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Pedro Lenz' «Gschichte vo hie und hütt»

«Gedanken über Autiise, Edustauh und söttigi Sache»

Pedro Lenz, 53, Schriftsteller und Publizist, sinniert in seiner Mundart-Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» über die Job-Suche mit über 50.

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Letscht Wuche han i grad mit es paar Johrgänger vo mir über d Frog diskutiert, wo dass mer nis mit über füffzgi i dere Gsöuschaft söue positioniere. Mir si uf ds Thema cho, wöu me jo immer öppe wieder cha läse und ghöre, dass me nach füffzgi fasch ke Chance me heig, e nöie Job z finge.

Das sig bekannt, dass es nach füffzgi harzig sig mit der Job-Suechi. Aber wenn me mit über füffzgi ke nöii Stöu überchiem, de chöng jo das im Grund gno nüt angers heisse, aus dass me mit über füffzgi prueflech nümm würklech z bruuche sig, het eine ir Rundi gseit.

So eine, win är sig worde, würd är, wenn er Ungernähmer wär, nie im Läbe wöuen aastöue

«Genau das heissts ou!», het en angere gseit. Das sig leider eso. Är merki jo säuber, win er schnäuer müed wärdi aus früecher, wi d Chraft nochelöng, wi sis Reaktionsvermöge zrügg sig ggange, wi ner au Monet schwerer und gschtabiger und unflexibler wärdi. So eine, win är sig worde, würd är, wenn er Ungernähmer wär, nie im Läbe wöuen aastöue.

«Mache mer nis doch nüt vor!», het jetz no einisch en angere gseit: «Wenn d über füffzgi bisch, bisch prueflech nümme richtig z bruuche. Vor auem i der hüttige Pruefswäut, wo me schnäu und dynamisch und belaschtbar muess si!» – «Das isch jo das, won i scho di ganzi Zit säge!», het dise gseit. «Voilà!», het uf das abe der erscht no betont. «Ändlech si mer nis einisch bim ne Thema einig.»

Mit über 50 gehört man zum alten Eisen

Mir hei nis auso gfrogt, wo mer mit über füffzgi häre-höre, und si zum beunruhigende Schluss cho, dass mer zum auten Iise ghöre. Nid, dass Autiise komplett wärtlos wär. Autiise het ou si Priis. Trotzdäm isch Autiise haut ou bim auerbeschte Wüue nid mit Edustauh z vergliiche.

Mir hei de no chli Bier bschtöut und si mit jedem Schluck es bitzeli melancholischer worde. De hei mer drüber gredt, dass mer i üsem Bekanntekreis nid ei ein-zigi Person kenne, wo ohni Hüuf vom Arbeitsamt oder ohni Hüuf vom Soziaudienscht mit über füffzgi no ne nöie Job ir freie Wirtschaft hätt gfunge. Vilecht gäbs no der eint oder anger gschützt Arbeitsplatz, aber sicher ke normale Job. Es sig hert, hei mer gseit, aber so sig haut der Louf vom Läbe. Mit über füffzgi sig normalerwiis niemer meh vermittubar.

Keller-Sutter und Amherd sind Ausnahmen

«Würklech, i kenne niemer, wo mit füffzgi no d Kurve verwütscht het.» – «Niemer ussert d Karin Keller-Sutter!», het jetz eine ir Rundi gseit, «die het ou mit dütlech über füffzgi e nöie Job gfunge!» – «Und d Viola Amherd natürlech, di isch ou dütlech über füffzgi und foht äbefaus e nöie Job aa, und de nid der schlächtischt!»

Aber mir angere hei das Bischpüu nid lo gäute, wöu erschtens ghöre di beide nöie Bundesrötinne nid zu üsem Bekanntekreis, und zwöitens si mer nis nid einig worde, ob me so ne Bundesrotsjob zu de gschützte Arbeitsplätz müesst zöuen oder doch ender zu den ungschützte.

Mehr Kolumnen von Pedro Lenz finden Sie hier.

 
 
Von Pedro Lenz am 28.01.2019
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