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Besuch von Tante Rosa

Tampon über Nacht tragen: Ja oder nein?

Er macht, dass wir für ein paar Stunden Ruhe haben und auch während der Periode so ziemlich alles tun können, was wir wollen. Manchmal vergessen wir sogar, dass der Tampon da ist – was nicht ungefährlich ist. Wie sieht es eigentlich über Nacht aus? Dürfen wir ihn so lange drin behalten?

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Wusstet ihr, dass der gepresste Wattebausch von einem Mann erfunden wurde? 

Getty Images/Refinery29 RF

Es gibt ihn seit fast 90 Jahren: den Tampon. Er revolutionierte das Leben der Frauen und zählt noch heute zu einem der beliebtesten Hygieneprodukte während der Mens. Praktisch, bequem und (zumindest in 99% der Fälle) zuverlässig – kaum etwas spricht gegen den kleinen, weissen Retter. Bestünde da nur nicht die Gefahr, dass man vergisst, den Helfer wieder rauszunehmen. Bleibt der Tampon zu lange in uns, riskieren wir eine gefährliche Infektion.

Wie lange darf man Tampons tragen?

Gehört ihr auch zu denjenigen, die immer zum grösstmöglichen Tampon greifen, der dank Extra-Auslaufschutz gaaanz viel Blut aufsaugt und so nur ein bis zweimal am Tag gewechselt werden muss? Verständlich. Schliesslich ist es total nervig, ständig auf die Toilette rennen zu müssen, weil man das Gefühl hat, schon wieder auszulaufen. Würden wir brav auf die Ärzte hören, müssten wir den Tampon jedoch allerspätestens nach acht Stunden wechseln. Noch besser wäre es nach fünf oder sechs Stunden. Denn je länger ein Tampon Zeit hat, sich mit Blut vollzusaugen, desto grösser ist die Gefahr, dass sich ein toxisches Schocksyndrom entwickelt. Das ist eine bakterielle Infektion, die hohes Fieber, Gliederschmerzen, Erbrechen, Schwindel und Ohnmacht verursacht – und (auch wenn das nur sehr selten vorkommt) im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann. 

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In der Nacht drin lassen – eine gute Idee?

Das toxische Schocksyndrom wird durch ein Bakterium ausgelöst, das sich überall tummelt: In der Natur, auf unserer Haut und auch in der Vagina. An sich ist es völlig harmlos. Doch ein vollgesogener Tampon erhöht die Gefahr, dass sich das Bakterium stark vermehrt – als Folge kann eine Infektion entstehen. Experten empfehlen deshalb, in der Nacht komplett auf den Tampon zu verzichten (es sei denn, ihr kommt mit fünf Stunden Schlaf gut aus). Gerade in den ersten Tagen, wenn die Mens besonders stark ist, ist der Tampon über Nacht keine gute Idee. Wie man die Blutung besser stoppt? Neben klassischen Einlagen ist eine Menstruationstasse, die das Blut auffängt, in jeder Hinsicht die bessere Alternative. 

Was sind die Alternativen?

Zum Glück ist die Menstruationstasse ihr «Eklig»-Image längst losgeworden. Inzwischen gilt sie zurecht als nachhaltigere und gesündere Alternative zum Tampon. Weil sie aus medizinischem Silikon besteht, das weder die Scheide austrocknet noch Infektionen hervorruft, kann sie bedenkenlos bis zu 12 Stunden getragen werden. Ihr könnt euch mit der Tasse also seelenruhig nach einer langen Partynacht ins Bett fallen lassen und gaaanz lange ausschlafen. 

Von Jana Giger am 16.12.2019
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