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Falsche Belohnung

Deshalb essen wir zu viel, wenn wir Sport machen

Wer Kalorien verbrennen möchte, kann mehr Sport machen. Mehr Bewegung hat aber auch einen Einfluss auf unser Essverhalten. Eine neue Studie bestätigt jetzt, dass ein Workout auch zur Kalorienfalle werden kann.

Hanteln und Toast auf einer Waage

Mehr Hanteln, weniger Toastbrot – wer die Erfolge seines Trainings nicht sabotieren möchte, muss auch richtig essen. 

Getty Images

Das Workout ist beendet und noch bevor die letzte Schweissperle verdunstet ist, lauft ihr zum Kühlschrank. Verdient habt ihr es ja schliesslich. Leider ist das nicht immer die beste Idee. Vor allem dann, wenn man durch den Sport eigentlich Kalorien verbrennen möchte. Denn wer sich mit Essen belohnt, bewirkt meistens das Gegenteil. Anstatt weniger, nimmt man sogar mehr Kalorien zu sich.

Ein Phänomen im Sportkontext

«Im Sportkontext haben wir das Phänomen, dass Menschen nach körperlicher Bewegung zu viel essen», erklärt Prof. Dr. Karsten Köhler, Leiter der Professur für Bewegung, Ernährung und Gesundheit an der Technischen Universität München. Anhand eines Experiments untersuchten er und sein Team jetzt erstmals, welchen Einfluss Sport auf das (un-)mittelbare Ernährungsverhalten hat.

Für die Studie wurden 41 gesunde Teilnehmer*innen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren mit einem durchschnittlichen BMI von 23,7 beim ersten Besuch nach dem Zufallsprinzip entweder einem 45-minütigen Training oder einer gleich langen Ruhephase zugewiesen und absolvierten beim zweiten Besuch die jeweils andere Studienbedingung. Zudem füllten sie vor und nach dem Training Fragebögen zu ihrem subjektiven Hungergefühl aus. So mussten sie zum Beispiel angeben, welche Nahrungsmittel und welche Portionsgrösse sie bevorzugen.

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Das Training steigert den Hunger

Das Ergebnis: Im Vergleich zum Ruhen sorgte Bewegung zu einem grösseren Anstieg der gewählten Nahrungsmenge, sowohl unmittelbar nach dem Training als auch 30 Minuten danach. «Auf Basis der Studie konnten wir erstmals zeigen, dass sich bestimmte Eigenschaften, wie die Menge und die Dringlichkeit, mit der eine Person essen möchte, über den Verlauf einer körperlichen Belastung verändern», ordnet Prof. Köhler die Ergebnisse ein. «In Anbetracht der Tatsache, dass die Gewichtsabnahme für viele ein Hauptmotiv für das Sporttreiben ist und ein Nichterreichen der gewünschten Gewichtsabnahme den Ausstieg aus dem Sport wahrscheinlich macht, könnten unsere Erkenntnisse die langfristige Einhaltung von Trainingsprogrammen verbessern und zu günstigen gesundheitlichen Ergebnissen über die Gewichtsabnahme beitragen.»

Ein guter Plan hilft

Jetzt kein Sport mehr zu machen, weil man Angst hat, dadurch mehr zu essen, ist sicher keine Lösung. Besser wäre es, wenn man sich schon vor dem Training über seine Mahlzeiten Gedanken macht. Also nicht einfach wahllos im Kühlschrank das Lieblingsjoghurt schnappen, sondern zur richtigen Zeit eine ausgewogene Mahlzeit isst und diese dann auch geniesst.
Wie der perfekt gesunde Teller aussieht, könnt ihr hier nachlesen >

Von lm am 07.04.2021
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