Der ganz normale wahnsinn

Der ganz normale Wahnsinn

Kids und Job unter einen Hut bringen? Easy! Oder doch nicht?

Leben mit Teenie, nächster Teil

Es geht rasend schnell: Von Woche zu Woche wird die Tochter von Sandra C. mehr zum Teenager. Die Familienbloggerin schaut zu, manchmal amüsiert, manchmal verärgert, aber im tiefsten Inneren immer mit einer grossen Portion Stolz auf ihr Mädchen. Und das schreibt sie jetzt nicht, weil diesees vor kurzem diesen Blog entdeckt hat und jetzt mitliest. Auf jeden Fall nicht nur.
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© Getty Images

Wenn sich Mutter und Tochter plötzlich die Schminksachen teilen.

Erinnert ihr euch, wie doof ihr eure Eltern fandet, wenn die ein Riesentheater veranstalteten, nur weil ihr mal ein bisschen von ihrem Haarspray gebraucht habt? Und mein Gott, ihr habt halt nicht gemerkt, dass das Ding leer war, als ihrs zurück in den Schrank gestellt habt. So what? Nun ja, ich sag euch eins: Alles kommt irgendwann zurück. Es dauert manchmal eine Weile, aber wenn ihr Kinder habt, ist das so gut wie garantiert. Wenn ich jetzt morgens unter der Dusche stehe, ist öfter mein Shampoo leer. Ausserdem «wandern» erstaunlich viele meiner Sachen aus dem Bade- ins Kinderzimmer, angefangen vom Deo bis zu diversen Schmink­-Utensilien. Und dann gibts noch die Sachen, von denen wir beide nicht mehr wissen, wem sie eigentlich gehören. «Du trägst meine Ohrringe» - «So ein Quatsch. Das sind meine. Du klaust sie mir immer.» ­«Echt? Ich dachte immer, das seien meine.»

Erinnert ihr euch, wie ihr es absolut unverständlich fandet, dass eure Eltern null Ahnung davon hatten, was gerade angesagt war, wie sie den Kopf über das schüttelten, was ihr am TV geschaut habt, erstaunt eure Musik und eure Klamotten zur Kenntnis nahmen? Ich dachte, ich werde nie so. Nur schon, weil ich durch meinen Job so ein bisschen up to date bleiben muss. Tja, ich schaue mir mehr oder weniger täglich erstaunt an, wie irgendwelche Youtuber über irgendwelchen Nonsens labern, und der Teenie total gebannt zuhört. Zu Ostern hab ich ihr die heiss ersehnten «Little ­Minx»-Konzertkarten besorgt -­ auch wenn ich null Ahnung habe, wer die sind. Und dass sie unter «etwas Hübsches anziehen» Schlabberhosen und Pulli versteht und ihr liebster Schatz ein Paar Vans­-Sneakers mit Donuts (!) drauf sind -­ was solls. Ein bisschen verschämt hat mich allerdings folgender Dialog, der mich wohl tatsächlich langsam als zum alten Eisen gehörend definiert: «Mamaaaaaaa, wo sind meine Air Force?» ­- «Deine was?» ­- «Meine Air Force! Die Nikes!» -­ «Ah, du sprichst von Schuhen?» ­ «Ja natürlich, was hast du denn gedacht?» -­ «An Flugzeuge?» Ich fürchte, das ist erst der Anfang.

Vielleicht sollte ich mir doch irgendwann heimlich all diese Youtuber reinziehen, damit ich nicht irgendwann gar nichts mehr verstehe.

P.S.: Liebe Tochter, hast du bemerkt dass ich nichts von deinem Freund (oder auch nicht, wer weiss das schon so genau...) geschrieben habe? Nun, ich erwarte keine Dankbarkeit, aber du könntest schon wieder mal dein Zimmer aufräumen...

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