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Es geht weiter

10 Dinge, die dein zweites Kind mit dir macht

Kind 1 habt ihr überstanden? Wir gratulieren. Nun meldet sich Kind 2 an. Die Saga geht weiter – 10 Dinge, die anders sein werden.

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So idyllisch sind die Anfänge mit zwei Kindern meistens nicht. Das zweite Kind - und das ist ausgleichende Gerechtigkeit - stellt nochmal alles auf den Kopf. 

Getty Images/Westend61

Das erste Kind stellt alles, was ihr bisher kanntet, auf den Kopf. Nostalgisch erinnert ihr euch an das DAVOR. Damals, als ihr noch ein Sozialleben ganz für euch alleine hattet, damals als ihr nur für euch selbst verantwortlich gewesen seid. Inzwischen wisst ihr aber auch, dass so ein Kind ziemlich anstrengend und gleichzeitig wunderbar ist. Das mit dem Sozialleben ist euch vermutlich inzwischen egal. Ihr habt eure Prioritäten eh längst neu sortiert. Euer Leben ist schon fast wieder friedlich. Womöglich schläft das Kind sogar durch.  

Dann passiert Kind 2 – und so gehts weiter: 

1. Die Schwangerschaft, Episode 1 
Beim ersten Mal habt ihr vermutlich noch regelmässig in einem Buch à la «Meine Schwangerschaft» geblättert. Ihr wusstet im Wesentlichen, was da in eurem Bauch zum Zeitpunkt X gerade alles heranwächst. Rohmilchkäse habt ihr verteufelt (Listerien!!!) und euch vermutlich intensiv mit der Zeit DANACH befasst. Immerhin lassen sich allerhand Pros und Contras zu den verschiedenen Kinderwagenmodellen abwägen. Das Sixpack Wasser? Mais non. Das wird sicher nicht nach Hause geschleppt. Man soll als Schwangere ja keine schweren Sachen hochheben. Beim zweiten Mal rutscht ihr irgendwie so durch (das entspannt und irritiert zugleich. Nehm ich das zweite Kind weniger ernst?!?!?). Der Bauch ist im Wesentlichen einfach da, denn ... 

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Weshalb die männliche Begleitperson der schwangeren Frau das Kind nicht einfach abnimmt, steht in den Sternen. Grundsätzlich sollten Schwangere ja nix Schweres hochheben. Und so süss die grossen Brüder und Schwestern auch sind – so ein Zweijähriger ist im Durschnitt schwerer als ein Sixpack Wasser.

Getty Images/Westend61

2. Die Schwangerschaft, Episode 2 
... Kind 1 ist immer auch dabei. Ist das grosse Kind traurig und will hochgehoben und getröstet werden? Ihr hebt es hoch (im Wissen, dass ihr das nicht tun solltet, weil es Risiken für das Ungeborene birgt). Hat es gerade einen Zusammenbruch im Supermarkt? Ihr hebt es hoch (ausser vielleicht am Schluss, da geht das nicht mehr. Unter anderem auch, weil der Bauch dann riesig und im Weg ist). Euch tun die Füsse weh und ihr würdet euch gerne zwecks Entspannung kurz hinlegen? Kind 1 braucht genau dann vermutlich eine neue Windel. In kurz: Ihr funktioniert genauso weiter wie vor der Schwangerschaft. Erstgeborene (die selbst noch klein sind) pfeifen auf eure Bedürfnisse. Denn ihre eigenen stellen sie nicht mirakulös einfach ab. Das ist auch ok so. Sie sind ja selbst noch klein. Etwas Gutes hat das alles: Ihr merkt – hey, ich krieg das hin (sofern ihr natürlich nicht an irgendwelchen schwerwiegenden Schwangerschaftsbeschwerden leidet). Ihr nehmt euch und eure Schwangerschaft ein bisschen weniger ernst. Das entspannt.  

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Drei Worte zur Geburtsanzeige: Stresst. Euch. Nicht.

Getty Images/EyeEm

3. Die Geburtskarte – ein Trauerspiel 
Beim ersten Kind habt ihr euch vermutlich ganz viel Mühe gegeben. Ihr wolltet, dass alles perfekt ist. Wegen Punkt 2 habt ihr im Vorfeld der Geburt nicht allzu viel Zeit. Deshalb geht ihr das Grusskarten-Business vermutlich etwas legerer an. Jaja, das kommt schon gut, denkt ihr erst. Dann ist das Kind da. Lasst uns ehrlich sein, ihr habt nullkommanull Zeit, Dutzende Karten zu beschriften und personalisiert zu betexten. Im Maximum verschickt ihr den Klassiker: Bild, Gewicht, Grösse, Name – auf der Rückseite «liebe Grüsse XY» (Muster A). Alles vorgedruckt. Natürlich. Oder: Ihr lasst die Geburtskarten ganz weg und verschickt dann nach Eintrudeln der Geschenke direkt Dankeskarten (nach Muster A). Möglichkeit 3: Ihr macht gar nichts. Beim zweiten Kind ist das Verständnis für Time-Management-Probleme bei der Verwandtschaft und unter Freunden hoffentlich gross genug. Denn ihr habt grad andere Sachen zu tun. Wie zum Beispiel ... 

