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Während Nik Hartmann direkt ins Zelt springt, zögert Claudio Zuccolini. Camping mag der Comedian nicht. Für die neue Sendung «Abenteuerlustig» ging er mit seinem langjährigen Freund Nik aber gerne auf Entdeckungsreise. Beim Shooting der Schweizer Illustrierten kuschelte sich das ungleiche Duo bereits mal in den Schlafsack. Sina Albisetti
Abenteuerlustige Buddys Nik & Zucco

Nik Hartmann: «Wir sind zwei Puzzleteile»

Nik Hartmann und Claudio Zuccolini verbindet seit über 20 Jahren eine Männerfreundschaft. Diese intensivieren der Zuger TV-Mann und der Bündner Comedian nun unter abenteuerlichen Umständen – das Duo geht auf Reisen.

Nik Hartmann, 48, legt sich ins Zelt, schlüpft gleich in den Schlafsack, Claudio Zuccolini, 50, zögert. «Ich bevorzuge ein anständiges Bett.» – «Du reist auch mit deinem eigenen Kissen!» Von seinen Bergtouren hat Hartmann gelernt, mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Zuccolini packt lieber vier Jacken für «warm, halb warm, ein viertel warm und drei viertel warm» ein. Gemeinsam tauchen der Zuger TV-Mann und der Bündner Comedian für die neue 3+-Sendung «Abenteuerlustig» in andere Kulturen ein. «Ich wusste: wenn mit einem Reisepartner, dann nur mit ihm», so Hartmann, der als Co-Leiter der Eigenproduktionen TV National bei CH Media das Format einbrachte. «Zucco sagte innert dreier Minuten Ja.» – «Was gibt es auch Besseres?»

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Lästern und necken. «Zucco nervt, dass ich schlanker bin. Ich merke, dass er mich manchmal einfach ansieht und denkt: Wow!»

Kurt Reichenbach

Mit «Abenteuerlustig» habt ihr euch wohl euren Traumjob geschaffen?
Claudio Zuccolini: Eigentlich ja. Ich finde, es ist auch berechtigt, dass wir den Plausch an der Arbeit haben.
Nik Hartmann: Das hat die Unterhaltungsbranche an sich. Wir haben es uns über all die Jahre so erarbeitet, dafür schäme ich mich nicht.

Ihr seid in der Mitte des Lebens …
Claudio: Ich bin eher bitz darüber …

… sucht ihr deshalb das Abenteuer?
Nik: Midlife-Crisis? Überhaupt nicht! Ich habe in meinem Leben nie das Gefühl gehabt, dass ich auf etwas verzichten muss oder dass ich nicht dort stehe, wo ich sein sollte. Gefühlt kommt meine Midlife-Crisis nie.
Claudio: Und eine Midlife-Crisis kostet meistens. Es ist nicht so, dass man damit noch Geld verdient.
Nik: Sagen wir aber so. Die Männerthemen, die einen um die fünfzig kümmern, mit jemandem so besprechen zu können und zu merken, da ist noch ein anderer – das hat durchaus eine therapeutische Note, oder? Das hilft.

Nick Hartmann und Claudio Zuccolini, gemeinsames Zelten in Zuerich, Februar 2021, SI 09/2021

Beim Zelten scheiden sich die Geister. «Ich bin nicht so begeisterungsfähig. Aber Nik hat auch jahrelang geübt», meint Zuccolini.

Kurt Reichenbach

Welche Themen besprecht ihr denn?
Claudio: Aaahhh, da hast du wieder eine Tür geöffnet. Sag einfach nichts!
Nik: Ich glaube, es geht mehr um unsere Erfahrungen und unsere Sicherheiten, die wir im Leben haben und nun zusammen in die Fremde tragen. Und wie wir über uns selber lachen. Das ist eine Stärke, die ich über die Zeit entwickle. Sonst reden wir über Familiensachen, über unsere Normalität. Wir müssen uns nichts vormachen.


Und über Alterserscheinungen?
Claudio: Auch! Auf unserer Reise gibts Aufgaben, die nicht so toll sind. Als wir mit Skiern den Ätna runterfahren sollten, weigerte ich mich. Erstens war ich zu faul, zweitens wusste ich, dass ich wohl hinfalle, einen offenen Bruch am Oberschenkel kriege – und das, nur weil einer gefilmt hat.
Nik: Das sind jetzt die paar Jahre Altersunterschied zwischen uns!


