weg also gefunden hat, scheint eine Frau vollkommen vergessen zu gehen: Königin Sofia. Seit fast 60 Jahren ist die Adelige mit dem König verheiratet. Geprägt von einem tiefen Pflichtgefühl stand sie ihm über alle die Jahre treu zur Seite: Als Juan Carlos wesentlich dazu beitrug, Spanien nach der Franco-Dikatatur zu demokratisieren, als es in den 80er-Jahren zu einem versuchten Militärputsch kam, selbst als Affären-Gerüchte die Runde machten.

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Am 14. Mai 1962 heirateten Sophia Margarita Victoria Friederika von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Hannover, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Griechenland und Dänemark und Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias.

Getty Images

Erst nach der Abdankung von Juan Carlos zugunsten seines Sohnes im Jahr 2014 nahmen die gemeinsamen Auftritte von Juan Carlos und Sofia ab. Und seit Juan Carlos sich vor gut einem Jahr ganz von seinen Aufgaben zurückzog, sah man das Ehepaar praktisch nie mehr zusammen in der Öffentlichkeit. Königin Sofia selbst aber ist ab und zu noch – auch wenn aktuell wegen der Coronakrise eingeschränkt – für das Königshaus unterwegs und scheint ihre Aufgaben weiterhin zu lieben. Muss die 81-Jährige nun einmal mehr für Juan Carlos auf alles verzichten?

Die spanische Zeitung «El Pais» will von Quellen erfahren haben, dass Königin Sofia ihren Wohnsitz Zarzuela-Palast in Madrid behalten soll. Offiziell kommuniziert wurde dazu vom spanischen Königshaus jedoch nichts. Aber auch Anika Helm von «Adelswelt» meint auf ihrem Portal: «Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass seine Frau ihn ins Exil begleiten wird. Die Ehe gilt seit Jahren als zerrüttet.» Zudem sei Königin Sofia, im Gegensatz zu ihrem Mann, sehr beliebt in Spanien, so die Adelsexpertin weiter. «Viele ihrer Landsleute sehen sie als gütige und herzliche Landesmutter an. Warum sollte sie ihre Position aufgeben?» Sie vermutet deshalb, dass Sofia weiter Felipe den Rücken stärken und deshalb in Spanien verbleiben wird.

Wohin geht König Juan Carlos?

Gut möglich aber auch, dass der Entscheid, ob Königin Sofia ihren Mann begleitet oder nicht, davon abhängt, in welches Land König Juan Carlos zu ziehen gedenkt. Auch das wurde bisher vom Königshaus offengelassen.

Optionen gibt es einige. Königin Sofia selbst ist zum Beispiel eine gebürtige Prinzessin von Griechenland, ihr Bruder war sogar König von Griechenland. Dieser musste aber 1968 selber ins Exil, weshalb das Heimatland von Sofia wohl für Juan Carlos als neue Heimat wegfällt. Auch eine Prinzessin von Dänemark ist Sofia. Ob aber Königin Margrethe von Dänemark bald zur Dauer-Gastgeberin für Juan Carlos wird, ist fraglich; der Auswanderer aus Spanien könnte ein südlicheres Klima bevorzugen.

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Königin Margrethe von Dänemark neben König Juan Carlos von Spanien. Ein Bild mit Zukunftscharakter? Wohl eher nicht. Auch wenn Margrethe und Königin Sofia miteinander verwandt sind.

Dukas

Eine weitere Option für Juan Carlos wäre Italien. Nach Rom ging 1931 auch Juan Carlos Grossvater, König Alfons, ins Exil, Juan Carlos selbst kam dort 1938 zur Welt. Oder Portugal: Hier verbrachte Juan Carlos als Kind und Jugendlicher oft seine Ferien. Und hier erlebte er wohl den grössten Schicksalsschlag seines Lebens, als sein Bruder nach einer Schussverletzung starb. Anika Helm von «Adelswelt» bringt ausserdem auch die Schweiz ins Spiel. Nach Genf siedelte bereits Juan Carlos Tochter Prinzessin Cristina um. Da jedoch auch hierzulande Ermittlungen gegen Juan Carlos laufen, dürfte das unwahrscheinlich sein.

Allgemein sei dahingestellt, ob Juan Carlos wirklich in Europa verbleiben will – auch wenn hier die Chancen grösser sind, dass er von Sofia begleitet wird. So kommt zum Beispiel auch Marokko als Exilland infrage. Zum dortigen Herrscherhaus pflegte Juan Carlos während seiner Amtszeit immer gute Beziehungen. In Botswana wiederum ging er auch schon auf Safari – und auf Elefantenjagd, was vor einigen Jahren ebenfalls für einen Skandal sorgte. Und nicht zuletzt dürften, aufgrund der gemeinsamen Sprache, auch einige südamerikanische und karibische Länder in Betracht gezogen werden. Spanische Medien wie «El Correro» spekulieren sogar, ob Juan Carlos bereits in die Dominikanische Republik abgereist sei. Wobei hier dann endgültig die Frage im Raum steht, ob Königin Sofia von Spanien mit ihrem Mann mitgeht, hätte sie doch zukünftig den Atlantik zwischen sich und ihren geliebten Enkelkindern.

 

Was würdet ihr an der Stelle von Königin Sofia machen? Juan Carlos begleiten oder nicht? Diskutiert mit in unseren Kommentaren unten.

Von Thomas Bürgisser am 04.08.2020
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