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Viele Familien sind betroffen

10 Dinge, die Eltern gegen Cybermobbing tun können

Fast alle Kinder in der Schweiz kommen früher oder später mit Cybermobbing in Berührung. Zwei grosse Akteure haben deswegen gemeinsam 10 Tipps verfasst, die helfen, dagegen vorzugehen.

This young person is hiding behind a false identity and is acting like a troll online. Stop bullying.

Mobbing im Internet betrifft in der Schweiz besonders viele Kinder und Jugendliche.

Getty Images

Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern, die am stärksten von Cybermobbing betroffen sind. Immer mehr Kinder sind betroffen. Pro Juventute und Henkel Beauty Care Schweiz setzten sich deswegen neu gemeinsam gegen Hass im Internet ein. Die beiden Akteure haben 10 Tipps verfasst, die Eltern dabei helfen, die Negativspirale von Cybermobbing zu durchbrechen. Eine Liste, die jede Mama und jeder Papa einmal gelesen haben sollte und die wir deswegen genau so veröffentlichen.

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1. Über Cybermobbing sprechen

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wenn Sie das Gefühl haben, dass es von Cybermobbing betroffen ist. Entwickeln Sie ein Bewusstsein für und Achtsamkeit gegenüber dieser Problematik. Denn ein Viertel der betroffenen Kinder und Jugendlichen sagt niemandem, dass sie belästigt werden und Hilfe brauchen. Viele schweigen aus Scham oder Angst, dass es noch schlimmer werden könnte oder weil sie die Eltern nicht belasten möchten.

2. Schnell reagieren

Mobbing wächst durch Schweigen. Je länger geschwiegen wird, umso besser kann sich eine Mobbingsituation ausweiten. Für Ihr Kind und für das Umfeld ist es wichtig, dass Sie schnell reagieren.

3. Von Schuldgefühlen entlasten

Die meisten Betroffenen suchen die Schuld bei sich selbst. Schaffen Sie eine Atmosphäre des Vertrauens und helfen Sie Ihrem Kind, über das Erlebte zu sprechen. Geben Sie ihm zu spüren, dass es keine Schuld trifft. Nicht förderlich sind Sätze wie: «Du hättest das Foto halt nicht in den Chat stellen sollen».

4. Unterstützung anbieten

Fragen Sie nach, sobald Sie merken, dass sich Ihr Kind zurückzieht und bedrückt ist. Bieten Sie Ihre Unterstützung an und geben Sie Ihrem Kind zu verstehen, dass Sie helfen wollen. Besprechen Sie gemeinsam, wie die nächsten Schritte aussehen könnten.

5. Klare Signale gegen Cybermobbing setzen

Cybermobbing sollte nicht toleriert werden. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass «Stopp» sagen notwendig und angebracht ist. Mit Reaktionen wie «Ich finde das nicht lustig. Hör bitte auf damit» gibt Ihr Kind der mobbenden Person ein Signal. Wenn die Attacken nicht aufhören, ist entscheidend, nicht weiter darauf einzugehen und nicht selbst zu beleidigen. Durch emotionale Reaktionen verschärft sich die Situation meistens nur unnötig.

6. Vorfälle melden

Sorgen Sie dafür, dass mobbende Personen gestoppt und ihre Profile blockiert und gesperrt werden. Melden Sie Vorfälle beim Betreiber der betreffenden Plattform.

7. Beweise dokumentieren

Sobald Sie von konkreten Vorfällen erfahren, sollten Sie die betreffenden Chatverläufe oder Fotos sichern, zum Beispiel per Screenshot. Achtung: Verschicken Sie kein Beweismaterial, sondern bewahren Sie dieses für eine allfällige Anzeige auf.

8. Die Schule informieren

Oft passieren Vorfälle im Schulumfeld, da Mobbing meist in einer Gruppe vorkommt, die über längere Zeit besteht. Deshalb empfiehlt es sich, mit der Lehrperson oder der Schulsozialarbeiterin, dem Schulsozialarbeiter Kontakt aufzunehmen. Gemeinsam können Sie das weitere Vorgehen besprechen.

9. Die Polizei einschalten

Obwohl es kein spezielles Gesetz gegen Cybermobbing gibt, sind verschiedene Handlungen unzulässig und strafbar. Eine Anzeige ist jedoch nicht immer zielführend und kann die Situation noch verschlimmern. Erkundigen Sie sich bei einer Fachperson oder der Polizei, was zu tun ist.

10. Positives Selbstbild fördern

Helfen Sie Ihrem Kind, sein positives Selbstbild zu stärken. Gerade in sozialen Netzwerken begegnen wir oft einseitigen Idealbildern. Die Realität ist aber vielfältig. Suchen Sie gemeinsam nach einem Weg, damit Ihr Kind zu seinen Eigenheiten stehen und so sein darf, wie es wirklich ist. Erinnern Sie Ihr Kind daran, wie einzigartig und wertvoll es ist. So tragen Sie dazu bei, dass Ihr Kind eine unabhängige Persönlichkeit entwickelt.

Initiative gegen Cybermobbing

Die Schweiz gehört zu den europäischen Ländern, die am stärksten von Cybermobbing betroffen sind. Henkel Beauty Care Schweiz rief deswegen Mitte Jahr die Initiative «Respect Everybody’s Beauty» ins Leben. Mit dieser Initiative unterstützt das Unternehmen das Engagement von Pro Juventute gegen Cybermobbing. «Wir sind sehr dankbar über die grosszügigen Spenden. Henkel Beauty Care unterstützt uns dauerhaft mit 2 Prozent des Gewinns aus dem Verkauf sämtlicher Produkte von Marken wie Taft, Syoss oder Nature Box. Mit dem Erlös von Henkel Beauty Care werden wir Präventions- und Beratungsprojekte im Bereich Cybermobbing weiter ausbauen können», sagt Direktorin Katja Schönenberger.

Anlässlich des Internationalen Tages der Toleranz haben die beiden Akteure 10 Tipps gegen Cybermobbing und für mehr Toleranz, Respekt und Selbstliebe verfasst.

Von KMY am 14. November 2021 - 07:09 Uhr
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