Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Es wird Frühling

In Südafrika gehts vorwärts. Sacha von der Crone und seine Freundin Barbara können endlich vom Gästezimmer ins Haupthaus ihrer Africa-Lodge einziehen. Was die beiden in der zweiten Woche in ihrer neuen Heimat sonst noch erlebten, erzählt der Auswanderer in seinem neusten Blogbeitrag.

Langsam wirds wärmer. Täglich erreicht das Thermometer die 20-Grad-Marke, bloss die Nächte sind noch ziemlich kalt. Wir frieren oft. Ich weiss, es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Die passende ist aber noch im Container in der Nähe des Hafens, doch bald trifft sie bei uns ein...

Viel ist passiert in dieser Woche
Der Autokauf, beziehungsweise die Übergabe, ging reibungslos über die Bühne. Wir brachten unser Mietauto zurück zum Flughafen und der Verkäufer holte uns mit unserem neuen Auto dort ab. Es ging direkt weiter aufs Strassenverkehrsamt - in Südafrika Traffic Center genannt -, schliesslich mussten wir das Auto ja noch einlösen. Mit einem Pass läuft dort gar nichts. Die Schweizer-ID ist aber absolut ok, da sie in Kreditkarten-Grösse daherkommt. Mag für uns zwar keinen grossen Unterschied machen, aber wie so oft im Leben kommt es auch im Traffic Center auf das Format an - wenn auch nur auf das einer Karte. Nach dem Formularausfüllen und dem obligaten In-Der-Schlange-Stehen war alles ziemlich schnell erledigt, und nach einem halben Tag Aufwand war das Auto auch staatlich gesehen unseres.

Jeder Tag bringt Neues
Viel haben wir gelernt. Wir wissen nun, wie wir das Poolwasser sauber halten. Eigentlich wissen wir es nicht, aber wir wissen, was zu tun ist, und das ist ja das Wichtigste. Alle drei bis vier Wochen nimmt man eine Wasserprobe, fährt damit zum Poolshop, wo die Probe kostenlos analysiert wird, und der Typ sagt uns, was zu tun ist. Praktisch, einfach und vertrauensvoll.

Ich hab auch gelernt, dass in Südafrika der Müll sehr gewissenhaft getrennt wird. Das funktioniert folgendermassen: Alles, was in der Schweiz getrennt wird - Alu, Papier, Karton, Glas, Pet etc. -, kommt in Südafrika in einen Abfallsack und der Restmüll in die Tonne. Am Freitagmorgen kommt die Müllabfuhr und nimmt alles mit. Danach wird der Restmüll definitiv entsorgt und die andere Tüte wird dann vor Ort sortiert, getrennt und wiederverwertet. Praktisch: Stellt man drei Tüten vor das Hausgate, hängen anschliessend drei neue Tüten am Zaun. Das «Trennenlassen von Menschenhand» zeigt einmal mehr auf, dass in einem Land, wo die Arbeitslosigkeit so hoch ist, nirgends an Personal gespart werden muss. Die Löhne sind dermassen tief, dass es sich jeder Arbeitgeber leisten kann, Personal im Überfluss zu beschäftigen. Im Restaurant beispielsweise wird drei- bis viermal so viel Personal beschäftigt wie in der Schweiz und trotzdem isst man drei- bis viermal so günstig.

Nebst Müll trennen (lassen), Auto kaufen und den vielen Übergabearbeiten im Haus, war es auch noch an der Zeit für einen «schweizerdeutschen»-bürokratischen Termin: Anmeldung auf der Schweizer Botschaft in Kapstadt. Es machte uns schon ein bisschen stolz, als wir erfuhren, dass wir hoch oben im 26. Stock schon erwartet wurden - schliesslich lese man SI online. Der Termin war kurz und charmant, das Parkplatzsuchen vor dem Haus dauerte auf jeden Fall länger. Nun sind wir also richtige und hochoffizielle Auslandschweizer.

Zum Glück fanden wir aber auch Zeit für eine Runde Golf im altehrwürdigen Golfclub von Stellenbosch. Und das fast schon wöchentliche Highlight stand auch noch an: Der Besuch bei Finn oder Ziva, unserem zukünftigen Hund. Zwei Welpen hatten es nach unserem ersten Besuch bereits in die engere Auswahl geschafft. Doch die Entscheidung fällt uns immer schwerer, nach dem zweiten Besuch haben wir nämlich einen dritten und sogar heimlichen Favoriten ins Auge gefasst. Ich nannte ihn liebevoll Mr. Brown - wegen seines braunen Halsbandes und seines vornehmen Auftretens. Es ist wirklich schwierig, bei zwölf so lebendigen und herzigen Welpen eine Entscheidung zu treffen. Wir werden sehen, wer in etwa 14 Tagen in die Africa-Lodge einzieht.

Der Einzug
Einzug ist DAS grosse Thema in dieser Woche. Seit dem 1. Oktober sind wir nun offiziell die Eigentümer der Africa-Lodge und haben am Donnerstag die Lodge übernommen. Wir konnten von einem der Gästezimmer ins grosse Haupthaus ziehen. Die Vorbesitzer verliessen die Lodge mit einem weinenden und einem lachenden Auge, sie werden nun ihren Lebensabend in der Schweiz geniessen. Die Lodge ist endlich unser! Und passend zu diesem Tag, sind bereits die ersten Möbel bei uns eingetroffen. Der Container wurde für das Einlagern bereits entladen und die Möbel auf Paletten umgeschichtet. Die erste Fuhre ist am Donnerstag in Somerset West angekommen. Wir freuen uns, endlich hat das Nomadenleben seit Ende Augst ein Ende und wir können uns richtig einleben.

Es geht also vorwärts in Südafrika und wir freuen uns über jeden Schritt.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Blogs von Auswanderer Sacha von der Crone.