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Weltfrauentag 2020

5 Gründe, warum es den Weltfrauentag noch braucht

Der Weltfrauentag und das Thema Feminismus scheiden noch heute die Geister. Dabei gibt es in Sachen Gleichberechtigung noch jede Menge zu tun. Wir liefern fünf Gründe, warum es den Weltfrauentag auch heute noch unbedingt braucht.

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Beim «Women's March One-Year Anniversary: Power To The Polls« Event in Las Vegas demonstrierten Männer und Frauen für Gleichberechtigung.

Bloomberg via Getty Images

Bildung ist noch immer ein Luxus

Dem Global Education Monitoring Report der UN zufolge wächst die Zahl von Mädchen ohne Schulabschluss immer noch Jahr für Jahr. 131 Millionen Mädchen sind demnach nicht oder nicht mehr an einer Schule angemeldet. 32 Millionen von ihnen beenden die Primarschule nicht. Das sind zwei Millionen mehr als 2014. Und 5,4 Millionen mehr, als es bei den Jungs der Fall ist. Das geht aus Daten der World Bank Group hervor. Damit begeben sich die Mädchen in einen Teufelskreis: Kinder aus armen Haushalten bekommen dreimal seltener die Chance auf schulische Bildung, als solche aus reicheren Familien. Ohne eine Ausbildung ist die Chance auf einen besser bezahlten Job allerdings verschwindend gering. 

Die Gleichstellung der Geschlechter hat noch einen weiten Weg vor sich

Besonders in armen Ländern besteht in Sachen Schuldbilung eine grosse Lücke zwischen den Geschlechtern. Ein Bericht von Unicef zeigt auf, dass etwa in Afghanistan trotz ausgeglichener Geschlechterverteilung auf 100 Jungen in der Schule gerade einmal 40 Mädchen kommen. In ländlichen Provinzen sind es oft sogar nur 15 Mädchen auf 100 Jungen. 

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Mädchen sollten keine Bräute sein

Jährlich werden 12 Millionen Mädchen unter 18 Jahren verheiratet. Heruntergerechnet sind das 32 Mädchen pro Minute oder fast eines alle zwei Sekunden. Mädchen, die die Sekundarschule abschliessen, werden dagegen sechs Mal seltener im Kindesalter verheiratet, so die Organisation Girls not Brides.

Frauen sterben, weil sie nicht die gleichen Rechte haben

Der United Nations Population Fund schätzt die Zahl der Frauen, die ermordet werden, weil sie «Schande über ihre Familie gebracht haben» auf 5'000 pro Jahr. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Viele der Fälle werden nie vor Gericht gebracht. Hinzu kommt, dass Mädchen, gerade in Problemregionen, oftmals nicht einmal im Geburtenregister erfasst werden – ihr «Verschwinden» fällt also nicht weiter auf. 

Das Gesetz schützt längst nicht überall

Laut der Organisation Overcoming Violence hatten im Jahre 2006 gerade einmal 89 Staaten ein Gesetz gegen häusliche Gewalt. Eine schwache Bilanz bei 195 Staaten weltweit. 2018 gibt Christa Stolle von «Terre des Femmes» in einem Interview zu bedenken, dass es in 32 Ländern immer noch das Einverständnis vom Ehemann braucht, wenn die Frau einen Pass beantragen will. Ausserdem klagt sie ganze 155 Länder an, eine frauendiskriminierende Gesetzgebung zu haben. Wer die Zahl fast unglaubwürdig hoch findet: In der Schweiz kommt es laut Gesetz bis heute nur dann zu einer Vergewaltigung, wenn das Opfer eine Frau und der Täter ein Mann ist und es zu vaginalem Geschlechtsverkehr kommt, der mit dem Penis vollzogen wird. Im Klartext: Wer gegen seinen Willen zu Anal- oder Oralsex gezwungen, oder mit einem Gegenstand penetriert wird, kann lediglich auf sexuelle Nötigung pochen. Und auch über die Höchststrafe, die bei uns bei 10 Jahren liegt, würden wir gerne nochmal sprechen. Am Weltfrauentag zum Beispiel. 

Von Malin Mueller am 08.03.2020
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