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Vom Snowboarder zum Künstler und Tänzer

Olympiasieger Iouri Podladtchikov tritt zurück

Er feierte zahlreiche Erfolge in der Halfpipe, gewann unter anderem 2014 eine Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Jetzt beendet Snowboarder Iouri Podladtchikov seine Sportlerkarriere und konzentriert sich auf Neues.

Iouri Podladtchikov bei den Sports Awards im goldenen Sessel

Iouri Podladtchikov 2019 bei den Sports Awards.

Thomas Buchwalder

Iouri Podladtchikov ist am Entrümpeln. Bereits hat er eine ganze reihe Pokale entsorgt, weil sie ihm nichts mehr bedeuten. «Es gibt für mich keinen Winter mehr» – mit diesen Worten gibt der Snowboard-Olympiasieger in der «Sonntagszeitung» seinen Rücktritt vom Aktivsport. Wann er genau den Entscheid gefällt habe, wisse er selbst nicht. Aber er wolle seine Karriere nicht in die Länge ziehen, nur um noch einen letzten Contest zu bestreiten. «Kaum weiss ich, dass ich aufhören will, tue ich es auch.»

Iouri Podladtchikov trat erstmals als 14-Jähriger bei den Russischen Meisterschaften 2003 ins Rampenlicht der Snowboardszene. Später wechselte der heute 31-Jährige zum Schweizer Verband und holte für sein neues Heimatland unter anderem vier WM-Medaillen sowie Olympia-Gold in der Halfpipe. Mit dem Sieg an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi feierte er den grössten Erfolg seiner Laufbahn.

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SOCHI, RUSSIA - FEBRUARY 12:  (L-R) Silver medalist Ayumu Hirano of Japan, gold medalist Iouri Podladtchikov of Switzerland and bronze medalist Taku Hiraoka of Japan celebrate on the podium during the medal ceremony for Snowboard Men's Halfpipe on day five of the Sochi 2014 Winter Olympics at Medals Plaza on February 12, 2014 in Sochi, Russia.  (Photo by Paul Gilham/Getty Images)

Iouri Podladtchikov auf dem Höhepunkt seiner Karriere, 2014 in Sotschi.

Getty Images

«Mit der Zeit killt das die Lust, die Freude»

In den letzten Jahren wurde Iouri Podladtchikov dann vom Verletzungspech verfolgt. 2017 riss er sich an den Weltmeisterschaften sein Kreuzband. Später verletzte er sich an der Achillessehne und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Heute sagt er: «Seit dem Kreuzbandriss hatte ich mehr in den Sport hineingesteckt, als dass ich herausnahm. Mit der Zeit killt das die Lust, die Freude.» Trotzdem kämpfte er sich nochmals zurück, bestritt im Januar in Laax einen letzten Wettkampf.

Jetzt aber will Iouri Podladtchikov sich anderen Projekten widmen. Schon seit Längerem macht er auch als Fotograf von sich reden, studierte bis zum Frühling Fotografie in New York. An der Uni Zürich hat er sich ausserdem nun für Kunstgeschichte und Philosophie eingeschrieben. «Ich will fotografieren, aber auch schreiben», sagt der Snowboard-Olmypiasieger. Und: «Ich will Künstler sein. Und noch lieber Tänzer.»

 

Was sagt ihr zum Entscheid von Iouri Podladtchikov? Diskutiert mit in den Kommentaren unten.

Von Thomas Bürgisser am 23.08.2020
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