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  4. Skistar Mikaela Shiffrin interviewt Roger Federer in Genf

Shiffrin trifft Federer am Genfersee

«Ist Mirka nicht da, gibts für die Kids Cornflakes»

Skistar Mikaela Shiffrin macht Tenniskönig Roger Federer mit Fragen nudelfertig. Er verrät ihr ausserdem, warum er seinen Kindern nur Cornflakes zu essen gibt und wer bei Federers sonntags am liebsten ausschläft.

Roger Federer Mikaela Shiffrin

Heisses Duo am Genfersee: Mikaela Shiffrin bringt Roger Federer mit ihren Fragen ins Schwitzen.

Lorenzo Cicconi Massi

Was für ein Anblick: Tenniskönig Roger Federer, 38, sitzt am Montagnachmittag im Genfer Vorort Bellevue auf einer Schaukel unter einer Esche – und lässt die Beine baumeln. Der Maestro trägt weisse Jeans, einen grauen Kaschmirpulli, die Füsse stecken in weissen Uniqlo-Sneakers. Die Ärmel hochgeschoben, stösst sich Federer mit den Füssen vom Rasen ab – vor und zurück. Hinter ihm glitzert der Genfersee in der Sonne. In der Ferne ragen Alpen und Montblanc in den blauen Himmel. 

Federer ist relaxt. Am Freitag startet sein Herzensprojekt, der Laver Cup, in den Genfer Palexpo-Hallen. Seit 2017 hat er für den Wettkampf zu Ehren seines Vorbilds Rod Laver die Schirmherrschaft inne und ruft das Turnier mit seinem Manager Tony Godsick und ihrer Sportagentur Team 8 ins Leben. Auch Federers künftiger Nachbar am Zürichsee, Milliardär Jorge Paulo Lemann, 80, ist mit an Bord. Federer hat allen Grund, entspannt zu sein.

Der Maestro in Plauderlaune

Und er ist in Plauderlaune. Einer seiner Sponsoren, das Pasta-Unternehmen Barilla, lässt Federer im Garten der am Ufer des Genfersees liegenden pompösen Villa La Réserve schaukeln. Und das an der Seite von US-Skirennfahrerin Mikaela Shiffrin, 24. Sie teilt mit der Tennislegende die Liebe zu Spaghetti Pomodoro.

Während im aktuellen Barilla-Spot der Schweizer auf einer drögen Party einer schönen Blondine (Shiffrin) mit Pasta und selbst zubereiteter Sauce imponieren will, versucht sie, den Tenniscrack am Ufer des Genfersees als Fragestellerin zu beeindrucken.

Roger Federer Mikaela Shiffrin Davide Oldani

Pasta-Trio: Beim Dreh für den Barilla-Spot macht Federer ein Selfie mit Shiffrin und Starkoch Davide Oldani.

ZVG

Start fürs Fragespiel. Erst mal gehts um Pasta. 

«Roger, was ist dein Lieblingsessen?»
Roger Federer: «Barilla Spaghetti Pomodoro!»

«Und welche Pastaform liebst du?»
«Rigatoni. Und Gnocchi. Und Ravioli.»

«Was magst du gar nicht?»
«Schnecken und Froschschenkel, das ist verrücktes Zeug. Probiert hab ichs aber schon.»

Noch eine Frage für Sponsor Barilla. Ob Roger schon mal Pasta zubereitet hat (also so richtig aus Teig). Lange ists her, erinnert sich der Tennis-Champ, und es sei ein ziemlicher Kampf gewesen – bei dem ihm seine Mutter und Mirka geholfen hätten.

Shiffrin schwitzt, wie sie sagt. Liegts an Rogers Nähe? «Nein, nein», beruhigt der. Es sei tatsächlich heiss in der Villa. Jetzt will Shiffrin wissen, welches Gemüse verboten gehört. Federer überlegt: «Meine Mutter sagte mir als Kind, dass Gemüse gesund sei und ich es immer schön aufessen soll – genauso bringe ich es selbst meinen Kindern bei.»

«Die Mädels können Frühstück machen»

Die nächste Frage lockt ihn etwas aus der Reserve:

«Was gibts bei Federers, wenn Mirka nicht zu Hause ist und die Kinder ‹Hunger!› schreien?»
Jetzt schwitzt Federer. «Die Mädels können Frühstück machen, und ich denke, sie kriegen auch Pasta alleine hin …»

Er selbst würde mit seinen vier Kindern wohl ins Restaurant gehen – oder Cornflakes auftischen, wie er gesteht. Aber er weiss: Mirka wäre da nicht gerade begeistert. Apropos Kinder, hakt Shiffrin nach: 

«Liest du ihnen Gutenachtgeschichten vor?»
«Klar, gestern ‹Goldlöckchen und die drei Bären›. Die Kids suchen sich immer ein grosses Buch aus.» 

Gruselgeschichten sind tabu im Hause Federer, denn davon würden die Kinder nachts aufwachen. Und: Spricht Roger versehentlich von Goldlöckchen und den zwei Bären, korrigieren ihn die Kinder rasch, dass es drei Bären sind! Papa Roger kann seinen Kindern keinen Bären mehr aufbinden.

Roger Federer Barillla Mikaela Shiffrin

«Liest du ihnen Gutenachtgeschichten vor?»: Mikaela Shiffrin hatte Spass, Roger Federer mit Fragen zu löchern.

Lorenzo Cicconi Massi

Tischtennis oder Golf?

Ob Mirka Freude daran hat, was Federer als Nächstes verrät? Demnach ist sie es, die sonntags gern mal ausschläft, am liebsten nichts plant, sondern schaut, was der Tag bringt. Ach ja, und er verrät, zumindest grob, wohin es ihn und die Familie urlaubsmässig als Nächstes hinzieht. «Südamerika, aber ich kann nicht mehr sagen, weil Journalisten zuhören», meint Federer grinsend.

Das Frage-Antwort-Match ist geschafft. Im Garten neben der Schaukel noch eine direkte Frage an den Maestro: Würde er sich nach diesem Frage-Antwort-Duell mit Mikaela lieber beim Tischtennis messen oder beim Golfen? «Tischtennis», kommts wie aus der Pistole geschossen. Federer weiss, dass es in Shiffrins Heimat Colorado einen Haufen Golfplätze gibt. Sie könnte also Übung haben. Beim Tischtennis sieht sich Tenniskönig Federer klar im Vorteil.

Von René Haenig am 20. September 2019