Sale, pepe e pomodoro

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Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Schwiizer Rezept: Riz Casimir

Es geht doch nichts über Klassiker aus der Kindheit. Food-Bloggerin Zoe Torinesi teilt mit uns einen Schweizer Klassiker: ihr persönliches Riz-Casimir-Rezept.
Cookinesi Blog Rezept Zoe Torinesi Riz Casimir
© cookinesi.com

Hätten Sie gewusst, dass Riz Casimir tatsächlich eine Schweizer Erfindung ist?

Mein allererstes Schärfe-Erlebnis hatte ich mit diesem eigentlich seltsamen Curry-Rahm Gemisch. Damals war ich etwa sieben Jahre alt und sass in der Mittagspause mit etwa 20 anderen Kindern beim Mittagessen in der Tagesschule. Ich hatte das Gefühl, etwas extrem Exotisches zu essen und mein Tischnachbar und ich überboten uns darin, noch mehr und noch mehr Pfeffer auf die gelbe Sauce zu streuen und fühlten uns unglaublich cool, so viel gefährliche Schärfe aushalten zu können.

Wenn man früher vom fernen Indien träumte, dachte man sich wohl, dort esse man so was Ähnliches wie Riz Casimir. Tatsächlich hat das Gericht so viel mit indischer Küche zu tun wie Mostindien mit Neu Delhi. Die Legende besagt, dass «Mövenpick»-Gründer Ueli Prager Riz Casimir erfunden haben soll (wie er darauf gekommen ist, würde mich extrem wunder nehmen…). 1952 kam die abenteuerliche Kreation auf die Mövenpick-Karte, wo sie bis heute geblieben ist. Das Gericht ist in verschiedenen Varianten beliebt: Mit Rind-, Schwein oder Poulet, mit Früchten in der Sauce oder als Beilage.

Für mich gibt es nur «the one and only»: mit Bio-Pouletfleisch, die Früchte sind bei mir nur Beilage und kommen keinesfalls in die Sauce, weil sie dort so labbrig werden und warme Dosenfrüchte - uuhg, ne! Zudem ein Muss: Geröstete Mandelscheiben als Topping! Was ausserdem witzig ist: Ich bin eine absolute Verfechterin von frischen Zutaten, in meiner Küche kommen Lebensmittel aus der Dose nur äusserst selten zum Einsatz, trotzdem: Bei Riz Casimir stammen Pfirsiche und Co. zwingend aus der Konserve. So, nun viel Spass beim Nachkochen meines Rezepts, es ist nämlich das beste der Welt!

Zutaten für 4 Personen

  • 500 g geschnetzeltes Pouletfleisch
  • 30 g Butter
  • 4 EL Mehl
  • 2 dl kaltes Wasser
  • 2 dl kalte Milch
  • 2.5 EL Curry je nach Geschmack mild oder scharf oder beides
  • 1.5 dl Halbrahm
  • etwas Bratbutter
  • 1 Dose Ananasscheiben
  • 1 Dose Pfirsichhälften
  • Salz, Pfeffer
  • 100 g gehobelte Mandeln
  • wird mit Trockenreis gegessen

Zubereitung

Das Fleisch in einer Saucenpfanne in ordentlich Bratbutter anbraten. Gegen Schluss einen EL Curry über das noch brutzelnde Fleisch geben und dieses darin wenden. Das Fleisch leicht salzen und pfeffern und wegstellen. In der gleichen Pfanne etwa 30g Butter schmelzen, danach das Mehl und die restlichen 2 EL Curry hinzugeben, auf kleiner Stufe bei ständigem Rühren dünsten, bis sich Bläschen bilden und das Mehl einige Momente lang in der Butter gebrutzelt hat. Jetzt mit der kalten Milch und dem kalten Wasser ablöschen und unter ständigem Rühren mit dem Schwingbesen aufkochen. Wenn man sieht, dass die Sauce dicker geworden ist, die Hitze reduzieren und auf kleiner Stufe weiter arbeiten. Salz, Pfeffer und ganz wenig Muskatnuss beigeben und die Sauce 10 Minuten leicht köcheln lassen, dabei immer wieder rühren. Danach die Hälfte des Sirups aus der Aprikosendose und die Hälfte des Safts der Ananasdose hinzufügen, das Fleisch zurück in die Sauce geben, 10 Minuten auf kleiner Stufe mitköcheln. Rahm beigeben, abschmecken. Nach Belieben mehr Salz, Pfeffer, Rahm oder Curry beifügen.

Aus dem Trockenreis einen Ring Formen, Sauce in die Mitte geben und wie auf dem Foto mit gerösteten Mandeln garnieren.

Im Dossier: Alle Food-Blogs von Zoe Torinesi