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Stars musizieren für Corona-Betroffene

Loco Escrito stellt grösste Show der Schweiz auf die Beine

Ein Konzert in diesem Ausmass hat die Schweiz noch nie gesehen. Fast 100 Schweizer Musikerinnen und Musiker werden über 24 Stunden Betroffenen der Coronakrise unterhalten. Mitinitiant Loco Escrito erklärt im Interview mit schweizer-illustrierte.ch, wie es trotz hunderter Beteiligter trotzdem gelang, alle Sicherheitsmassnahmen einzuhalten.

Loco Escrito, wie bist du auf die Idee von «Alles wird gut» gekommen?
Als ich erste Konzerte absagen musste, bin ich ziemlich schnell auf die Idee eines Livestreams gekommen. Dann hab ich mir überlegt, dass es doch möglich sein müsste, so etwas gemeinsam mit anderen zu machen. Als ich hörte, dass Nik Hartmann und Seven die gleiche Idee hatten, fragte ich sie, ob wir nicht zusammenspannen wollen.

Das heisst, es ist Zufall, dass du das gemeinsam mit deinem «Sing meinen Song»-Kumpel Seven machst?
Ja, total. Wir hatten beide mehr oder weniger zur gleichen Zeit die gleiche Idee. Ansonsten pflege ich mit allen Künstlern, die bei «Sing meinen Song» waren, einen guten Kontakt.

Ihr habt das Projekt in Rekordzeit auf die Beine gestellt. Wie habt ihr das gemacht?
Mit Hilfe einer Kommunikationsagentur haben wir alle Beteiligten angefragt, in unzähligen Videokonferenzen die Bedingungen festgelegt und uns organisiert. Ich bin nicht nur wahnsinnig stolz darauf, dass wir so viele Musikerinnen und Musiker zusammentrommeln konnten, sondern auch, dass das Hallenstadion, das SRF und alle privaten TV- und Radiostationen gratis mitmachen. Ich glaube, so etwas gabs noch nie.

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Kannst du kurz erklären, was ab 12 Uhr genau passieren wird? Dass die Musiker im Hallenstadion auftreten, wird ja kaum möglich sein, auch wenn keine Zuschauer da sind.
Anfangs war das der Plan. Als die Restriktionen immer strenger wurden, merkten wir, dass es nicht funktioniert. Nun wird Nik Hartmann im Hallenstadion sein und sich live in die Proberäume der Musiker schalten. Es wird Live-Gespräche und -Musik geben. Ein grosser Teil der Konzerte wurde allerdings im Voraus aufgenommen, um die Planung zu erleichtern.

Wie sind diese Aufnahmen bei dir abgelaufen?
Erst einmal musste ich meine siebenköpfige Band auf vier reduzieren – es war ja noch ein Kameramann mit im Raum. Und dann haben wir wirklich darauf geachtet, den Sicherheitsabstand so gut wie möglich einzuhalten. Eine seltsame Situation – aber auch spannend. (lacht)

Was bedeutet die Coronakrise für dich persönlich?
Wie alle anderen Musikerinnen und Musiker auch habe ich einige Einbussen. Zum Glück habe ich noch ein kleines finanzielles Polster und einen guten Umgang mit Geld – nicht zuletzt dank meiner Schwester, die meine Buchhaltung macht. Wenn die Konzerte ab Juni auch wegfallen, wird’s eng, dann muss ich mir was überlegen. Aber im Moment ist das absolut zweitrangig. Wir sitzen gerade alle im gleichen Boot und Selbstmitleid ist gerade nicht angebracht.

Spenden für die Betroffenen der Coronakrise

Mit «Alles wird gut» sammeln Schweizer Musikerinnen und Musiker Spenden für Menschen, die von der Coronakrise am stärksten betroffen sind. Die Glückskette setzt die gesammelten Gelder für Einzelpersonen und Familien ein, die unter den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie leiden.

Hier könnt ihr euren Beitrag leisten >>

Die mega Liveshow «Alles wird gut» dauert 24 Stunden, nonstop – von Samstag, 28. März ab 12.00 Uhr bis Sonntag 29. März um 13.00 Uhr. Auf den SRF-Stationen (SRF 3, SRF zwei) und den Privatsendern (Radio24, Radio Argovia, Radio Pilatus, Radio FM1 und Radio32 sowie dem Fernsehsender TV24) wird die Show live im Radio und Fernsehen teilweise übertragen. Weitere Partner für die romanisch-, italienisch- und französischsprechende Schweiz sind RTR, RSI und RTS.

Auf der Website www.alleswirdgut.live wird die Liveshow vollumfänglich gestreamt. 

Von Berit-Silja Gründlers und Sandra Casalini am 28.03.2020
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