Saturday Night Fever

Saturday Night Fever

Trends und Tücken im Nachtleben - scharf beobachtet von DJ TapTap.

Roby gibt Gas

Auch in der Zürcher «Szene» kommt es vor, dass Freunde sich verkrachen. Sie finden dann neue Freunde, mit denen sie auf den Putz hauen. Wer allerdings mal ein bisschen ruhiger wird, kommt oft zum Schluss, dass man solo gar nicht so schlecht fährt.

 «Züri hätt im Fall die höchschti Clubdichti vo Europa», faselt der bereits gefährlich schwankende Hipster inklusive Bier in der Hand in der Zürcher Talacker-Bar. Ja, äh, danke, auch schon gehört. Mussmalzigarettenholen. 

Des Hipsters Worte bestätigt mir am nächsten Tag my beloved Google. Wie viele Clubs die Limmatstadt genau zu bieten hat, ist schwer zu sagen, aber es sind saumässig viele. Und weil sich in der helvetischen «Szene» so viele Menschenkinder tummeln, ist sie auch so was wie ein eigenes kleines Städtchen. Man trifft sich an einer Party, knutscht auf dem Dancefloor, verliebt sich, stellt vielleicht sogar zusammen eine Eventserie auf die Beine, heiratet, betrügt - und verlässt sich wieder. Erfolge werden gefeiert, Niederlagen eingesteckt. Meist wird um die internen Storys nicht viel Wind gemacht. Man ist ja schliesslich diskret und neutral.

Einige wenige Ausnahmen gibt es. Paradiesvogel Roby Matic, besser bekannt als Roby Rob, ist einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt und immer wieder für Furore sorgt - was nicht bei allen gut ankommt. Jahrelang war er als MC von DJ Antoine unterwegs, die beiden galten als dicke Freunde, ein Dreamteam. 2010 kam der grosse Bruch: «20 Minuten» zitierte Roby: «DJ Antoine ist ein egoistischer, geldgeiler Vogel, der mich abgezockt hat!» An dieser Stelle soll die Story nicht noch einmal aufgerollt werden, nur so viel: Es ging um Geld, Plagiatsvorwürfe und mehr Unschönes. Roby schrie seinen Verdruss in die Welt und die Medien heraus, man war enttäuscht im Lager Matic.

Mit Mr. Da-Nos und Roby Rob wurde bald darauf ein neues Duo Infernale gegründet, welches Weekend für Weekend ordentlich auf die Kacke haute und ziemlich oft auch über die Stränge schlug. Jetzt ist Roby allerdings ruhiger geworden, wie er mir versicherte. Nicht geschäftlich und musikalisch, aber in Sachen Eklats. Man werde ja älter und reifer. Und man wolle nochmal richtig Gas geben, habe ein Paar Projekte im Köcher. Anfang 2012 sicherte er sich die Rechte zu «Kimnotyze» von US-Rapperin Lil' Kim und lud fürs Video zum Coversong Model Ronja Furrer, Miss Schweiz Alina Buchschacher und DJ Tanja La Croix ein. Rita Ora ist auch zu sehen, das aber glaub eher zufällig. Der Song wird in mehreren europäischen Ländern released, im Frühjahr 2013 geht Robys erste Tour als Solokünstler los. Das ehemalige Enfant Terrible scheint angekommen und ist stolz auf sein erstes «Baby». Ich gratuliere.