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Aberglauben wir das wirklich?

Ein Guide zum Handlesen für Anfänger*innen

Über die Grundlagen des Handlesens (die kann jede*r erlernen). Über den Unterschied zwischen Chirologie und Chiromantie (erklärt von der Expertin). Und über den angeblich richtigen und falschen Glauben (Religion und Aberglauben).

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Was sich von der Hand und ihren Linien und Fingern alles ablesen lässt – die Zukunft und Persönlichkeit.

Getty Images

11.11 Uhr. Irgendjemand hat mal erzählt, dass man sich etwas wünschen dürfe, wenn man jetzt auf die Uhr blickt. Seither wünscht die Autorin. Statistisch ist es schwer zu sagen, welche der Wünsche in Erfüllung gingen. Trotzdem. Sie wünscht weiter. Sie weiss, es gibt dafür keinen wissenschaftlichen Beleg.

Vernunft schlägt Fantasie…

… sagt der Entwicklungspsychologe Jean Piaget. Aber unser Gehirn kann gar nicht anders, als die Umwelt nach Mustern abzusuchen und sie auch zu finden. Deswegen haben wir Religionen, die mit brennenden Dornbüschen und Wundern arbeiten, deswegen haben wir den Aberglauben – die «witzige Variante» von Religion.

Wir unterscheiden zwischen Glauben und Aberglauben. Wir unterteilen Glauben in richtig und falsch. Das eine, das hat vor vielen Jahrhunderten hierzulande die christliche Kirche festgelegt. Das andere bekam mit dem Zusatz «Aber-» den Stempel Missglauben, falscher Glauben.

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Die Gehirne der Menschen, die an Übersinnliches glauben, haben einen fast schon übertriebenen Hang zur Assoziation. Sie sehen mehr in den Tintenklecksen des Rorschachtests und vielleicht eben auch in unseren Händen. An denen können Codes abgelesen werden. Zu unserer Zukunft (Chiromantie) und unserer Persönlichkeit (Chirologie)

Die Zukunft und die Seele in der Hand

Dabei müsse man grundsätzlich zwischen Chiromantie und Chirologie unterscheiden. Ersteres befasst sich mit der Zukunftsdeutung – bei der Chirologie geht es um Persönlichkeits- und Seelenpsychologie. Ihr Themengebiet. Für uns hat sie die Grundlagen dazu kurz zusammengefasst:

Neben den Handformen, die Auskunft über Grundcharakterzüge geben, achtet man bei Handanalysen vor allem auf die Formen und Ausrichtungen der Finger. Jeder Finger wird in Themen eingeteilt und im Grundsatz gilt:

Gerade Finger: Lebt und kennt seine Fähigkeiten. Geben und Nehmen sind im Einklang.

Krumme Finger: Passt sich an, verbiegt sich für andere und hängt noch an alten Mustern und Glaubenssätzen von der Vergangenheit fest.

Fingerspitzen Spitz: Empfindsam und verletzliche Menschen.

Fingerspitzen Rund: Diplomatisch und wohlüberlegt.

Fingerspitzen Eckig: Praktisch veranlagt, wenig Fingerspitzengefühl.

Lebenslinie

Die Lebenslinie beginnt zwischen Daumen und Zeigefinger. Sie verläuft in einem Bogen um den Daumenballen. Die Lebenslinie zeigt unsere Lebensqualität und nicht die Lebenslänge.

«Je klarer und deutlicher die Lebenslinie ist, desto robuster ist der Besitzer, die Besitzerin.»

Nadine Kunz, Mental Coach

Glaube und Wissenschaft?

Teile von dieser Art des Handlesens, wie von Nadine Kunz oben beschrieben, sind wissenschaftlich schon fundierter als die Chirologie. Sie kann weniger als Aberglaube abgetan werden. Beispielsweise ist bekannt, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt: Bei Männern ist der Zeigefinger im Vergleich zum Ringfinger etwas kürzer, während beide Finger bei Frauen meist gleich lang sind. Das Verhältnis zweiter Finger (2D) zum vierten Finger (4D) – also 2D:4D – ist bei Männern demnach kleiner als bei Frauen. Dies hängt mit dem Testosteronspiegel zusammen, dem ein Kind vor der Geburt ausgesetzt ist.

Alle weiteren Faktoren (hoher Testosteronspiegel, Neigung zur Promiskuität oder besser in Mathe) erlaubten keine Schlüsse über einzelne Personen. Sie spiegeln maximal Hinweise auf Trends wieder. Aber das alles sollte niemals völlig losgelöst von allen anderen, sie möglicherweise beeinflussenden Faktoren betrachtet werden. Man muss das immer auch im grossen Ganzen sehen. Wir vertrauen schliesslich auch nicht unser gesamtes Glück in diese eine Minute um Elf nach Elf.

Von Rahel Zingg am 14.07.2021
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