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Pedro Lenz' «Gschichte vo hie und hütt»

«Vo verusse bis Outdoor»

Pedro Lenz, 54, Schriftsteller und Publizist, sinniert in seiner Mundart-Kolumne für die «Schweizer Illustrierte» darüber, wie er unfreiwillig zum Outdoor-Spezialisten wurde und was überhaupt alles unter den Begriff «Outdoor» fällt.

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Für Pedro Lenz ist «Outdoor» dort, wo ein Lagerfeuer brennt.

Getty Images

Jetz han i scho wieder so nen Outdoor-Proschpäkt im Briefchaschte. Mi dünkts afe, es chiem jedi Wuche mindischtens ei Wärbeproschpäkt für irgendöppis, wo mit Outdoor z tüe het. Ohni dass is hätt wöue, bin i ungerdessen e richtigen Outdoor-Spezialischt. Es git zum Bischpüu der Scandinavian Outdoor Shop, dört cha me Fautboot, Zäut-Öfeli, Öu-Lampe, Bieli oder süsch aues choufe, wo me bruucht, zum mit emne Paduböötli dür Skandinavie düre z paddle.

Überhoupt han i unzähligi Proschpäkte vo verschidene Sportgschäft und Reiseläde mit speziellen Outdoor-Abteilige. Gchouft han i no nie öppis, aber genau gschtudiert han i jede vo dene Proschpäkte. Drum weiss i ou, was der Ungerschiid isch zwüsche normaler Ungerwösch und Outdoor-Ungerwösch: Outdoor-Ungerwösch git je nach Bedarf warm oder chaut. Normali Ungerwösch git weder warm no chaut.

«Outdoor isch dört, wos gäng chli nach Gölä und Trauffer schmöckt»

Outdoor isch der Begriff vor Stung. Outdoor isch bi de Proschpäkte vermuetlech z meischt verbreitete Wort überhoupt. Wenn me nüt vor Sach versteit, chönnt me vilecht meine, outdoor heissi eifach «verusse», und wenn öpper us sire Wohnig useloufi, de sig er verusse, auso outdoor.

Aber das isch e komplett fautschi Vorstellig. Wär eso dänkt, isch no nie würklech outdoor gsi. Outdoor isch dört, wo immer es Füürli brönnt. Outdoor isch dört, wo me nume mit em Viermouvier härechunnt. Outdoor isch dört, wos gäng chli nach Gölä und Trauffer schmöckt.

Outdoor het nume wenig mit däm z tüe, wo mir normale Spaziergänger unger verusse verstöh. Outdoor isch en Oberbegriff für aues, wo me cha choufen und verchoufe, wo zwar scho uf irgend en Art mit verusse z tüe het, aber gliichzitig im ne Zämehang steit mit so sinnstiftende Begriffe wi Adventure oder Fun.

«E Lounge für uf e Baukon het mit Outdoor nüt ztüe»

Es geit auso bim Begriff Outdoor einersits um Schueh, Chleider, Wärchzüg, Sportgrät, Gartemöbu und so witer. Aber angerersits loufe no lang nid aui Chleider oder aui Sportgrät oder aui Gartemöbu unger Outdoor.

E Lounge für uf e Baukon het mit Outdoor nüt ztüe, aber es Klappstüehli, wo me bim Zäutle derbi het, isch hundertprozänt Outdoor. E Rägejaggen us atmigsaktivem Hightechmateriau louft unger Outdoor, aber e dunkublaue Rägemantu, wo elegant isch und ou tipptopp gäge Räge schützt, geit nid unger Outdoor. E Schirm zöut nid zu Outdoor, e Rucksack cha zu Outdoor zöue, muess aber nid. Und Wanderschueh zöue fasch immer zu Outdoor, ussert es sige ganz auti, läderigi Wanderschueh us ere Zit, wos Outdoor aus Begriff no gar nid het ggä.

D Wärbig verbingt mit Outdoor e gsungi Hutfarb, e sportlechi Figur, e guete Luun und ewigi Jugend. I Outdoor-Proschpäkte si di meischtverbreitete Farbe Pink, Violett und so nes speziells Rot, en Art es Outdoor-Rot. Die, wo Outdoor verstöh, wüsse, was i meine.

Mehr Kolumnen von Pedro Lenz finden Sie hier.

Von Pedro Lenz am 04.11.2019
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