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  4. Für «Helvetia ruft!»: Doris Leuthard aperölet mit Melanie Winiger

Doris Leuthard über Frauen in der Politik

«Es braucht Mut, sich mit anderen auseinanderzusetzen»

«Helvetia ruft!» und die prominenten Frauen kommen. Die Initiative für Frauen in der Schweizer Politik lancierte gestern mit einem grossen virtuellen Meeting ihre Tour durch die Kantone. Mit dabei war auch die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard. Sie sprach im Vorfeld mit schweizer-illustrierte.ch darüber, was Frauen jetzt einfordern müssen und warum eine gleichgestellte Politik Mut braucht. Besonders von Männern.

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Doris Leuthard setzt sich für mehr Frauen in der Schweizer Politik ein.

ZVG

2019 marschierten die Frauen durch alle Unmöglichkeiten. Beim Frauenstreik demonstrierten schweizweit fast eine halbe Millionen für Gleichstellung, Frauenrechte und gegen das Patriarchat. Wenige Monate später, am 20. Oktober 2019, kam es bei den National- und Ständeratswahlen zu einem historischen Ereignis. Erstmals wurden mehr neue Frauen gewählt als neue Männer. Im Schweizer Nationalrat sind nun 42 Prozent Frauen vertreten. Ein Schritt in die richtige Richtung. 

Aber nur einer reicht beiweitem nicht: Besonders in den kantonalen Parlamenten sind Frauen noch immer massiv in der Unterzahl. Die Initiative «Helvetia ruft!» setzt sich dafür ein, dass in unserem Land mehr Frauen politisieren. Was dem Kollektiv um die Initiantinnen Flavia Kleiner, 30, und Kathrin Bertschy, 40, bereits einmal gelang, soll nun ein zweites Mal funktionieren: Frauen für die Politik mobilisieren. Frauen in der Politik unterstützen.

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Dafür geht «Helvetia ruft!» nun auf Tour durch die Kantone. Innerhalb der nächsten Monate finden in der ganzen Schweiz Informationsveranstaltungen von und für Frauen statt. Gestern Mittwoch fiel der Startschuss im Aargau. Am 11. Mai 2020 geht es in den Kanton Basel-Stadt.

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Na, findet ihr die Bundesrätin?

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Virtuelles Meeting mit prominenter Beteiligung

Immer mit prominenter Beiteilung und natürlich, coronakonform, rein digital. Zum ersten Event loggten sich fast 200 Frauen, darunter Moderatorin Susanne Wille, 46, Musikerin Sophie Hunger, 37, und Schauspielerin Melanie Winiger, 41, ein und bildeten ein grosses motivierendes Gremium für Frauen, auch auf Kantonsebene für politische Ämter zu kandidieren. Zwischenzeitlich mussten die Organisatorinnen sogar den virtuellen Meetingraum vergrössern.

Eine, die weiss, was es heisst, sich in der Politik durchzusetzen, die alle Widrigkeiten kennt, ist die ehemalige CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Die 57-Jährige war sozusagen der Stargast, eine Inspiration für die Frauen im virtuellen Meeting. In ihrer Rede gab sie den Zuhörerinnen wichtige Ratschläge und mutmachende Worte für die politische Karriere mit. Für schweizer-illustrierte.ch beantwortete die Aargauerin dann noch weitere Fragen und machte klar, warum es auch Männer braucht, um Frauen in der Politik stark zu machen. 

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Sprach ihren Zuhörerinnen aus dem Arbeitszimmer motivierende Worte zu: Doris Leuthard.

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Interview mit Doris Leuthard

Was ist ihr Anliegen an in Sachen Gleichstellung an die Schweizer Politlandschaft?
Was immer noch problematisch ist, ist die Lohnungleichheit. Jedes Unternehmen, jeder Arbeitgeber sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein. Frauen können ihren Beitrag leisten, indem sie ihren fairen Lohn einfordern und mit dem Arbeitgeber eine berufliche Perspektive diskutieren.

Wo können die Männer ihren Teil leisten, um mehr Frauen für die Politik auf Kantonsebene zu mobilisieren?
Es ist für alle eine Bereicherung, wenn in der Politik unsere Gesellschaft möglichst breit und repräsentativ vertreten ist. Verschieden Erfahrungen und Lebenswege bereichern und führen zu besseren Resultaten. Es braucht mehr Mut, sich mit Anderen auseinanderzusetzen als einfach seine Meinung konsequent zu vertreten!

Was ist Ihre Hoffnung für die Schweizer Politik, wenn es mehr Frauen gibt, die in den Kantonen aktiv politisieren?
Der Schweiz geht es gut, wenn sich die Mehrheit der Menschen in unserem Land in den politischen Gremien vertreten fühlt und ihre Anliegen ernst genommen und behandelt werden. Es braucht daher die Frauen, welche oft andere Erfahrungen und Prioritäten haben. Wissenschaftlich ist zudem belegt, dass gemischte Teams bessere Resultate bringen!

Von Berit-Silja Gründlers am 07.05.2020
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