4. Wühltisch-Phänomen 
... gerade auf den Knien auf dem Estrich oder im Keller herumzurutschen, auf der Suche nach der Kiste mit der Grundausstattung von Kind 1, die da doch irgendwo sein muss. Ihr habt während der Schwangerschaft vernünftigerweise nicht noch einmal alles neu gekauft, sondern die Sachen von Kind 1 irgendwo aufbewahrt. (Wir verraten euch ein Geheimnis: Ihr wärt nicht die ersten Eltern, die alles doppelt anschaffen, weil ihr die ominöse Kiste nicht mehr findet).  

5. Schlechtes Gewissen kann noch schlechter werden 
Es ist so eine Sache mit Superlativen. Sie können normalerweise nicht superlativischer (ist das ein Wort??) als superlativ werden. Ausser beim schlechten Gewissen. Das schlechteste kann noch schlechter werden (pro Kind quasi). Das funktioniert so: Alle Eltern haben ein schlechtes Gewissen (nur die Trigger dafür unterscheiden sich). Und jedes Kind birgt neue innere Konflikte. Bei Kind 2 etwa folgende Dilemmas: Das neue Kind muss kurz warten (und schreit dabei vielleicht), weil wir gerade mit Kind 1 auf dem Klo sind? Schlechtes Gewissen («Ich kann doch das Baby nicht einfach alleine liegen lassen!»). Die Zeitaufteilung ist übrigens auch ein Thema. Es ist in der Realität nun einfach so: Mehr Kinder macht weniger Zeit pro Kind. Der Tag hat auch bei Eltern nur 24 Stunden (auch wenn wir anfangs im Durchschnitt deren 20 wach erleben). Deshalb, leider, findet euch damit ab: Das schlechte Gewissen wird nicht weniger.  

6. Ihr habt noch mehr Angst 
Leider, auch hier. Mehr Kinder, mehr Angst. Sorry. Allenfalls sorgt ihr euch wegen anderer Dinge. Ihr habt immerhin bei Kind 1 schon bewiesen, dass euch das Baby nicht täglich dreimal vom Wickeltisch fällt.  

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Wer schläft hier wohl im Durchschnitt besser?

Getty Images/Maskot

7. Ihr seid eure Zeitzone 
Vielleicht schläft euer erstes Kind schon durch, vielleicht braucht Kind 1 aber auch viel, viel, viel, viel länger als durchschnittliche kleine Menschen, bis es das mit dem Durchschlafen raus hat. In jedem Fall geht ihr beim Schlafen nochmals zurück auf Feld 1. Der grosse Vorteil: Ihr habt das alles schon einmal überstanden und allenfalls von Kind 1 ein paar Tricks gelernt. Ihr habt eure eigene Zeitrechnung. Ihr lebt im Dauer-Jetlag. Falls dem so ist, dann tut uns Punkt 8 ganz besonders leid ... 

8. Neues Kind? Alles neu 
In gewissen Punkten (zum Beispiel Wickeln, Baden, Ernährung, Krankheitssensoren) können wir beim zweiten Kind auf gewisse Erfahrungswerte zurückgreifen. Cool. Aber (sorry dafür) bei den meisten alltäglichen Dingen, geht wieder alles von vorne los. Mochte Kind 1 ganz besonders gerne Rüeblibrei? Dann könnt ihr im Prinzip davon ausgehen, dass Kind 2 andere Präferenzen hat. Das ist zugleich faszinierend: Zwei Kinder, gleiche Eltern, gleiches Zuhause – und doch sind sie wie Tag und Nacht. Anstrengend für euch, aber ehrlich gesagt auch ziemlich spannend.  

9. Finanzen 
Ja, wird teurer. Das ist eine simple Addition.  

10. Logistische Wunderkinder 
Es gibt den Ausdruck «Familien-Manager*in». Spätestens ab Kind 2 versteht ihr, was das heisst. Ihr dachtet, ihr hättet bereits mit einem Kind logistische Meisterleistungen vollbracht? Habt ihr. Bei Kind 2 merkt ihr: Oha, da gabs sogar noch Luft nach oben. Noch besser wirds, wenn Kind 1 dann im Kindergarten ist und ihr den Nachwuchs abends pünktlich an zwei Standorten abzuholen habt. Da bekommen regelmässige Familien-Meetings gleich noch eine weitere Dimension. Das Schöne daran: Ihr habt ab jetzt wieder viel häufiger Kontakt mit euren Partnern. Immerhin schreibt ihr euch regelmässig Nachrichten, wer, wann, wo, welches Kind einsammelt. Nun seid ihr die logistischen Wunderkinder, die von ihrem Handy aus die Welt regieren könnten.  

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Dieses friedliche Bild entspricht übrigens nicht der Realität des Durchschnitts. 

Getty Images

Supplement: Ein Wort zum Mutterschaftsurlaub 
Die Bezeichnung war bereits bei Kind 1 eine Frechheit. Bei Kind 2 ist diese Konnotation mit Ferien ein Affront. Es ist anstrengend. Lasst euch nichts anderes einreden.  

Von Bettina Bendiner am 06.01.2020
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