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Peter Rothenbühler schreibt Peter Fankhauser

«Zehn Millionen Franken – ein komfortabler Fallschirm!»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Peter Fankhauser, dem CEO vom insolventen Tourismuskonzern Thomas Cook.

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Wieder ein Schweizer Manager, der ein Grounding verantwortet: Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser, 58.

Tim Wegner/laif

Lieber Peter Fankhauser

Zur Pleite von Thomas Cook gibt es eine gute Nachricht: Nach wie vor wird sehr viel gereist, die Kunden fliegen – ohne Rücksicht aufs Klima – massenweise und pauschal in den Süden, so günstig wie möglich. Die Branche floriert. Nur Briten buchen zurzeit etwas weniger, wegen der unsicheren Stimmung um den Brexit. Für den zweitgrössten Reisekonzern der Welt (nach TUI) dürfte das allein nicht zum Schiffbruch geführt haben.

Und die schlechte Nachricht: Die Pleite ist hausgemacht, verantwortlich sind Sie, der charmante Schweizer Peter Fankhauser, seit 2014 CEO von Thomas Cook, dem Traditionsunternehmen, das vor 178 Jahren das Pauschalreisen erfunden hat.

Leider erinnert Ihr Grounding an ein anderes: Auch Swissair-Manager haben zu gross gesehen, zu viele lahme Enten eingekauft, Tendenzen verschlafen, 
sich selbst aber fürstlich honoriert. In den letzten fünf Jahren haben Sie zehn Millionen garniert – ein komfortabler Fallschirm!

Dass die britische Regierung jetzt die Heimführaktion für 150 000 gestran­dete britische Touristen ausgerechnet «Operation Matterhorn» nennt, kann eigentlich nur als Tritt ans Schienbein des Schweizer Totengräbers verstanden werden. Zermatt ist gar «not amused», schon nur weil eine US-Bombardierung Europas im Zweiten Weltkrieg den gleichen Codenamen trug. Und Matterhorn heute eine geschützte Marke ist.

Aber mit britischem Humor merken die Zermatter an, dass es gut sei, den Touristen, die jetzt in  Flughäfen sitzen bleiben, einen Ort zu empfehlen, wo sie Ferien ohne Probleme verbringen könnten. Am Matterhorn. Where else?

Mit freundlichen Grüssen

Von Peter Rothenbühler am 25.09.2019
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