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Scrollen statt küssen

So (zer)stört das Smartphone unser Sexleben

Es ist das erste und letzte, was wir täglich in den Händen halten – für unser Liebesleben ist es das Todesurteil. Die Rede ist von keinem anderem als dem Handy. Warum wir es von jetzt an aus dem Schlafzimmer verbannen, lest ihr hier.

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Wenn nachts nur noch das Licht des Handys Wärme schenkt, läuft was falsch.

Getty Images

Zuhause mit dem Partner im Bett ist es doch am Schönsten: wenn man sich im Kerzenschein an den anderen schmiegen und seine Wärme spüren kann. Ein tiefer Blick in die Augen, man ist nur noch zu zweit und verschmilzt zu einem Ganzen. In diesen Momenten bleibt die Welt stehen. Aber plötzlich summt es auf dem Nachttisch, das Smartphone des Partners leuchtet auf.

Die Welt dreht sich wieder. Neugier macht sich breit. Wer hat wohl geschrieben? Ist es ein Notfall? Oder noch schlimmer: Ist es ein/e andere/r? Werden wir betrogen? Die Welt dreht sich immer schneller. Das halten wir nicht aus. Nichts wie raus aus der Kiste – wir müssen jetzt erstmal über die Zukunft der Beziehung nachdenken. Unsere Lust nach besinnlicher Zärtlichkeit? Verflogen.

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Strahlende Schönheiten ermüden die Augen

Na gut, vielleicht haben wir ein bisschen überreagiert und es war nur ein Gute-Nacht-Gruss von der Mama. Aber trotzdem hat das Handy einmal mehr dazwischen gefunkt. Häufig zwingt uns die Macht der Gewohnheit dazu. Heutzutage ist es schliesslich ein Ritual, dass man vor dem Einschlafen nochmal alle Apps durchstöbert und die letzten Infos aus dem Universum der sozialen Medien saugt. Aber sei es nur ein einziger Like, den unser Partner noch kurz auf Angelina Jolies neustem Instagram-Bild hinterlassen will. Er lenkt ab. Und zwar vom Sex.

Nicht, dass wir eifersüchtig wären. Wir finden auch, dass die amerikanische Schauspielerin unglaublich schön ist und heller strahlt als alle Handylichter der Welt zusammen. Aber für uns gibt es so statt leidenschaftlichem Geknutsche nur noch einen Mini-Kuss auf die Stirn. Der Partner ist nämlich vom ganzen Scrollen, Swipen und dem besagten Licht schon ganz erschöpft. Aber naja, soll er eben von seiner Angelina träumen.

Lasset den Kampf um Aufmerksamkeit beginnen

Fakt ist: Das Smartphone stört. Es schafft aus vergnüglicher Zweisamkeit einen ungewollten Dreier. Ob mit Angelina Jolie oder sonst wem, spielt eigentlich keine Rolle. Was zählt, ist Aufmerksamkeit und die soll einzig und allein auf uns gerichtet sein. Das ist gar nicht so einfach, wenn man mit einer Jolie konkurriert. Sie lässt schliesslich mit jedem Post einen Klingelton ertönen, der in unserem Partner Interesse weckt. Und so krallt sie sich mit einem einzigen Schnappschuss seine Hände, die nun am Smartphone, statt unserem Körper kleben.

Wir. Sind. Selbst. Schuld.

Aber wir wollen Jolie nicht alles in die Schuhe schieben. Sie kann schliesslich nichts dafür, dass sie so heiss ist. Und auch das Smartphone trägt nicht die Schuld daran, dass es auf dem Nachttisch liegt und bei jeder Kleinigkeit einen nervigen Piepser von sich gibt. Der Sündenbock sind wir selbst. Oder unser (Sex-) Partner. Schlussendlich entscheidet nämlich der Menschen, ob das Schlafzimmer zur handyfreien Zone erklärt wird oder nicht.

Stumm schalten oder weg damit

Lohnen würde es sich auf jeden Fall. Wird beispielsweise im Bad das letzte Selfie geknipst, die letzte Nachricht beantwortet und der letzte Like vergeben, bleiben Hände und Kopf im Bett frei für andere Aktivitäten.

Wer das Smartphone trotzdem nicht ausser Sichtweite haben will, sollte es zumindest stumm schalten. Auf der Reise ins Land der besinnlichen Stunden bietet sich der Flugmodus an. Und wenn jetzt während des Vorspiels nicht die Haustür klingelt oder jemand aus dem letzten Jahrhundert plötzlich aufs Festnetz anruft, dann steht dem Sex nichts mehr im Wege.

Von Lara Zehnder am 30.01.2020
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