Bussi, Bussi - der Schickeria-Blog

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Zwischen Cüpli, Bier und Blitzlichtgewitter: Eine Schweizerin mischt sich unter die deutsche Prominenz.

Neulich im Waxing-Studio

Manchmal hat man einen schlechten Arbeitstag - so geht es zumindest Bloggerin Deborah Neufeld. Doch halbnackt auf einem Schragen liegend, musste sie sich eingestehen, dass andere Jobs auch nicht immer das Gelbe vom Ei sind...
Waxing Studio Deborah Neufeld Blog Männer
© Getty Images

Enthaaren mit Wachs...verträgt nicht jeder.

Letzten Mittwoch war ich im Waxing-Studio. Ihr wisst schon, hinlegen, eine halbe Stunde Höllen-Schmerzen erleiden und hoffen, dass es diesmal ganz schnell geht. Zum Glück hatte ich eine lustige «Betreuerin», die ein bisschen aus dem Nähkästchen plauderte...

Waxing-Frau: Mussten Sie lange warten?
Ich: Ja, fast eine Stunde

Ja, wenn jemand das Komplett-Programm macht, dann dauert das ewig und alles andere verzögert sich.
Komplett-Programm, das ist ja grausam. Arme, Beine, Intimbereich alles in einem Gang - wie kann man nur?
Ach, das stecken Frauen ganz gut weg

Männer nicht?
Ach, doch. Ausser mein Mann. Den waxe ich nie wieder.

Warum?
Weil er die Wände zusammenschrie, als ich ihn enthaaren wollte.

Gut, ihn können Sie wenigstens zu Hause behandeln, dann hört es niemand
Vergessen Sies. Dann hat er erst recht das Gefühl, er könne seinen Emotionen freien Lauf lassen. Beim ersten (und letzten) Mal lief es so ab: Ich waxte seinen Intimbereich ein und riss den ersten Streifen runter. Er fing an zu schreien wie ein aufgespiesstes Schwein, stand auf und lief davon. Ich sagte, er  sei noch nicht fertig. Da sagte er, doch, das sei er. Ich sagte, es sei doch alles noch voller Wachs! Und er meinte, er wolle nicht mehr, es gefalle ihm so. Die Sitzung sei damit beendet

Sind alle Männer wehleidig?
Nein, schlimmer ist es für mich, wenn ihnen gefällt, wenn ich unten rumhantiere.

Wie kann das gefallen?
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Ich weiss es auch nicht. Eigentlich ist es ja schmerzhaft. Aber während ich den ganzen Intimbereich mit Wachs einschmiere, muss ich natürlich ihr bestes Stück in die Höhe halten, damit dieses nicht an der Haut kleben bleibt. Und dabei noch Konversation machen...

Und das alleine gefällt den Männern schon?
Tragischerweise, ja. Ich versuche alles, damit die Stimmung abturnend wirkt.

Wie das?
Ich rede mit ihnen über Unfälle, Todesfälle in der Familie, Krankheiten. Solche Sachen halt...

Ernsthaft?
Ja klar! Was meinen Sie was passiert, wenn nach dem nächsten Strandurlaub frage?

Und trotz Unfall-Erzählungen bekommen sie eine Erektion.
Ja, dann gehe ich kurz raus. Bis zu drei Mal dürfen wir die Männer darauf hinweisen, dass sie sich bitte beruhigen sollen. Wenn das nicht klappt, brechen wir die Übung ab und die Kunden bezahlen, auch wenn sie nicht fertig enthaart sind.

Und das mussten Sie schon mal?
Ja, da war ein älterer Mann. Ich glaube, es hat ihm gefallen, je mehr ich mich empört habe. Er hat richtig kokettiert damit. Das war der Horror.

Wieso gibt es denn keine Männer, die andere Männer behandeln?
Weil kein heterosexueller Mann sich von einem anderen Mann behandeln lassen würde. Nie. Hatten Sie noch nie einen Freund, mit dem sie in einem Hotel eine Massage gebucht haben? Was hat er gesagt vor der Massage?

...dass er sich nur von einer Frau massieren lässt.
Sehen Sie. Dabei finde ich, Frauen, die Männer behandeln, müssten ein eigenes Studio bekommen und mehr Geld dafür erhalten. In meiner Heimat Bulgarien ist das normal. Da wissen Waxerinnen, worauf sie sich einlassen.

Dann würden Sie aber auch mehr Geld verdienen.
Auf dieses Geld würde ich gerne verzichten.

Die Moral der Geschicht? Wer schön sein will, muss nicht nur leiden, sondern erfährt auch interessante Stories aus erster Hand.

Bussi, Bussi aus München.

Im Dossier: Alle Blogs von Deborah Neufeld