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So geht Sonnenschutz

Das habt ihr beim Eincremen immer falsch gemacht

Die Sonne brennt. Wir haben eine heisse Woche vor uns – und sollten uns dringend eincremen. Und so geht das richtig.

Sonnencreme habt ihr immer falsch aufgetragen

Wer Sonnencreme falsch oder zu spät aufträgt, riskiert auf lange Sicht Hautkrebs.

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Diese Woche knacken wir Rekorde. Uns stehen die heissesten Tage des Jahres bevor. Und ja, auch wir würden das Büro am liebsten gleich in die Badi verlegen. Die Sonnenbrand-Gefahr ist hoch, die brandrote Erinnerung an die Sonne ist aber auch 2019 noch gefährlich. Sonnencreme sollte ab jetzt unsere beste Freundin sein. Doch taugt die Tube vom letzten Jahr überhaupt noch was? Kaum einer weiss so ganz genau. Übrigens gibt es auch bessere und schlechtere Wege, sich einzucremen. Damit der Sonnenbrand diese Woche keine Chance hat, nehmen wir uns folgende vier Fakten jetzt wirklich einmal zu Herzen:

Sonnencreme kann ablaufen

Gleich vorneweg: Ja, Sonnencreme kann ablaufen. Ungeöffnet halten die Cremes, Lotions und Sprays zwischen 30 und 36 Monate lang. Sind sie mal offen, dann bleiben nur noch 12 Monate Haltbarkeit (byebye Tube vom vorletzten Jahr). Für Strandgänger, Badi-Fans und andere Sonnenanbeter kommt jetzt das grosse ABER. Lag die Sonnencreme oft und über längere Zeit in der prallen Sonne oder wurde durch Sand oder Dreck verunreinigt, kann das die Haltbarkeit drastisch reduzieren. Spätestens wenn das Mittel verdächtig riecht, sollte man es nicht mehr verwenden. Kleiner Tipp: Wer das einige Zeit VOR dem ersten Sonnenbaden checkt, hat noch Zeit, Nachschub zu besorgen.

Klopfen statt cremen

Ob Sprays, Cremes oder Gels – wenn der LSF stimmt, spielt die Art des Produkts eigentlich keine wesentliche Rolle. Viel entscheidender ist, wie wir den Sonnenschutz auf unseren Körper auftragen. Einfach einschmieren? Besser nicht. Diese Technik kann im schlimmsten Fall sogar schaden. Schnelles Verreiben kann empfindliche Haut leicht irritieren und sie damit anfälliger machen. Besser ist, die Creme einzuklopfen. So verteilt sich der LSF besser auf der Haut, zieht rascher und tiefer ein. Das verhindert fleckige Bräune oder Sonnenbrand. Schon klar, auf dem ganzen Körper UV-Schutz einzuklopfen, ist etwas aufwändig. Wer es eilig hat, sollte aber zumindest oft vergessene und empfindliche Stellen behandeln.

 

Der Lichtschutzfaktor ist nur theoretisch korrekt

Eigentlich ist das mit dem Lichtschutzfaktor eine einfache Sache: Multipliziert man ihn mit der Eigenschutzzeit (das ist die Zeit, die man ohne Creme in der Sonne liegen kann, ohne zu verbrennen) ergibt das die Anzahl der Sonnenschutz-Minuten. Wer eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten hat, eine Sonnencreme mit LSF 20 benutzt, kann 200 Minuten sonnenbaden. Theoretisch. In der Realität gehen wir mit der Creme aber viel zu sparsam um. Das reduziert die Schutzwirkung laut Experten um etwa 40 Prozent. Im Beispiel dürften wir dann noch maximal 120 Minuten die Sonne anbeten. Übrigens: Auch regelmässiges Nachcremen ist kein Schlüssel für Glückseligkeit. Sonnenschutz lässt sich nicht addieren. Ist die Zeit abgelaufen – raus aus der Sonne. Sorry dafür. 

Wasserfeste Sonnencreme ist eine Marketing-Lüge

Die schöne Idee, sich am Morgen mit wasserfester Sonnencreme einzureiben (oder einzuklopfen!) und dann bis am Nachmittag Ruhe zu haben, geht leider nicht auf: Der Schutz hält maximal noch während der Zeit im Wasser, lässt aber spätestens im Trockenen wieder nach. Wer dann nicht nachcremt, riskiert einen fiesen Sonnenbrand. Und ist auch noch nachlässig – schliesslich wisst ihr es jetzt besser.

Von Malin Mueller und Denise Kühn am 24. April 2019