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Das wurde aus der «TVOS»-Gewinnerin

Nicole Bernegger: «Ich bin heute genau am richtigen Ort»

2013 gewann Nicole Bernegger die erste Ausgabe von «The Voice of Switzerland». So konnte die Mutter dreier Kinder ihre Karriere als Musikerin so richtig in Gang bringen. Heute, sieben Jahre später, hat sie sich das Leben einer erfolgreichen Musikerin und Geschäftsfrau erarbeitet.

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Mama, Musikerin und verdammt gradlinig: Nicole Bernegger.

Kurt Reichenbach

«Und ‹The Voice of Switzerland› ist ... Nicole Bernegger!» Diese Worte rief Sven Epiney, 48, am 16. März 2013 in die Kamera. Und diese Worte sollten für die heute 42-Jährige einen Wirbelsturm auslösen. Promo, Album, Interviews — Termine, Termine, Termine. Und dann war da ja noch ein ganz kleines Baby. 

Als Nicole Bernegger «TVOS» gewann, war sie im siebten Monat schwanger. Sieben Jahre später ist sie erfolgreiche Musikerin, hat ihr eigenes Plattenlabel und mit ihrem Album «Alien Pearl» ein neues, nicht ganz so kleines, Baby.

Im Interview mit schweizer-illustrierte.ch blickt die Musikerin zurück auf ihre Zeit als Talent bei «The Voice of Switzerland» und die verrückten Jahre seither.

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Nicole Bernegger, wie waren die ersten Monate nach «The Voice» für Sie?
Es war super intensiv. Kurz nach «The Voice» wurde meine Tochter geboren, und nach einer kurzen Babypause war sie viel mit mir unterwegs. Wir hatten Promotermine, Konzerte und haben das Album aufgenommen. Gut war, dass ich schon lange vorher Musik gemacht habe und all die Abläufe kannte. Daher konnte ich das alles mit einer gewissen Gelassenheit nehmen. Wenn meine Tochter aber nicht mit dem Rummel klargekommen wäre, dann wäre sie auf jeden Fall vorgegangen.

Haben Sie je gedacht, dass daraus so eine Karriere entstehen würde?
Ich habe mich einfach treiben lassen, mir gar nichts vorgestellt und immer einen Schritt nach dem anderen genommen. Ich war schon 15 Jahre mit meiner Musik auf Clubbühnen – und nun kam halt die Fernsehbühne dazu. Natürlich habe ich gehofft, dass ich das grosse Publikum von «The Voice» mit meiner Musik langfristig begeistern und mitnehmen kann. Und ich habe das grosse Glück, dass das geklappt hat. Aber wissen kann man so etwas vorher natürlich nicht.

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Nicole Bernegger und ihr Mann Daniel haben drei gemeinsame Kinder.

Roger Hofstetter

Sieger von Castingshows haben es ja zumeist schwierig, sich anschliessend eine Karriere aufzubauen. Was, denken Sie, war bei Ihnen anders?
Das ist eine gute Frage, aber nicht ganz einfach zu beantworten. Meine langjährige Erfahrung war für mich sicherlich hilfreich, denke ich. Ich kenne und liebe die Arbeit mit Musik und bleibe dran, auch wenns mal schwierig wird. Ausserdem konnte ich auf die Unterstützung meiner Familie bauen und habe nun Menschen um mich vereint, die für die gleichen Visionen stehen, und die die Leidenschaft für die Arbeit mit mir teilen. Musik ist Teamsport. Richtig etwas erreichen kann man nur gemeinsam.

Was raten Sie der nächsten Gewinnerin, dem nächsten Gewinner?
Ich weiss nicht, ob ich mir anmassen kann, jemandem einen Tipp zu geben. Jeder muss seinen individuellen Weg gehen. Mein Rat an mich selber wäre: Es ist wichtig, sich treu zu bleiben und ohne Angst zu tun, woran man glaubt und was einen glücklich macht. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Wichtig ist, dass man die Tiefen annimmt, daraus lernt und weiter geht. Konstanz ergibt sich aus dem «Schnauf» und dem Herzblut, die man reinsteckt. Es ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.

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Nicole Bernegger war Rapper Stress' Rezept für den Sieg von «The Voice of Switzerland».

SRF

Würden Sie wieder bei so einer Casting-Show mitmachen?
Keine Ahnung, wie mein Weg ausgesehen hätte ohne «The Voice of Switzerland». Ich stehe heute auf jeden Fall an einem ganz anderen Punkt als damals. Ich habe mein eigenes Label gegründet, ein grossartiges Team um mich vereint und das neue Album «Alien Pearl» in Eigenregie herausgebracht. Da, wo ich jetzt bin, stehe ich genau richtig.

 

Was war das Positive, was das Negative an «The Voice»?
«The Voice» gibt einem die Chance, sich durch das Medium Fernsehen einem breiten Publikum vorstellen zu können. Dass du nur wenige Minuten hast, um die Leute zu packen, ist eine echte Herausforderung, aber es ist auch ein wertvolles Training für jede weitere Bühne. Man lernt, mit viel Druck umzugehen. Ich habe viele Leute kennengelernt, mit denen sich auch später eine Zusammenarbeit ergab. Und ich habe viel über das Musikbusiness gelernt. Nachteilig an der Teilnahme einer Casting-Show ist, dass die Glaubwürdigkeit als Künstlerin leiden kann. Es gibt immer Leute, für die du nur das Produkt einer TV-Show bist. So kann es passieren, dass du potenzielles Publikum nicht erreichst.

Zu welchem Coach würden Sie in der aktuellen Besetzung gehen?
Zu Anna Rosinelli oder zu Noah Veraguth. Das wäre ein Mix aus Bauch- und Kopfentscheidung. Zwischenmenschlich würde die Zusammenarbeit sicher cool werden, und inhaltlich haben beide sehr viel auf dem Kasten. Sowohl Anna als auch Noah haben es geschafft, sich mit einer Konstanz im Musikbusiness zu halten, vor der ich grossen Respekt habe. Ausserdem haben sie sicherlich einige Tipps und Tricks in ihrem Tourköfferli. Ich kann mir auch vorstellen, dass sie eine klare Meinung haben, die Künstlerin oder den Künstler aber mit Umsicht und Offenheit dort abholen, wo das Musikherz schlägt. Das wäre mir bei der Wahl meines Coaches sehr wichtig.

Von Berit-Silja Gründlers am 27.01.2020
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