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Gute Freundin von Prinz Andrew

Wer ist Epsteins «Madame» Ghislaine Maxwell?

Sie ist die Schlüsselfigur im Fall um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein: Ghislaine Maxwell. Die Britin wurde im Zusammenhang der Missbrauchsvorwürfe zahlreicher minderjähriger Frauen festgenommen und soll nun eine Wendung in den Fall bringen, in den auch Prinz Andrew verstrickt sein soll. Wir beleuchten Ghislaine Maxwell, die «Madame» von Jeffrey Epstein.

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Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell an einer Party in New York im Jahr 2005.

Patrick McMullan via Getty Image

«Ghislaine Maxwell ist die Zirkusdirektorin eines Pädophilen-Ringes. Sie ist ein Monster und nun hinter Gittern. Dort gehört sie hin», diese Worte stammen aus einem Interview des Senders «Fox News» mit dem Anwalt von Jennifer Aaroz', eines der Opfer des verurteilen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. 

Die 58-jährige Maxwell soll dem vermeintlich pädophilen Milliardär Jeffrey Epstein, †61, über Jahrzehnte junge Mädchen und Frauen für sexuelle Dienste beschafft haben. Sie habe die Mädchen für Epstein «herangezüchtet», den Missbrauch organisiert und auch daran teilgenommen. 

Doch wer ist Ghislaine Maxwell überhaupt?

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Familie

Ghislaine wurde 1961 in Paris als Tochter des Medienunternehmers Robert Maxwell, †68, geboren und verbrachte einen Grossteil ihres Lebens in Grossbritannien. Ihrem Vater gehörte die «Mirror Gruppe», die unter anderem Zeitungen wie den «Daily Mirror» verlegt. Die Familie galt als eine der reichsten Englands. 

Während seiner Lebzeiten geriet Robert Maxwell immer wieder in Verdacht, für den israelischen Geheimdienst Mossad, den britischen MI6 und die Sowjetunion spioniert zu haben.

Am 5. November 1991 verschwand Robert Maxwell von seiner Jacht «Lady Ghislaine», benannt nach seiner Tochter. Er wurde später nackt geborgen. Es konnte nie geklärt werden, ob es sich bei seinem Tod um Suizid, einen Unfall oder Mord handelte. Es wird aber vermutet, dass er über Bord ging, als er ins Wasser urinieren wollte. 

Nach seinem Tod wurde klar, dass das vermeintlich so wohlhabende Imperium Maxwells kurz vor dem Kollaps stand. Finanzprüfer fanden heraus, dass er die Pensionsgelder seiner Firmen veruntreut hatte, um die Aktien der Mirror Group aufzuwerten.

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Ghislaine Maxwell mit ihrem Vater Robert. 

Getty Images

Netzwerk

Ghislaine Maxwell war zum Zeitpunkt des Todes ihres Vaters 20 Jahre alt, ging auf eine Elite-Universität und verkehrte in höchsten Kreisen. So soll sie auch Prinz Andrew, 61, kennengelernt haben. Trotz des unrühmlichen Niedergangs von Robert Maxwell, schaffte es seine Tochter, sich in der High Society einen Namen zu machen. 

Von Bekannten wurde Ghislaine Maxwell als sehr kommunikativ, sexuell offen und gut vernetzt beschrieben. Sie pflegte Freundschaften zu Donald Trump, 74, Harvey Weinstein, 68, Kevin Spacey, 60, und Bill Clinton, 71. Letzterer lud sie zur Hochzeit seiner Tochter Chelsea, 40, im Jahr 2010 ein. Viele ihrer reichen und berühmten Freunde sollen Teil des Missbrauchs-Rings gewesen und von Maxwell mit minderjährigen Frauen bekannt gemacht worden sein. Darunter auch Prinz Andrew, der sich 2011 an der 17-jährigen Virginia Guiffre vergangen haben soll, die ihm durch Maxwell vermittelt worden sein soll. Für Prinz Andrew gilt die Unschuldsvermutung.

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Ghislaine Maxwell mit Donald Trump.

Patrick McMullan via Getty Image

Aktivistin und Karriere

Durch den Einfluss ihres Vaters konnte sich die Britin schon früh einflussreiche Posten sichern. Als Robert Maxwelll 1991 die Zeitung «New York Daily News» kaufte, schickte er seine Tochter in den Big Apple, um ihn vor Ort zu vertreten. Nach dem Tod ihres Vaters kehrte sie für kurze Zeit zurück nach England, zog aber bald wieder nach New York, wo sie im Immobiliengeschäft arbeitet.

2012 gründete die Britin die NGO TerraMar Project zum Schutz der Ozeane. Ghislaine Maxwell hielt zahlreiche Vorträge zu dem Thema. Nachdem klar wurde, dass sie in den Fall Epstein verwickelt war, wurde die Organisation wieder aufgelöst.

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Ghislaine Maxwell (rechts) spricht an einer Podiumsdiskussion darüber, wie Frauen einander als Unternehmerinnen unterstützen sollten.

Getty Images

«Madame» von Jeffrey Epstein

Zu Beginn der 90er Jahre ging Ghislaine Maxwell eine Beziehung mit dem Tech-Milliardär Jeffrey Epstein ein. Die Liaison hielt nur kurz, die beiden blieben aber Freunde. 

Seit 1992 verwaltete Maxwell die Grundstücke und das persönliche Personal von Epstein. In der Netflix-Dokumentation «Filthy Rich — The Jeffrey Epstein Story» berichten zahlreiche junge Frauen, wie sie als Minderjährige von der Britin auf die Anwesen des Tech-Unternehmers gelockt worden seien. Das Muster soll immer dasselbe gewesen sein: Maxwell suchte sich Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen und versprach ihnen entweder Arbeit, Geld oder eine solide Ausbildung. All diese Versprechen endeten im Missbrauch durch Epstein und wohl auch diverse andere mächtige Männer. 

Seit 2015 erhoben zehn Frauen Anklage gegen Ghislaine Maxwell, darunter auch Virginia Ghuiffre, geborene Roberts, die ihr vorwirft, sie als 16-Jährige gemeinsam mit Epstein missbraucht zu haben und sie ein Jahr später an Prinz Andrew für sexuelle Dienstleistungen weitervermittelt zu haben. 

Nach der Verhaftung Epsteins im Juli 2019 verschwand Ghislaine Maxwell von der Bildfläche und wurde vom FBI gesucht. Epstein nahm sich im August desselben Jahres in seiner Gefängniszelle das Leben. Am 2. Juli 2020 wurde die Britin vom FBI schliesslich auf einem Anwesen im US-Staat New Hampshire verhaftet. 

Virginia Ghuiffre sagte nach der Festnahme in einer australischen Zeitung: «Prinz Andrew sollte nun zittern vor Angst. Ghislaine wird ihn ans Messer liefern. Ghislaine interessiert sich für niemanden anderes ausser Ghislaine.»

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Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell am Pferderennen in Ascot.

Tim Graham Photo Library via Get
Von Berit-Silja Gründlers am 07.07.2020
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