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Peter Rothenbühler schreibt Jonas Projer

«Sie sind ein Glücksfall für die Blick-Gruppe»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal dem Moderator Jonas Projer, der das SRF verlässt und zur Blick-Gruppe wechselt.

Jonas Projer
Der Star verlässt das Schiff: Jonas Projer moderiert die «Arena». Oscar Alessio / SRF

Lieber Jonas Projer,

Ich kann ja gut verstehen, dass Sie als junger Mann, 37, nach knapp fünf Jahren «Arena» mal andere Luft atmen möchten und das «sehr verlockende Angebot» der Blick-Gruppe annehmen, das Projekt Blick-TV zu leiten. Eine schöne Herausforderung. Aber irgendetwas stimmt da nicht: Wie kann das nationale Fernsehen seine grössten Stars einfach rauslaufen lassen? 

Sie sind ein Glücksfall für die Blick-Gruppe

Wo sie doch das Kapital, die Aushängeschilder, die Magneten sind? Früher bildeten die Privaten wie Tele 24 gute Leute aus, dann gingen sie zur SRG. Heute ist es umgekehrt – ein schlechtes Zeichen. Es kann nicht nur daran liegen, dass gute Journalisten, «Stars» wie Sie, beim «Blick» mehr verdienen als bei SRF. Nämlich so viel, wie sie für den Erfolg ihres Mediums halt wert sind. Ganz einfach. Wenn man fünf Kinder hat wie Sie, spielt Geld schliesslich eine Rolle. Aber das allein kanns nicht sein. 

Die Stars verlassen das Schiff

Es gab eine Zeit, wo nur Journalisten, die bei SRF keinen Erfolg hatten, zu privaten Medienhäusern wechselten. Heute hingegen verlassen die Stars das Schiff. Fast hätte ich «das sinkende» geschrieben. Auch andere sichere Werte wie Roman Kilchsperger («Ich wurde quasi eingeschläfert») oder Steffi Buchli haben sich für mehr Freiheit und mehr Lohn entschieden und in Kauf genommen, dass ihr Publikum kleiner wird. 

Jetzt, wo man Sie weniger am Bildschirm sehen wird, was ich sehr bedaure, muss ich noch einmal festhalten: Sie waren seit dem ersten grossen «Arena»-Dompteur Filippo Leutenegger schlicht der beste aller Nachfolger. Ein Topshot, den SRF nie hätte gehen lassen sollen. Ein Glücksfall für die Blick-Gruppe.

Mit freundlichen Grüsse
Peter Rothenbühler

am 20. Februar 2019