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Neuer Sommertrend?

Für Rasierer wird jetzt mit Schamhaaren geworben

In ihrem neuesten Werbespot präsentiert die US-Marke «Billie» Körperhaar, statt seidig-glatter Haut. Brechen sie damit jetzt ein Tabu und setzen einen Trend? Oder ekelt es uns dann doch?

Schambehaarung – neuer Sommertrend?

Die meisten macht der Anblick eines ungestutzten Schrittes vermutlich stutzig. Wieso wirbt ein US-Rasierer-Brand damit?

instagram/billie

Im Werbespot «Red, White, and You Do You» wirbt ein amerikanischer Beauty-Konzern mit einer Horde schöner Frauen, die sich am Strand räkeln. Für einen Rasier-Spot nicht ungewöhnlich – auf den ersten Blick. Denn: Statt mit dem neusten 5-Klingen-Rasierer über ohnehin schon seidig-glatte Beine zu gleiten, präsentieren sich die Frauen (die übrigens mal keiner Size Zero entsprechen) mit Körperbehaarung.

Wirkt im Gegensatz zu anderen Enthaarungs-Spots ziemlich durchdacht, oder? Wenn wir uns in der Realität rasieren, dann ja wohl eher, weil wir Stoppeln haben und nicht, weil unsere Haut sowieso schon glatt wie ein Babypo daherkommt. In der Billie-Werbung bekommen wir dann aber nicht nur harmlose Härchen auf den Beinen zu sehen. Nein, die Beach Beauties tragen Scham- und Achselhaar.

 

Wer nun denkt, dass Billie mit diesem Video verdeutlichen will, dass deren messerscharfe Klingen wirklich durch jeden Busch kommen, der irrt. Überraschenderweise bleiben die Frauen bis zuletzt, wie sie sind – behaart. Sich für die herausspriessende Intimfrisur schämen? Von wegen. Die Girls spreizen die Beine, steigen beflügelt über die Linse der Kamera.

Kontraproduktiv für einen Rasierer-Hersteller? Ashley Armitage, Director des Videos, sieht das folgendermassen:

«Wir wollten zeigen, dass Körperbehaarung eine eigene Entscheidung ist – rasieren, wachsen oder sogar beides. Alles ist okay.»

«Alles» bedeutet eben auch, sich für nichts von beidem zu entscheiden. Der Clip ist cool, irgendwie ermutigend – denn das Prozedere der Intimrasur empfindet wohl niemand als angenehm. Aber würden wir uns tatsächlich unrasiert in die Badi legen? Soweit unsere vom grellen Sonnenlicht geblendeten, schweissunterlaufenden Augen das beurteilen können, fläzt die Mehrzahl der Schweizer Frauen dann doch eher mühevoll enthaart auf den Brettern der Badeanstalt. Täuschen wir uns?

Von Denise Kühn am 28. Juni 2019