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Wenn ins Rote Meer gestochen wird

Ist es normal, beim und nach dem Sex zu bluten?

Die intime Zweisamkeit endet überraschend rot? Keine Panik, oft sind die Gründe dafür ziemlich harmlos. Wir zeigen auf, was genau die unangenehme Sauerei ausgelöst haben könnte.

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Nein, ihr wart nicht einfach nur zu wild. Gründe für eine Blutung nach dem Sex gibt es viele – die meisten davon sind harmlos. 

instagram/onna_lifestyle

Blut auf dem Laken – eine Horrorsituation, die wohl schon viele Frauen einmal nach dem Sex erleben mussten. Und das, obwohl mal man während des Aktes gar keine Schmerzen hatte. Völlig klar, dass man da erstmal erschrickt. Dabei ist dieses Szenario gar keine Seltenheit: Schätzungsweise litten weltweit sechs bis neun Prozent aller Frauen schon einmal unter einer Blutung nach oder während des Geschlechtsverkehrs (die Dunkelziffer ist wohl noch weitaus höher). So gross die Panik in den ersten Minuten auch ist, es muss nicht zwingend etwas Schlimmes dahinterstecken. Wem der blutige Vorfall regelmässig passiert, sollte unbedingt seine*n Gynäkolog*in aufsuchen, um die Symptome untersuchen zu lassen und gefährlichere Ursachen ausschliessen zu können. Für alle, die sich fragen, was wohl hinter den postkoitalen Blutungen stecken könnte:  

Die Periode kam zu früh

Eigentlich seid ihr noch gar nicht so weit? Mit der neuen Einnahme oder dem Absetzten einer hormonellen Verhütung, zu wenig Schlaf, Stress oder sonstigen Veränderungen eures Alltags kann sich der Zyklus schon mal verlängern oder eben verkürzen – blutige Überraschungen inklusive.

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Die Vagina ist zu trocken

Produziert der Körper zu wenig Östrogene – das passiert vor allem während der Menopause, beim Stillen oder anderen hormonelle Schwankungen – ist der Blutfluss in der Vagina oft gestört. Die Folge: Sie ist weniger elastisch und beim Sex deutlich mehr Reibung ausgesetzt. Ist die Vagina trotz sexueller Stimulation nicht durchblutet, wirds auch mit dem Feuchtwerden, der gesteigerten Scheidenfeuchtigkeit, nichts. Die einfache Lösung, bis sich alles wieder eingependelt hat: Gleitgel.

Eine vaginale Infektion

Unbehandelte Infektionen wie Vaginalpilze oder bakterielle Vaginose können sich schnell auf die den Gebärmutterhals ausbreiten und dort Entzündungen verursachen. Auch wenn das meist gar nicht weh tut, raten Gynäkolog*innen, bis zur Abheilung erstmal auf Sex zu verzichten.

Die Verhütungsspirale ist kaputt gegangen

Aus verschiedenen Gründen kann es schon mal passieren, dass die Kupferspirale während des Geschlechtsverkehrs bricht. Merkt man, dass sie gebrochen ist, sollte man unbedingt seinen Frauenarzt aufsuchen. Denn: kaputte Spirale gleich keine Verhütung.

Ihr leidet unter Ektopie

Unter Ektopie versteht man eine Verlagerung von Gewebe an eine ungewöhnliche Stelle innerhalb des Körpers. So kann es auch am Muttermund zu Wucherungen kommen. Da dieses Gewebe sehr empfindlich ist, kann es bei den Betroffenen beim Sex zu einer starken Blutung kommen. Und die ist nichts für schwache Nerven: Da kann das Bett schon mal aussehen wie nach einem üblen Gemetzel. Drum: ab in die Gynäkologie!
Aber keine Angst, dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit – durch Veröden des Gebärmutterhalses lassen sich die unangenehmen Splatterblutungen relativ einfach in mehreren Sitzungen beheben. Auch das klingt wieder schlimmer, als es ist: Hier wird nichts mit glühendem Eisen repariert, das Ganze funktioniert völlig schmerzfrei mit einer Creme.
Auch hier lohnt es sich – wie in allen Bereichen des Lebens – seine Erfahrungen mit den Freundinnen zu teilen. Denn viele tragen die Symptome beschämt und ratlos mit sich herum. Und eine Hand wäscht ja bekanntlich die andere.

Von Denise Kühn am 12.06.2020
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