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«TVOS»-Jurorin Anna Rossinelli offen wie nie

«Betrunken fasse ich gerne Leute an»

Als «The Voice of Switzerland»-Jurorin sucht Anna Rossinelli Gesangstalente, für den Kinothriller «Jagdzeit» liefert sie den Titelsong. Hier verrät die Baslerin, wer Muffeli ist, was sie mit Schoko-Bons-Papierli tapezierte – und warum sie als «Grüezi-Mädchen» einst einen Anschiss kassierte.

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Anna Rossinelli, 32, ist ab Mitte Februar wieder auf Tour. Daten unter: annarossinellimusic.com

Jen Ries/HO

Wer hat Ihr Leben musikalisch massiv beeinflusst?
Die Hip-Hop-Band Fugees und deren Leadsängerin Lauryn Hill. Ich war sieben oder acht Jahre alt, als ich die CD mit dem Soundtrack zum Film «Sister Act» bekam. Ab da war ich Mega-Fan, wollte aussehen wie Lauryn, so eine Latzhose wie sie tragen. Ich sah mich total in ihr wieder.

Apropos Latzhose: Ihre peinlichste Modesünde?
Mein Hip-Hop-Look als Zehnjährige. Da trug ich T-Shirts meines Bruders, die mir bis zu den Knien hingen, und man sah nicht, wo oben und unten ist.

Wie hätten Sie als Bub geheissen?
Pablo – der Name meines Bruders.

Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Ferien in Griechenland und ich neben einem Esel stehend.

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Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter da immer zu Ihnen gesagt?
Muffeli – weil man mir auf zehn Meter ansah, wenn ich hässig war. Es war liebevoll gemeint.

Und wie sah Ihr Zimmer als 16-Jährige aus?
Ich hatte damals eine Affinität für Kinder Schoko-Bons und die ganze Tür mit deren Verpackungspapierli tapeziert. Zudem hingen überall Passfotos und an der Decke eine Discokugel.

Ihr Spitzname als Kind?
Anneli.

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Mein liebstes Kleidungsstück: Ich bin total vernarrt in dieses Shirt von Burgunder.

ZVG

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Klar, ich war total verliebt. Wir waren zuerst nur Freunde, ehe wir mal Händchen gehalten und uns Schmützli gegeben haben.

Haben Sie Phobien?
Eigentlich nicht, aber ich trat mal bei einem Fotoshooting in den USA in einem Feld auf einen Frosch – das fühlte sich recht widerlich an. Zum Glück hat ers überlebt.

Ihr grässlichster Urlaub?
All-inclusive-Ferien in Antalya. Meine Mutter bekam sie geschenkt und gab sie an mich und meinen Freund weiter. Das Paket beinhaltete auch Tagesreisen; wir fühlten uns überhaupt nicht frei.

Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Eine sauteure Puppe mit Echthaar. Als ich ihr die Frisur schnitt, freute ich mich mega, meine Mutter dagegen gar nicht.

Ihre liebste Website oder App?
Am häufigsten klicke ich meine eigene an, um Fotos auszuwechseln und Neues reinzuschreiben.

Das Kitschigste, was Sie je gemacht haben?
Ich selbst sehe mich nicht so als Kitschtante, obwohl andere Leute finden, ich hätte sehr viel Kitsch zu Hause.

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Mein Song: Der Track«Without a Parachute» ist der offizielle «Jagdzeit»-Filmsong.

ZVG

Die beste Idee Ihres Lebens?
Nach meiner Ausbildung für ein halbes Jahr nach New York zu gehen, dort zu leben und mein Englisch zu verbessern.

Und die dümmste?
Mir als Siebenjährige einen Hund zu wünschen. Er war gross, ein Hirtenhund, ich konnte ihn nicht an der Leine halten. Meine Mutter brachte ihn wieder zurück auf den Bauernhof.

Welches Geräusch lieben Sie?
Das meines Koshi-Windspiels.

Und welches hassen Sie?
Den Lärm eines Presslufthammers und das Kratzen von Kreide auf der Tafel.

Wovon träumen Sie schon lange, getrauen sich aber nicht, es zu tun?
Bungee-Jumping oder Fallschirmspringen. Wenn ichs am TV sehe, finde ichs megageil. Das Freiheitsgefühl fasziniert mich, aber ich habe extrem Angst.

Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Bei Goldschmuck. Früher sagte ich immer zu meiner Mutter: «Wie kann man nur Goldschmuck tragen?» Heute trage ich selber welchen.

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Mein Talisman: Ein Namens-Armchetteli und dieser Ring, den mein verstorbener Vater einst meiner Mutter schenkte.

ZVG

Wofür bekommen Sie immer wieder Komplimente?
Für meinen Ordnungssinn – und mein Plappermaul. Ich kann gut jede Runde mit Geschichten unterhalten.

In welcher Situation in Ihrem Leben hatten Sie so richtig Schwein?
Als es in dem Haus, in dem ich wohnte, brannte und ich morgens um fünf Uhr vor dem Feuer gerettet wurde.

Was war der unangenehmste Job, den Sie je verrichtet haben?
Als 16-Jährige arbeitete ich als «Grüezi-Mädchen» in einem Sportartikelladen, die 16 Franken Stundenlohn gabs am Ende des Tages bar auf die Hand. Irgendwann begann ich damit, Shirts zu falten und Kunden zu beraten. Der Chef wies mich zurecht, weiter nur «Grüezi» zu sagen.

Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Sehr lustig, sehr offen, und es passiert, dass ich Leute gerne anfasse.

Und: Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Vielleicht tanzen.

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Mein Tick: Ich wackle ständig mit meinem rechten Bein.

Remo Nägeli

Engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Ich bin SOS-Kinderdorf-Botschafterin, unterstützte die ALS Stiftung und die Aidshilfe.

Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit Schoko-Bons und Oishi-Tee.

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen. Was sind Ihre ersten drei Taten?
Dafür sorgen, dass alle Menschen fliegen können, genug Essen haben – und ich würde Trump aus dem Amt jagen.

Sie wären für einen Tag ein Mann. Was probieren Sie aus?
Mit einer Frau schlafen, im Stehen pinkeln und ein Männercafé besuchen.

Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Entweder meine Mutter. Oder meine beste Freundin Jenny.

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Das lese ich gerade: «Stadt der Lügen» von Ramita Navai. Das Buch gibt einen faszinierenden Einblick in den Teheraner Alltag.

ZVG
Von René Haenig am 23.02.2020
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