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Der ganz normale Wahnsinn

Aus dem Leben eines Listen-Freaks

Sandra C. hat gefühlte 25 Jobs und eine Familie. Um nicht im Chaos zu versinken hat unsere Familienbloggerin eine unschlagbare Lösung: To-Do-Listen. Und zwar mehrere.

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ZVG

«Echt????», fragt der Vater meiner Kinder ungläubig. «Du hast eine To-Do-Liste für Sonntag???» Ja, hab ich. «Und was steht da drauf?» Nicht so viel heute. Nur den Christbaum abräumen. Und Pendenzen, falls ich mit der Wochen-To-Do-Liste nicht durchgekommen wäre. «Christbaum abräumen????» Ja, sonst vergesse ich das. «Der steht doch die ganze Zeit vor deiner Nase, wie kannst du den vergessen????»

Doch, das kann ich. So wie ich meine Einkaufsliste, welche die ganze Zeit vor mir auf dem Tisch gelegen hat, liegen lassen kann, wenn ich einkaufen gehe. Oder zur falschen Zeit am Elterngespräch auftauche, obwohl der Termin schon seit Wochen am hausinternen «schwarzen Brett» hängt. (Ja, ich weiss, würde ich meine Termine digital im Handy haben, würde das nicht passieren. Was so auch wieder nicht stimmt, wenn man, wie ich, die Angewohnheit hat, einen Termin um 15 Uhr als «5 Uhr» zu notieren…) Deshalb brauche ich zusätzlich zu all meinen anderen Listen eine To-Do-Liste für jeden Wochentag!

Es ist so: Ich habe ein Teilzeitpensum als Schreiberling und daneben noch zwischen drei und gefühlten 25 Jobs als Selbstständige. Dazu kommen zwei Kinder – und zwei Kaninchen - die täglich essen wollen und von denen noch jedes ein eigenes Programm hat (Zugegebenermassen ist das der Kaninchen ziemlich übersichtlich). Ich brauche Listen – und zwar mehrere – um zu überleben!

Etwas, woran ich mich festhalten kann

Zuerst braucht es mal jede Woche einen Menüplan (Nicht, dass gewisse Leute in unserem Haushalt nicht jeden Tag Pasta mit Tomatensauce essen könnten, aber andere – zum Beispiel ich – haben doch manchmal gern etwas Abwechslung.) Aus diesem resultiert die Einkaufsliste. Ich habe weder Zeit noch Lust mehr als einmal pro Woche einkaufen zu gehen, deshalb ist die meistens ziemlich lang. Und die Leute im Supermarkt schauen auch mal etwas komisch oder fragen, wieviele Kinder ich habe (Hallo? Ich geb meinen Kindern wirklich nur sehr selten Heu oder Kaninchenfutter, ehrlich!).

Dann gibts natürlich eine Agenda mit allen Terminen von allen. Und eine generelle Übersichtsliste. Da stehen alle aktuellen Jobs und Deadlines drauf sowie private Pendenzen (z. B. Arzttermine, die noch vereinbart werden müssen). Aus der Agenda und der Übersichtsliste entsteht jeweils am Wochenende der Plan für die nächste Woche. Nicht, dass dieser nicht jeweils spätestens am Dienstag total durcheinander wäre, weil dauernd Unerwartetes dazukommt oder wegfällt. Aber es ist immerhin etwas, an dem ich mich festhalten kann. Und es hat noch einen Vorteil: Wer selbstständig ist, könnte grundsätzlich 24 Stunden pro Tag durcharbeiten, denn man hat immer irgend etwas, das man noch erledigen muss. Mit meinem Wochenplan bin ich nicht nur strukturiert und vergesse nichts (ok – weniger, als ich sonst vergessen würde), sondern mache auch Feierabend, wenn ich alle Pflichten für den Tag erledigt habe.

Aber eben: Die Liste gilt auch fürs Wochenende. Denn erstens kümmert es meine Jobs meistens nicht, wann ich arbeite, und meine Kinder erst recht nicht (Die müssen nämlich am Wochenende meist noch irgendwohin gefahren werden.) Und den Christbaum kümmerts grad auch nicht. Aber ich bin echt froh, stand der am Sonntag auf meiner To-Do-Liste, sonst stünde er nämlich an Ostern noch im Wohnzimmer.

am 17. Januar 2019