Blog Logo

Stadt - Berg einfach

Sarah suchte in Saas Fee den Kick. Und ist jetzt zurück in Zürich.

Geburtstag mit Pechsträhne

Unsere Bloggerin wird 30. Happy Birthday! Und: Herzliches Beileid! Die grosse Party fällt nämlich buchstäblich ins Wasser.
30. Geburtstag Party
© iStockphoto

Die grosse Sause war schon geplant. Doch jetzt wird Bloggerin Sarah ihren 30. Geburtstag anders feiern müssen.

So, morgen ist es so weit. Ich habe mal wieder Geburtstag. Und weil es ein besonderer Geburtstag sein wird, den ich aber nicht unbedingt mit Ungeduld erwartet habe, machte ich mir schon länger ein paar Gedanken darüber, was ich denn zum Teufel wo auf der Welt treiben will, wenns dann so weit ist. Denn jetzt kann ichs euch ja sagen: Ich werde 30. Eigentlich habe ich so gar keine Lust, meine 20er schon aufzugeben, aber da hat man wohl keine Wahl. Eigentlich kann es mir auch recht egal sein, jedenfalls, nachdem ich noch in der letzten Woche zweimal beim Bier kaufen nach meinem Ausweis gefragt wurde (eeeh - exgüse?!). Trotzdem, so ne 3 am Rücken, daran muss man sich dann erst mal gewöhnen.

Anyway, die ganzen Fragen, wo man sich vor zehn Jahren in dem Alter gesehen hat, blablabla, die brauche ich mir eigentlich nicht zu stellen, weil im Prinzip in den meisten Bereichen meines Lebens alles viel cooler gekommen ist, als es sich ein knochiger 20-jähriger Grünschnabel mit Pumuklhaaren jemals hätte vorstellen könnte. Das heisst: Die existenzielle Krise wird hoffentlich ausbleiben morgen.

Und trotzdem wollte ich mich absichern und bloss nichts Falsches planen für diesen Tag. So dachte ich mir erst: Wegfliegen, am besten alleine und weit. Diesen Plan verwarf ich dann erst mal, weil erstens emotional riskant (wenn allein) und zweitens: Steuer- und AHV-Rechnungen. Flüge kosten Geld, Geld, das ich gerade nicht habe. Dann kam eine Option auf, die ebenfalls verlockend klang: Ein Rave auf einem Schloss, irgendwo im Burgund, mit vielen, vielen Leuten, die ich nicht kenne. Blöd nur: Mein Interesse für elektronische Musik und den Lifestyle, der damit einhergeht sinkt exponenziell mit meinem steigenden Alter. Weg damit. Die letzte Idee erschien mir dann vernünftig: Eine zweitägige Wanderung mit engsten Vertrauten. Gute Sache, ich wandere gerne und Wein gibts auf jeder Berghütte. Deal.

Um aber trotzdem nicht unfair zu werden, habe ich parallel noch einen kleinen Trick angewendet, wie ich trotzdem Freunde und Bekannte in meinen Alterungsprozess einbeziehen kann, ohne gross im Mittelpunkt zu stehen und ohne allzu tief in die leeren Taschen zu greifen: Eine Party am kommenden Wochenende, die aber vorwiegend eine Party unseres Modelabels ist, wo dann im Kleingedruckten auch noch mein Geburtstag erwähnt wird, sodass sich alle eingeladen fühlen und keiner ausgeschlossen. Im Prinzip eine super Idee. Nein, über Monate war ich eigentlich überzeugt: Es ist DIE Idee. Im Prinzip.

Nur: Im Prinzip lief seither alles schief. Die Wetterprognosen fürs Berner Oberland sind unterirdisch, mit harter Gewitterlage und möglichem Schneefall (echt jetzt?!). Die Hüttenreservation ist nicht mehr zu annulieren, da wir dann trotzdem bezahlen müssten. Also es muss da gepennt und gegessen werden, egal, obs Fussbälle hagelt.

Und damit nicht genug: Vorletzte Woche haben wir zudem erfahren, dass der Club, wo wir jeweils unsere Labelpartys veranstaltet haben, wegen Ärger per sofort schliessen muss.

Das heisst für mich: Meine zweitägige Bergwanderung wird wohl eine Busfahrt zu einer Hütte und zurück. Und meine getarnte Riesengeburtstagsparty wird nun ein stinknormales Grillfest.

Hätte ich doch nur den verdammten Flug gebucht. Oder mein Alter mein Leben lang Irina-Beller-Style geheim gehalten, wie ich es mal vorhatte. Oder den Geburtstag auf bessere Zeiten verschoben.

Mit dem Alter wird man wohl doch nicht zwingend weise.

Im Dossier: Alle Blogs von Sarah Rüegger