Was war denn zuvor euer grösstes Abenteuer?
Claudio: Unser ganzes Leben, wir mussten so viel wagen. Oder du, Nik, als du deinen guten und renommierten Job beim SRF aufgegeben hast.
Nik: Aber für uns alle ist der Lockdown wohl das grösste Abenteuer, das schlägt alles. Unsere Reisen sollen ja auch fürs TV-Publikum ein Abenteuer sein.

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Claudio hat wieder was gelernt. Beim Daunenschlafsack klappt «reinstopfen».

Kurt Reichenbach

Abseits des Bildschirms sind beide Familienväter und mit ihren Partnerinnen seit der Jugend liiert. Hartmann hat mit seiner Frau Carla drei Söhne, Zuccolini mit Alexzandra zwei Mädchen.

Kennen sich eure Familien?
Gleichzeitig: Ja.
Claudio: Und das möchte ich auch betonen: Es ist immer schaurig herzig, wie Niks Frau in der Zeit, in der wir Jungs unterwegs sind, sich um meine Frau kümmert. Carla nimmt sich Zeit und schreibt von Hand Briefe an Alexzandra. Ich finde das sehr schön.


Wann seid ihr privat das erste Mal auf grosse Reise?
Nik: Ich zog mit meiner damaligen Freundin, meiner heutigen Frau Carla, los. Ich hatte frisch den Autocheck, und meine Eltern haben mir unglaublich grosszügig …
Claudio: … den Bentley deines Vaters …
Nik: … nein, den Golf für die Fahrt in die Bretagne überlassen. Damals gabs noch keine Natels, nur Telefonkabinen und Traveller-Checks.
Claudio: Und Strassenkarten! Ich war mal vier Monate in Paris. Meine erste grosse Reise ging mit 21 nach Amerika, schön im Raucher hinten im Flieger.
Nik: Damals war das Reisen schon das Abenteuer! Um neues Essen, neue Kulturen zu erleben, musstest du noch irgendwohin reisen.
Claudio: Und wenn du mit Nike-Turnschuhen aus dem Shop in San Francisco heimgekommen bist, warst du der Gröss- te. Heute kannst du überall alles haben.
Nik: Jetzt wirst du aber nostalgisch!


Wie habt ihr die Freundschaft über all die Jahre aufrechterhalten?
Nik: Du hast das schön gesagt: Immer, wenn wir uns trafen, konnten wir dort weitermachen, wo wir aufgehört haben. Ich habe immer gespürt, dass ich mich in Claudios Gesellschaft wohlfühle. Ich wusste auch, dass wir fürs TV wie zwei Puzzleteile zusammenpassen.

«Wir reden über unsere Normalität. Wir müssen uns nichts vormachen»

Nick Hartmann und Claudio Zuccolini, gemeinsames Zelten in Zuerich, Februar 2021, SI 09/2021

In der TV-Sendung müssen sie gemeinsame, aber auch individuelle Aufgaben wie Bauchtanzen erfüllen. «Der Preis, den wir bezahlen, ist relativ hoch», meint Hartmann. «Ja, mit viel Schmerz und Entbehrungen verbunden», sagt Zuccolini.

Kurt Reichenbach

Die zwei in ihrem Zelt – schon vergessen sie die Welt. Die Reise-Buddies tauschen nonstop Geschichten aus. «Wir können tipptopp zusammen lachen und vor allem auch lästern», erklärt Zuccolini. «Genau, das ist unser nächstes Format!», ergänzt Hartmann.

Worin unterscheidet ihr euch?
Claudio: Nik weiss einfach sehr viel, was ich immer wieder merken muss.
Nik: So ein Seich! Du weisst einfach nichts, deshalb fällt es auf. Aber ich habe wohl bitzli ein Lehrer-Gen in mir und teile mich gerne mit: «Lueged mal, wie schön! Schaut, das ist xy.»

Gibts auch mal Zoff?
Claudio: Nein, nur ich bin ein bisschen das Problem, weil ich manchmal unglaublich langsam bin. In Russland mussten wir mit jungen Rappern aus Sankt Petersburg Zeilen schreiben. Ich will starten, da kommt er schon: «Ich bin fertig!» Ich sag dann: «Fahr ab!»
Nik: (Lacht.) Das vertrage ich dann auch, das macht eine Freundschaft aus.

Nick Hartmann und Claudio Zuccolini, gemeinsames Zelten in Zuerich, Februar 2021, SI 09/2021

«Abenteuerlustig» Die Reisen der beiden ab Montag, 8. März, um 20.15 Uhr, auf 3+

Kurt Reichenbach
Von Aurelia Robles am 05.03.2021
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