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Schauspielerin Tanja Lehmann erwartet ihr erstes Kind

«Seit ich schwanger bin, fühle ich mich geschützt»

Tanja Lehmann fand in Berlin ihre grosse Liebe und eine neue Heimat. Jetzt erwartet die Berner Schauspielerin mit ihrem Berliner Partner ihr erstes Kind. Im Interview mit schweizer-illustrierte.ch spricht sie über ihre Schwangerschaft in Zeiten von Corona und darüber, wie sie ihren Körper ganz neu kennenlernt.

Tanja Lehmann schwanger

Die Berner Schauspielerin Tanja Lehmann erwartet bald ihr erstes Kind.

ZVG

Tanja Lehmann, Gratulation zur Schwangerschaft. Wie habt ihr erfahren, dass ihr Eltern werdet?
Ich war Anfang des Jahres auf einem Dreh in der Schweiz und da habe ich plötzlich irgendwie gespürt, dass ich schwanger sein könnte. Mir war ein wenig schlecht, aber das war eigentlich schon alles. Ich habe dann meinen Freund Luis angerufen und ihm das erzählt. Als ic h dann wieder zurück in Berlin war, haben wir sofort einen Test gemacht und der war positiv. Wir waren so glücklich.

In dem Fall habt ihr euch Nachwuchs gewünscht?
Ja, auf jeden Fall. Es ist ein totales Wunschbaby. Wir sind super happy!

Wann ist der Termin?
Im September ist es so weit.

Wisst ihr schon, was es wird?
Ja, ein Mädchen. Aber gibt immer Überraschungen, vielleicht ja auch beim Babygeschlecht. Einen Namen haben wir auch schon, aber den behalten wir für uns.

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Wie habt ihr den ausgesucht?
Es ist ein Name, den ich schon sehr lange im Kopf habe und zum Glück gefiel er Luis auch. Wir haben zwar schon noch Bücher gewälzt, aber an diesen Namen kam kein anderer ran.

Wie erging es dir in den ersten Monaten der Schwangerschaft?
Das erste Trimester war wirklich sehr intensiv. Ich war so müde! Ehrlich, so eine Müdigkeit habe ich noch nie gespürt. Mein Schlafbedürfnis war enorm. Und dann nach zwölf Wochen war das von einem auf den anderen Tag weg und ich hatte total viel Energie. Jetzt bin ich gerade im dritten Trimester und bin sehr gespannt, was das zu bieten hat. 

Tanja Lehmann Christian Martin Schäfer Bernegger und Juric

Gemeinsam mit ihrem Partner Luis und Katze Barney lebt Tanja Lehmann in Berlin.

Joseph Khakshouri

Du bist Yogalehrerin und trainierst selber regelmässig. Wie sieht das aktuell aus?
Wegen der Coronakrise konnte ich in dem Studio, in dem ich neben der Schauspielerei noch unterrichte, sowieso keine Klassen mehr geben. Und auch jetzt sind noch alle Kurse gestrichen. Das ist mir aber irgendwie entgegengekommen. So kann ich mich voll und ganz auf meine Schwangerschaft konzentrieren. Ich habe viel Zeit für mich selber, die ich aber häufig für Yoga und Meditation nutze. 

Musstest du deine Übungen an die Schwangerschaft anpassen?
Ja, das war wirklich interessant. Ich mache ja schon seit vielen Jahren jeden Morgen Yoga und erst als ich schwanger wurde, fiel mir auf, wie ritualisiert das ist. Gewisse Übungen taten mir plötzlich nicht mehr gut oder gingen nicht wegen des Bauches. Es war schön, durch andere Bewegungen meinen Körper auch auf diese Weise neu kennenzulernen. 

Tanja Lehmann schwanger

Während ihrer Schwangerschaft praktiziert die Schauspielerin regelmässig Yoga.

Luis Filippo Welz

Wirst du dich mit Yoga auf die Geburt vorbereiten?
Auf jeden Fall. Ich habe viele Bücher gelesen und mich intensiv damit auseinandergesetzt. Aber ja, ich sage jetzt so schön, wie ich im Kreissaal Atemtechniken anwenden werde und wenn es dann so weit ist, wird eh alles anders sein. Ich nehme es so wie es kommt. Nächsten Monat fangen Louis und ich einen Geburtsvorbereitungskurs an, der gibt sicher auch noch einmal neue Inputs.  Da freue ich mich schon riesig drauf. 

Wie sieht es mit der Schauspielerei während der Schwangerschaft aus?
Aufgrund der Coronakrise fielen die schauspielerischen Engagements von einem auf den anderen Tag komplett weg und bis jetzt wird nur sehr bedingt gedreht hier in Berlin. Zudem müsste ich jetzt Rollen finden, bei denen ich eine Schwangere spielen kann. Das sind natürlich sehr, sehr wenige. Aber das ist okay für mich. Ich geniesse die aktuelle Ruhe sehr. 

Wie plant ihr euren Familienalltag nach der Elternzeit?
Louis und ich sind beide selbstständig, ich als Schauspielerin und Yoga-Coach, er als Fotograf. Das bietet uns natürlich sehr viel Flexibilität für den Familienalltag. Wir möchten beide sehr rasch nach der Elternzeit wieder arbeiten können. Ich freue mich auch schon darauf, wieder an Castings zu gehen und vor der Kamera zu stehen. 

Tanja Lehmann Christian Martin Schäfer Bernegger und Juric

Der Schweizer Schauspieler Christian Martin Schäfer und Tanja Lehmann spielten 2018 in der 3+-Serie «Bernegger & Juric» ein Ermittlerteam.

Joseph Khakshouri

Ihr lebt in Berlin in einer wunderschönen Wohnung mit eurer Katze Barney. Bleibt alles wie es ist?
Ja, wir bleiben mit Barney und dem Kind wo wir sind. Er ist ja fast unser erstes Baby. Ich bin gespannt, wie er das neue Familienmitglied aufnehmen wird. Aber sicher gut, dann hat er noch jemanden zusätzliches zum Kuscheln. 

Stichwort Corona: Wie gehst du mit der Gefahr einer Infektion während deiner Schwangerschaft um?
Die ersten Tage haben mir wirklich Angst gemacht. Ich bin von der Schweiz nach Berlin geflogen und am Flughafen waren schon überall Schilder angebracht. Aber alles war noch so unklar und ich wusste nicht, was da jetzt auf mich zukommt. Das hat sich aber schnell gelegt. Ich fühlte mich ja nach den ersten Monaten so fit und durch die Schwangerschaft auch sehr geschützt. Dennoch sind wir sehr vorsichtig und halten die Massnahmen ein. 

Wie gehst du mit dem Social Distancing um?
Das ist eine gute Frage. Man geht schon etwas allein durch die Schwangerschaft. Meine Freundinnen und ich haben uns immer vorgestellt, wie nah wir uns sein werden, wenn eine von uns schwanger ist. Jetzt kommunizieren wir viel per Whatsapp und wenn wir uns dann mal sehen, sind sie überrascht, wie sehr der Bauch gewachsen ist. Einsam habe ich mich aber nie gefühlt.

Wie gehst du damit um, dass ihr deine Familie im Moment nicht sehen könnt? 
Das hat mir am Anfang grosse Sorgen gemacht. Ich musste auch an die Frauen denken, die in dieser speziellen Zeit gebären mussten. Ich hoffe, so sehr, dass es keine zweite Welle geben wird. Denn dann kann meine Familie das Baby sofort kennenlernen und wir eine schöne Geburt erleben.

Von Berit-Silja Gründlers am 30.05.2020
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