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Peter Rothenbühler schreibt den Schweizer Nobelpreisträgern

Lieber Michel Mayor, lieber Didier Queloz

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal den beiden As­tro­nomen Michel Mayor und Didier Queloz, die den Physik- Nobelpreis nach Genf holen.

FILE - Swiss Astronomers Michel Mayor, right, and Didier Queloz, left, pose for the photographer at the Astronomical Observatory of the University of Geneva on Thursday, August 11, 2005 in Versoix. Ten years ago, Michel Mayor and Didier Queloz announced to the incremental world a discovery that would make a sensation. The two Swiss astronomers had just detected the first planet outside the solar system. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Grosse Ehre für die beiden Genfer Astronomen Schweizer Michel Mayor Didier Queloz.

keystone-sda.ch

Es ist wunderbar, dass Sie, die Genfer Astronomen, endlich einen Nobelpreis für Physik kriegen. Allerdings wird ­dadurch unsere Verwirrung in Sachen Planeten nicht kleiner. Da hiess es doch, dass Greta Thun­berg vielleicht einen Friedensnobelpreis kriegt, weil sie mit entschlossener
Miene ­unseren Planeten retten will.

Die Klima-Jugend ging auf die Strasse, unterstützt vom Schweizer Chemie-Nobelpreisträger 2017, Jacques Dubochet, und behauptete: «Es gibt keinen Planeten B.»

Und jetzt wissen wir dank Ihnen, dass es noch viel mehr Planeten, sogar «erd­ähnliche» gibt, viel mehr, als Sie selbst zu denken wagten: min­destens 4000 sogenannte extrasolare Planeten, auf denen es sogar Leben geben könnte. Allerdings nicht in Form von grünen Männlein und
Weiblein wie in unseren Parlamenten, sondern erst als chemische Wolke, aus der ja noch was entstehen kann, so Gott will.

Aber oha lätz! Gott haben Sie im Jenseits mit Ihren gigantischen Fernrohren, die pro Betriebsminute astronomische Summen kosten, nicht gefunden. Was Sie, Michel Mayor, zur doch recht provokativen Aussage brachte: «Es gibt für Gott keinen Platz im Universum» (Interview in «El País»). Was wohl der Genfer Jean Calvin dazu sagen würde? Item.

Sie haben alle Forschergruppen der USA, die ebenfalls gesucht haben, um Längen geschlagen, darum heisst der Stern, dessen Planeten Sie schon 1995 entdeckt haben, nicht mehr 51 Pegasi, sondern Helvetios. Dieser Stern gehört uns! Und die Genfer Uni wird im
Hochschul-Ranking zehn bis fünfzehn Ränge gewinnen. Darauf können wir und Sie sehr stolz sein. Gratuliere !

Mit freundlichen Grüssen

Von Peter Rothenbühler am 10. Oktober 2019