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Joëlle schaut fern

Joëlle Weil bloggt über die TV-Sendung der Woche.

Langweilig, langweiliger, «Besser als die Quizlegenden»

Geschichten von damals, anstatt ein Frage-Antwort-Ping-Pong: TV-Kolumnistin Joëlle Weil hat sich eigentlich auf einen spannenden Quiz-Abend gefreut, musste sich dann aber zu ihrem Leid anhören, was sie nicht hätte hören wollen. 
besser als die quizlegenden
© Screenshot SRF

Mit Beni Thurnheer ist es wie mit Fondue: Ein bisschen ist ganz okay, aber in Mengen liegts gewaltig schwer auf. 

«Opa erzählt vom Krieg» war wohl das Motto der SRF-Quizsendung «Besser als die Quizlegenden». Gabriela Amgarten, 56, Beni Thurnheer, 68, Raymond Fein, 67, René Rindlisbacher, 54, und Stephan Klapproth, 59, stellten sich am Samstagabend den Kandidaten, die sich 100'000 Franken erhofft hatten. Ich erhoffte mir ein spannendes Frage-Antwort-Ping-Pong und bekam stattdessen gefühlte Tausend Rückblendungen von den jeweiligen TV-Karrieren der SRF-Veteranen.

Sven Epiney Fragezeichen
© Screenshot SRF.ch

Ein kleines Quiz für unsere Leser: Raten Sie einmal, wer diese Sendung wohl moderieren durfte... 

Dass die Show nicht live gezeigt wurde, sondern zusammengeschnitten war, hätte der Stimmung keinen Abbruch tun müssen, wäre das Ende nicht so wahnsinnig vorhersehbar gewesen: 16 Minuten vor Sendeschluss stand der Zuschauerkandidat kurz vor dem Hauptgewinn und lieferte sich ein tempoarmes Quizduell mit Klapproth. Und man konnte es riechen wie Nachbars Grillabend, dass hier eine Pseudospannung zusammengeschnitten wurde. Der Sieg des Zuschauers war für mich schon vor Ende der Sendung klar. Man gönne ihm die 100'000 Stutz.

Gabriela Amgarten
© Screenshot SRF.ch

Gabriela Amgarten trug früher Schulterpolster. Eine Information, die man während einer Quizsendung wirklich nicht braucht. 

Wie schade, war dies eher eine alternative «Glanz & Gloria»-Sendung, anstatt eine, in der die einstigen Schweizer V-Stars durch Wissen und Charme hätten glänzen können. An dieser Stelle sag ichs nur einmal: Ich mag den Beni. Vor allem, seitdem ich ihn nicht mehr ständig sehen muss. Das hängt aber nicht damit zusammen, dass ich ihn früher nicht gerne gesehen hätte, es ist eher so wie mit Fondue: Das schlägt bei einer zu grossen Menge einfach auf den Magen. Doch so ein Pensionierungs-Beni ab und zu zum Dessert erfreut mein Herz. Aber hätte ich mir seine Lebensgeschichte anhören wollen, hätte ich Google gefragt oder zu einem anderen Format gewechselt.

 
Beni Thurnheer
© Screenshot SRF.ch

Auch Beni Thurnheer schaute früher lustig aus. haha... Und jetzt? 

Es war Prime-Time beim Schweizer Fernsehen (an einem Samstagabend notabene!) und die grosszügig zur Verfügung stehende Zeit von eineinhalb Stunden wurde suboptimal und zu meiner vollkommenen Langeweile genutzt. Vielleicht haben sich nicht genug Kandidaten für die Show angemeldet. Vielleicht hat sich die Produktion nicht genug Fragen ausgedacht. Keine Ahnung, woran es lag, aber mir kanns Wurscht sein. Ich habe mir eine Sendung mit etwas Günther-Jauch-Charakter auf Schweizerdeutsch zum Mitfiebern gewünscht und stattdessen eine Trudi-Gerster-Märchenstunde zum Einschlafen bekommen. Schade.

Sven Epiney
© Screenshot SRF.ch

Kurze Quiz-Auflösung: Natürlich moderierte Sven Epiney. Die Antwort auf diese Frage war wohl so überraschung wie die Sendung selbst...