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Die Rothenbühler Kolumne

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind.

«Ein schöner Sommer macht noch keinen Nati-Frühling!»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Nati-Goalie Yann Sommer.
Yann Sommer Nati-Camp Feusisberg
© Keystone

«Deus ex Goal»: Wäre Nati-Torwart Yann Sommer der bessere Captain?

Lieber Yann Sommer

Gut zu hören, dass jetzt alle wünschen, dass Sie in Abwesenheit von Lichtsteiner die Nati als Captain anführen. Und nicht Xhaka, den Petkovic vorsieht. Ja klar, einer wie Sie, der Goalie, der jeden Schönheitswettbewerb gewinnen könnte und einen ausgeglichenen Charakter hat, wäre ein guter Captain. 

Aber hier beginnt das Problem. Wer jetzt denkt, mit diesem Deus ex Machina oder Deus ex Goal sei die angeblich leidende Popularität der Nati wiederherzustellen, spielt mit einer völlig überrissenen Erwartung an einen Einzelnen und versucht, die sogenannten Identitätsprobleme unserer Nati einfach zu verdrängen. Ein schöner Sommer macht noch keinen Nati-Frühling! Wir müssen diese multikulturelle Nati so nehmen, wie sie ist, und anerkennen, dass die besten Elemente albanische Wurzeln haben, die ihnen so wichtig sind wie die schweizerischen Wurzeln den Hofers und Müllers in New Bern, USA! 

Den Ball flach halten respektive den Ball halten - das genügt 

Hoffen wir einfach, dass diese wunderbaren Kerle weiterhin Tore für die Schweiz schiessen. Denn darum geht es doch! Im Fussball wird mit Fuss und Kopf gekämpft, nicht mit Zungen und Händen, kleinen Sätzchen und grossen Erklärungen. 

Der letzte Sommer (nicht Sie!) und die kürzliche Pressekonferenz von Coach Petkovic haben gezeigt, dass unsere Nati-Spieler – und ihre Funktionäre – nach wie vor eins nicht können: kommunizieren. Nicht ihr Job! Und: Wir Journalisten sollten aufhören, jedes schräge Wort eines Fussballers hysterisch zu quittieren. 

An Ihnen gefällt mir, dass Sie sich bisher öffentlich zurückhalten. Weiter so! Den Ball flach halten respektive den Ball halten. Das genügt. 

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler