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Das wurde aus der «TVOS»-Gewinnerin

Tiziana Gulino: «Ich brauchte Zeit, um alles zu verarbeiten»

Tiziana Gulino gewann 2014 im Alter von nur 17 Jahren «The Voice of Switzerland». Mit schweizer-illustrierte.ch schaut die Sängerin zurück auf die Höhen und Tiefen seit ihrem Triumph.

Tiziana Gulino

Seit ihrem 

SRF

2014 schaffte Tiziana Gulino die Sensation. Die damals 17-Jährige katapultierte sich quasi vom Kinderzimmer in den Castingshow-Olymp. Im Team von Marc Sway gewann sie «The Voice of Switzerland». Seither hat sich die junge Musikerin ausprobiert. Tizi, wie sich Gulino selber nennt, nutzt die vielen beruflichen Möglichkeiten, die sich ihr bieten. 

Wie die heute 22-Jährige ihre Karriere stets nach ihrem eigenen Rhythmus vorantrieb und ob sie noch einmal an einer Castingshow teilnehmen würde, erzählt Tiziana Gulino im Interview mit schweizer-illustrierte.ch.

The Voice of Switzerland 2014: Tiziana Gulino siegt

Sieg für Team Marc! 2014 sang sich die damals 17-jährige Tiziana zur «Voice of Switzerland».

David Biedert
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Tiziana Gulino, wie waren die ersten Monate nach «The Voice» für Sie?
Wie ein Wirbelsturm aus Erfahrungen. Es ist irgendwie heute sogar noch surreal. Ich kann mich noch erinnern, wie ich spät in der Nacht nach dem Finale in meinem Teenager-Zimmer zu Hause ins Bett ging und am nächsten Morgen, mega früh, stand schon die «Schweizer Illustrierte» bei uns im Wohnzimmer und wir haben ein Homestory gemacht. Ich war todmüde, aber es war grossartig. Nachdem der erste Rummel vorbei war, haben wir erst einmal mit der Plattenfirma überlegt, wie das Album werden soll. Vielleicht haben wir auch etwas zu lang gewartet, aber ich brauchte echt Zeit, um das alles zu verarbeiten. 

Sie waren damals erst 17 Jahre alt. War das vielleicht noch etwas zu jung?
Jein, für «The Voice» hat es voll gepasst. Das hat halt irgendwie meinen Charme ausgemacht. Dass ich so jung und ungezwungen war, war speziell und hat damals den Nerv des Publikums genau getroffen. Andererseits denke ich, dass mir für den Umgang mit dem Beruf als Musikerin ein paar Jahre mehr auf dem Buckel sicher geholfen hätten. Dann hätte ich vielleicht vorher mehr Erfahrungen sammeln können im Umgang mit den Medien und mit dem Business.

Was ist in Ihrem Leben seither alles passiert?
So viel! Das erste Album nach «TVOS» ist rückblickend nicht so sehr Tiziana wie das aktuelle «My Voice». Es war eine wichtige Erfahrung für mich, selber Songs zu schreiben und zu entscheiden, was aufs Album kommt und was nicht. Ich hatte zudem das grosse Glück, dass ich viel für Auftritte gebucht wurde. Ich singe auch immer noch super gerne an Hochzeiten. Und die Engagements bei Musicals wie «Ewigi Liebi» oder der Niederdorfoper sind natürlich auch super Erfahrungen. Dass ich so viele verschiedene Dinge ausprobieren kann, macht mich sehr dankbar.

Was raten Sie der kommenden Gewinnerinnen, dem kommenden Gewinner?
Schwierig, ich kann jetzt nichts empfehlen, das Erfolg garantiert. Es ist, denke ich, wichtig, sein ganz eigenes Tempo zu finden. Sich dort Zeit zu lassen, wo man sie benötigt. Ich habe das gebraucht und ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin will. Man muss sich selber treu bleiben und zu dem stehen, was man macht und sagt. Es ist wichtig, sich nicht blenden zu lassen und den Menschen zuhören, die ehrlich zu einem sind. 

Tiziana Gulino und Freundin Dania

Seit sechs Jahren ist Tiziana mit ihrer Freundin Dania glücklich. Das Paar setzt sich aktiv für die Rechte der LGTBQ+-Community ein.

Instagram / Tiziana Gulino

Oftmals hört man von Castingshow-Siegern ja nichts mehr. Was war bei Ihnen anders? 
Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich wahnsinnig Karriere gemacht habe, aber ich habe viele tolle Erfahrungen sammeln können. Die letzten sechs Jahre waren sehr intensiv, sind schnell vergangen und waren gleichzeitig sehr lang. Ich glaube, ganz ehrlich, dass musikalisch viel mehr hätte laufen können. Aber ich kann nur immer wieder sagen, es mir war wichtig, mir Zeit zu lassen. Ich kann behaupten, dass ich immer 100 Prozent Tiziana geblieben bin und immer im Jetzt gelebt habe.

Würden Sie wieder bei einer Casting-Show mitmachen?
Ja, ich denke schon. Die Erfahrung war so toll. Die Stimmung, die Bühne, die TV-Auftritte, das ist halt auch alles voll mein Ding.

Noah, Büezer-Buebe, Anna oder Antoine: Zu welchem Coach würden Sie in der jetzigen Besetzung gehen?
Vom Musikstil würde ich glaube ich zu Noah gehen. Ich kenne ihn leider nicht persönlich, aber mein Gefühl sagt mir, dass ich bei ihm am besten aufgehoben wäre.

Tiziana Gulino

Ihr neues Album «My Voice» klingt «mehr nach Tizi», sagt die Sängerin.

Noemie Romano
Von Berit-Silja Gründlers am 31.01.2020
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