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Aeschbacher, Kiko, Widmer-Schlumpf

Wenn Promis Promis beschenken

Von Herzen fürs Herz: Kurt Aeschbacher, Kiko und Eveline Widmer-Schlumpf werden an Weihnachten überrascht – farbenfroh, verführerisch und poetisch.Wer ihnen diese originellen Weihnachtsgeschenke macht? Schauen Sie selbst!

Prominente Geschenke, Weihnachten 2020

TV-Ikone Kurt Aeschbacher, Comedian Kiko und alt Bundesrätin Eveline Widerm-Schlumpf lassen sich überraschen.

Geri Born
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Burlesque-Queen Zoe Scarlett zeigt Komiker Kiko in der Zürcher Kosmos-Lounge, wie sie ihr Publikum bezirzt.

Geri Born

Sie verführt, er animiert – und ihr Publikum applaudiert

Andere Leute unterhalten, ist ihr Beruf: Frank Cabrera Hernandez, 35, alias Comedian Kiko animiert sein Publikum in der Schweiz zum Lachen. Zoe Scarlett, 36, verführt als Burlesque-Künstlerin Zuschauer auf der ganzen Welt. Beiden gemein ist, dass sie persönlich mehr Freude verspüren, wenn sie andere beschenken, als selbst beschenkt zu werden. «Ich weiss nicht genau warum, aber ich habe da oft ein schlechtes Gewissen», sagt Kiko.

Seiner alleinerziehenden Mutter habe schlicht das Geld gefehlt, um ihre vier Kinder an Weihnachten zu beschenken. «Eine Flasche Cola auf dem Tisch freute uns aber schon mega.» Kiko erinnert sich noch gut, wie ihm sein älterer Bruder an Weihnachten ein Paar Turnschuhe schenkte. «Er arbeitete dafür extra auf dem Bau.»

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Heute verschenkt Kiko lieber spontan, egal ob extragrosse Hühnereier vom Bauernhof für die Mutter eines Kollegen oder wie kürzlich, als er für sich eine Winterkappe postete und gleich noch zwei seiner Freunde mit einer Kopfbedeckung beglückte. Ebenso spontan hält es auch Zoe Scarlett mit Geschenken. Für Kiko holt die Burlesque-Künstlerin eines ihrer schillerndsten Bühnenkostüme aus dem «Corona-Schlaf». Und dass er besonders Freude am glitzernden Schuh hat, ist nicht falsch zu verstehen. «Da kommt bei mir wohl die Erinnerung an das Turnschuh-Geschenk meines Bruders hoch», lacht Kiko. 

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Der Berner Poet Jürg Halter überrascht alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf mit einem Gedicht.

Geri Born

Poet dichtet für alt Bundesrätin, weil ihm ihre Demut imponiert

Als der Berner Schriftsteller Jürg Halter, 40, Eveline Widmer-Schlumpf, 64, erstmals persönlich trifft, ist sie noch auf der Politbühne aktiv; er rappt als Kutti MC auf Musikbühnen. «Bei einer Zugfahrt fragte sie, ob der Platz neben mir frei ist.» Small Talk, danach vertieft sich die damalige Bundesrätin in die Arbeit. Diese kurze Begegnung aber bestätigt Halters Meinung von der Bündnerin: «Ihre Gewissenhaftigkeit, Kompetenz, Unbestechlichkeit, Kompromissbereitschaft und unaufgesetzte natürliche Freundlichkeit machten sie für mich zu einer der glaubwürdigsten Politikerinnen in diesem Land.»

Seit 2017 setzt sich Widmer-Schlumpf als Pro-Senectute-Präsidentin für ältere Menschen ein. Redet nicht nur von Hilfe und Unterstützung, sondern lebt es vor. In der Vorweihnachtszeit besucht sie Menschen, die sie sonst selten sieht. Gerade in der Pandemie sei es wichtig, Ältere nicht zu vergessen. «Wir können trotzdem beisammensitzen – unter Einhaltung von Vorsichtsmassnahmen wie Maske und Abstand. Wichtig ist, dass der andere spürt, dass ich an ihn denke, und weiss, dass er nicht allein ist.» Halter imponiert diese Haltung. Er schenkt Widmer-Schlumpf deshalb sein Gedicht mit dem Titel «An eine Wand zu sprühen».

«Was willst du mal werden, wenn du gross bist? Ein Staubkorn in der Ewigkeit.»

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TV-Ikone Kurt Aeschbacher im Atelier von Meisterfälscher Wolfgang Beltracchi am Vierwaldstättersee.

Geri Born

Der eine erschafft geniale Kunst, der andere sammelt begeistert

Persönlich begegnen sich Kurt Aeschbacher, 72, und Wolfgang Beltracchi, 69, zum ersten Mal 2015. Da begrüsst die TV-Ikone den «genialen Maler» in seiner Talkshow «Aeschbacher». «Ich war das erste Mal in der Schweiz, und nach unserer Zeit im Knast war es auch die erste Reise ins Ausland.» Wolfgang Beltracchi war 2011 in Deutschland als «Jahrhundertfälscher» zusammen mit seiner Ehefrau Helene verurteilt 
worden. Heute malt er legal in seinem Atelier am Vierwaldstättersee, und seine Kunstwerke sind international gefragter denn je.

unstsammlers hätten sich allerdings schon früher kreuzen können. Denn Aeschbacher und Beltracchi verbindet ein Ort: Barjac (F). Auf dem Markt der kleinen Gemeinde zwischen den Flüssen Cèze und Ardèche stöberte Beltracchi vor Jahrzehnten nach alten Leinwänden, die er für seine Werke benötigte. Und «Aeschbi» besitzt seit Anfang der 1980er-Jahre ein Haus in der Gegend. «Das gibts doch nicht, was für ein Zufall. Die Welt ist wirklich klein», staunen beide.

Fast noch mehr als über Beltracchis gemalten und handkolorierten Linolschnitt der russischen Ballettlegende Vaslav Nijinsky freut sich Aeschbacher, dass er dem Künstler über die Schulter schauen darf. «Ein Atelierbesuch ist etwas vom Spannendsten – und intim, als 
ob man ins Schlafzimmer eines Menschen schaut.»

Von René Haenig am 25.12.2020
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