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  4. Hypotonie: So gefährlich ist ein tiefer Blutdruck

Von Schwindel bis zur Ohnmacht

Wie gefährlich ist ein zu tiefer Blutdruck?

Ein zu hoher Blutdruck ist ungesund – das ist allgemein bekannt. Viele jüngere und schwangere Frauen leiden jedoch genau am Gegenteil: Ihr Blutdruck ist viel zu niedrig. Die Folgen: Schwindel, Schwächeanfälle bis hin zum Kollaps. Aber wie schädlich ist ein zu tiefer Blutdruck auf Dauer und was hilft dagegen?

Blutdruckmessung einer jungen Frau

Der Blutdruck lässt sich mithilfe von zwei Werten messen: Dem oberen und dem unteren Blutdruckwert.

Getty Images

Wer schon mal einen Kreislaufkollaps hatte, der weiss, wie unangenehm das Gefühl ist. Alles dreht sich, der Puls beginnt zu rasen, man bekommt Schweissausbrüche, die Augen flackern und plötzlich wird alles schwarz. Grund für eine plötzliche Ohnmacht ist meist ein zu tiefer Blutdruck, respektive eine Hypotonie, wie es in der Fachsprache heisst.

Im Normalfall kippen Menschen jedoch nicht einfach so um. Meist ist ein Schock die Ursache. Bei jungen, schlanken Frauen oder während einer Schwangerschaft kommt es jedoch häufig vor, dass der Blutdruck dauerhaft sehr tief ist. Das kann neben Zusammenbrüchen häufig zu Schwindel, Schwächeanfällen, Müdigkeit, Herzrasen oder Kopfschmerzen führen.

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So misst man den Blutdruck richtig

Wer an solchen Symptomen leidet, sollte einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Mit einer Blutdruckmessung lässt sich eine Hypotonie relativ leicht feststellen. Dabei werden zwei Werte betrachtet: der obere und der untere Blutdruckwert. Der erste erfasst den Moment, in dem das Herz neues Blut in die Arterien pumpt, sprich wo der Druck auf die Gefässe am höchsten ist. Der untere misst den Moment dazwischen, also jener, wo der Druck am tiefsten ist.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der Blutdruck bei einem Erwachsenen unter 120/80 mmHg. Von einer Hypotonie spricht man bei Werten von unter 90/60 mmHg. Ist der Druck zu tief, so zirkuliert das Blut zu langsam und es kann sein, dass zwischenzeitlich das Gehirn zu wenig durchblutet ist, was dann zu den unangenehmen Nebenwirkungen führt. 

Hypotonie ist in der Regel harmlos

Was sich schlimm anfühlt, ist zum Glück meistens harmlos. Während ein zu hoher Blutdruck die Gefässe stark belastet und Auslöser für viele Herz-Kreislauf-Krankheiten sein kann, schont ein tiefer Blutdruck die Gefässe maximal. So kann eine Hypotonie auf Dauer die Lebenserwartung sogar erhöhen und das Risiko für diverse Krankheiten senken.

Die Ursachen einer primären Hypotonie, wie man sie in dem Fall nennt, sind häufig unklar. Man vermutet, dass sie bis zu einem gewissen Grad vererbt wird, mit der körperlichen Verfassung zusammenhängt oder eine unausgewogene Ernährung der Grund ist. So sind neben jüngeren und schwangeren Frauen häufig auch ältere, hagere Menschen oder jene mit einer Essstörung betroffen.

Es gibt jedoch eine zweite Form der Hypotonie. Man nennt sie die sekundäre. Anders als bei der primären steckt bei dieser Form eine Krankheit hinter den tiefen Blutdruckwerten. So kann zum Beispiel eine Herzkrankheit, Blutarmut, eine hormonelle Störung oder auch eine chronische Infektion der Auslöser sein. Daher sollte man unbedingt abklären, woher die tiefen Werte kommen.

Tipps, um den Blutdruck zu erhöhen

Doch selbst bei einer «harmlosen» Hypotonie können die Symptome belastend sein. Vor allem bei einer orthostatischen. Bei dieser Sonderform sinkt der Blutdruck beim Aufstehen so tief, dass Betroffenen extrem schwindelig oder schwarz vor Augen wird und sie nicht selten in Ohnmacht fallen. Das ist jedoch im Normalfall nicht weiter schlimm, da die Personen sehr schnell wieder zu sich kommen. Bei den Stürzen ist jedoch die Verletzungsgefahr sehr hoch.

Mithilfe von ein paar Tricks, kann es gelingen, den Blutdruck ein wenig anzukurbeln. Dazu gehören folgende:

  • Regelmässiger Ausdauersport
  • Eine ausgewogene und salzhaltige Ernährung
  • Koffeinhaltige Getränke (wie schwarzer Kaffee)
  • Viel Wasser trinken (mindestens 2,5 bis drei Liter pro Tag)
  • Wenig bis gar kein Alkohol
  • Wechselduschen
  • Langsam und regelmässig aufstehen
  • Kompressions- oder Stützstrümpfe

Nützt alles nichts und sind die Beschwerden extrem hoch, gibt es auch blutdrucksteigernde Medikamente. Die werden allerdings nur in sehr seltenen Fällen eingesetzt.

 

Von Deborah Bischof am 10. Dezember 2021 - 09:00 Uhr
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